Zu Chopins 160. Todestag
17/10/09 19:24 Kategorie: Musik

Wer sich ein wenig Zeit nimmt, um sich die folgenden Musikstücke von Chopin anzuhören, wird reich beschenkt werden!
Zunächst wollen wir die „Berceuse op. 57“ hören. Ursprünglich nannte Chopin die Komposition „Variations“, doch der Titel, der für die Veröffentlichung gewählt wurde, trifft es gut, wenn nicht besser. Chopin entlockt dem Klavier die Töne einer Spieluhr, aber einer Spieluhr, wie wir sie noch nie gehört haben. Es spielt der legendäre Arturo Benedetti Michelangeli:
Nach solch einer Schönheit wird das Herz des Hörers allerdings schneller schlagen. Wer könnte nach diesen perlenden Klängen des Himmels gleich einschlafen und wollte nicht noch mehr hören?
Darum: hören wir den berühmten Walzer in cis-Moll op. 64 Nr. 2, gespielt von Artur Rubinstein, einem der großartigsten Chopin-Interpreten des 20. Jahrhunderts:
Als drittes Beispiel für die göttliche Kunst Frédéric Chopins habe ich den langsamen Satz aus seinem Klavierkonzert Nr. 1 in e-Moll op. 11 ausgewählt. Die Passage in H-Dur bei 1'45'' gehört für mich zu den schönsten der gesamten Klavierliteratur. Wunderbarer Interpret des Konzerts ist Dinu Lipatti, über den ich in einem anderen Blogbeitrag bereits geschrieben habe.
Frédéric Chopin war übrigens ein frommer Katholik. Franz Liszt, der mit ihm befreundet war, sagte dass Chopin ein „Mann des Gebets“ war. Obwohl er stark im Katholizismus verwurzelt gewesen sei, habe er nie offen über dieses Thema gesprochen. Wer mehr über den Glauben von Chopin (und anderen großen Komponisten) wissen möchte, dem sei das Buch „The Spiritual Lives of the Great Composers“ wärmstens empfohlen. Auf Google Books kann man darin stöbern.