Für ein christliches Europa

Der erste Beitrag war ein YouTube-Video über die muslimische Immigration nach Europa und über das Wachstum des Islam weltweit. Da ich die Zahlen nicht überprüfen kann und mein Blog auch nicht der Ort sein soll, um diese Entwicklung über die Maßen zu thematisieren, distanziere ich mich von jenem Video, wenngleich ich der Meinung bin, dass ein Körnchen Wahrheit darin enthalten ist. Der Interessierte wird mit etwas Googeln ausreichend Fakten zum Thema finden.
In einem Kommentar zu diesem Video wurde ich darum gebeten, näher Stellung dazu zu beziehen, was ich auch getan habe. Daraufhin reagierten anonyme Gäste wieder mit bösartigen Kommentaren, weshalb ich wie gesagt beide Einträge aus dem Netz genommen habe.
Nach ein paar Tagen Bedenkzeit und einigen Rückmeldungen übers Kontakt-Formular habe ich entschieden, meine Antwort auf den Kommentar in leicht veränderter Form hier wieder öffentlich zu machen, in der Hoffnung, dass jeder Leser sich ein wenig bemüht, die Kernaussage zu verstehen und ebenso zu respektieren, auch wenn er/sie anderer Meinung ist. Ich verweise deshalb auch noch einmal explizit auf meinen vorherigen Blogpost „Lord, grant us peace“ und auf die Sätze des Papstes, die ich dort bereits zitiert habe. Sie sollen eine Basis für den gegenseitigen Respekt bilden, der so unendlich wichtig ist:
„Der Verschiedenheit der Religionen wirft man gerne die Schuld an Hass und Zwietracht in der Welt vor. Die Gegner der Religion wollen nicht nur ihre Stimme zum Schweigen bringen, sondern sie durch ihre eigene ersetzen. Umso mehr bedarf es der Gläubigen, die ihren Prinzipien und Überzeugungen wahrhaft entsprechen. Zwar lässt sich nicht bestreiten, dass Widersprüche entstehen können aus Spannungen und Spaltungen zwischen Anhängern verschiedener religiöser Traditionen. Doch bildet die ideologische Manipulation der Religion zu politischen Zwecken den wahren Anlass für Rivalitäten und Gewalt. - Ihrer wahren Natur nach bildet Religion Einheit und Harmonie als Ausdruck ihrer Gemeinschaft zwischen den Menschen untereinander und mit Gott. Darum gilt keineswegs: ,Je weniger Religion in einer Gesellschaft, desto besser!' Dem Menschen als Geschöpf Gottes ist es aufgetragen, in schöpferischer Vernunft und im Rahmen von Glaube und Wahrheit das großartige Potenzial menschlicher Vernunft auszuschöpfen. (...) Dazu bedarf es der Freiheit der Religion.“
Es gibt einen drastischen Glaubensschwund in unserem europäischen Kulturkreis. Nur noch verhältnismäßig wenig Katholiken sind wirklich praktizierende Katholiken. Man traut sich als Christ kaum mehr, seine Glaubensüberzeugung öffentlich zu bekunden - aus Angst vor den Konsequenzen. Die schleichende Glaubensverdrängung, die den Glauben des Einzelnen als „Privatsache” abstempelt, hat bereits dazu geführt, dass man diese irrige Auffassung von Religion gemeinhin akzeptiert. Religion war und wird jedoch nie Privatsache sein können.
Interessanterweise nimmt der Islam, wo der Glaube keine Privatsache ist und man keine Angst hat, zu seinem Glauben zu stehen, hier eine Sonderstellung ein. Die feste Überzeugung der Muslime hat nämlich Folgen in der öffentlichen Wahrnehmung: wenn z.B. eine muslimische Frau - wegen ihrem Glauben - einen Schleier trägt, stört sich niemand daran, wenn ein Moslem mit seiner Tasbih (Gebetskette) durch die Stadt läuft, auch nicht. Man hat auch irgendwie immer vollstes Verständnis, wenn ein Moslem seine Gebetszeiten oder den Ramadan einhalten möchte. Wir haben uns schlicht und ergreifend daran gewöhnt, dass Muslime „halt so sind“ - weil sie ein überzeugtes Zeugnis ihres Glaubens nach außen vermitteln. Und das respektiert man eben.
Christen, die ihren Glauben in der Öffentlichkeit bezeugen - und sei es nur durch kleine Gesten wie ein Kreuzzeichen vor dem Mittagessen im Restaurant, das Beten des Rosenkranzes auf offener Straße, oder das Aufhängen eines Kruzifixes im Klassenzimmer - fallen auf, und das wesentlich mehr als Moslems, die ihren Glauben praktizieren. Oft ist es sogar mehr als auffallen: sie stoßen an, werden als Provokation oder gar als öffentliches Ärgernis empfunden.
Der Katholizismus wird immer mehr aus der Öffentlichkeit verdrängt. Das liegt letzten Endes jedoch weder an den Muslimen noch an den Atheisten, die sich so stark gegen die christliche Religion machen. Das liegt an uns Christen, die wir unsere Wurzeln vergessen, verleugnen und immer mehr verdampfen lassen.
