Die Marienweihe

Als ich 2004 beschloss, die „Weihe an Jesus durch Maria“ zu machen, stand ich noch nicht fest im Glauben. Ich hatte viele Fragen und war der Kirche eher skeptisch gegenüber eingestellt. Es reichte