Während das immer größer werdende Lager der Kirchengegner auf Papst und Kirche einschlägt und die Medien stets eine mehr oder minder negative Assoziation mit allem Kirchlichen im öffentlichen Bewusstsein prägen, treibt der Prozess der Islamisierung unserer Gesellschaft schleichend voran.
Die Gefahr, die dieses Video zum Ausdruck bringt, besteht eben darin, dass die explizit christliche Kultur immer mehr untergraben wird und der Islam sich gleichzeitig tatsächlich immer stärker ausbreitet und Europa mit seinem Gedankengut durchzieht. Wer gleichgültig gegenüber Religionen ist, wird sich daran vielleicht wenig stören. Wem aber sein christlicher Glaube heilig und schützenswert ist, kann die Augen vor dieser Realität nicht verschließen. Das hat nichts mit „Islamophobie” zu tun, sondern mit der Pflicht unserer Generation, uns für ein christliches Europa einzusetzen.
Es ist ebenso unsere Pflicht, jeden Menschen, unabhängig von seiner religiösen Herkunft zu respektieren. Das wird jeder aufrichtige Christ hoffentlich auch so leben. Nicht aus Pflichtbewusstsein, sondern aus einem immanenten Gefühl der Nächstenliebe heraus. Aber es muss gleichzeitig möglich sein, in tiefem gegenseitigem Respekt auch klar zu seinen Wurzeln und zu seinen Glaubensüberzeugungen zu stehen. Für diese Haltung gibt der Heilige Vater genau in diesen Tagen während seiner Reise durch den Nahen Osten ein vorbildliches Beispiel ab. Der tiefe Respekt vor dem Glauben des anderen schließt den Anspruch der katholischen Kirche auf die Wahrheit nicht aus. Und gerade das ist vielen Menschen ein Dorn im Auge, man will nicht akzeptieren, dass die Christenheit für sich beansprucht, den einzigen, eingeboren Sohn Gottes als Gott zu haben. Buddha, Mohammed und andere Religionsstifter stehen nun mal nicht auf einer Stufe mit Jesus Christus, dem wahren Sohn Gottes. Wir dürfen keine Angst vor diesem Bekenntnis haben.
Wir Christen respektieren, wenn jemand ein anderes Bekenntnis vertritt. Schön wäre es, wenn auch Nicht-Christen der christlichen Konfession genau den gleichen Respekt entgegenbringen würden. Dann sähe unsere Welt schon wesentlich friedvoller aus.
Lord, grant us peace
Die Rede des Papstes, die diesem Friedenslied voranging, sowie die dazugehörigen Mitschnitte findet man wie immer auf kath.net.
Frieden in der Welt ist möglich. Am Papst liegt es sicher nicht. Man kann unterschiedlicher Glaubensauffassung sein und sich dennoch gegenseitig in aller Tiefe respektieren. Der Heilige Vater tut dies wie kaum ein anderer. Alipius spricht mir mit seinen Worten aus dem Herzen, wenn er schreibt:
Papst Benedikt hat am ersten Tag seiner Nahost-Pilgerreise auf den Punkt gebracht, was dem Frieden in der Welt wirklich im Weg steht:„Ich bin mittlerweile felsenfest davon überzeugt, daß es auf der ganzen Welt keine einzige Menschenseele gibt, welcher der Papst etwas Übles wünscht, welche er in seinen Gebeten für die Menschheit ausklammert. Das ist seine Art, die Welt zu retten. Wissenschaftler entwickeln Medizin und hoffen, daß diese der ganzen Welt zur Verfügung gestellt wird. Der Heilige Vater wendet sich an seinen und unseren Herrn und hofft, daß alle Menschen zu IHM finden werden.“
„Der Verschiedenheit der Religionen wirft man gerne die Schuld an Hass und Zwietracht in der Welt vor. Die Gegner der Religion wollen nicht nur ihre Stimme zum Schweigen bringen, sondern sie durch ihre eigene ersetzen. Umso mehr bedarf es der Gläubigen, die ihren Prinzipien und Überzeugungen wahrhaft entsprechen. Zwar lässt sich nicht bestreiten, dass Widersprüche entstehen können aus Spannungen und Spaltungen zwischen Anhängern verschiedener religiöser Traditionen. Doch bildet die ideologische Manipulation der Religion zu politischen Zwecken den wahren Anlass für Rivalitäten und Gewalt. - Ihrer wahren Natur nach bildet Religion Einheit und Harmonie als Ausdruck ihrer Gemeinschaft zwischen den Menschen untereinander und mit Gott. Darum gilt keineswegs: ,Je weniger Religion in einer Gesellschaft, desto besser!' Dem Menschen als Geschöpf Gottes ist es aufgetragen, in schöpferischer Vernunft und im Rahmen von Glaube und Wahrheit das großartige Potenzial menschlicher Vernunft auszuschöpfen. (...) Dazu bedarf es der Freiheit der Religion. Die große Wertschätzung der Kirche für die Gestalten der Patriarchen und Propheten stellt ein unzertrennbares Band zwischen der Kirche für die Einheit der beiden Testamente dar und schenkt uns das Verlangen, alle Hindernisse der Versöhnung zwischen Christen und Juden in gegenseitiger Achtung und Zusammenarbeit im Dienste des Friedens zu überwinden, zu dem uns das Wort Gottes ruft.“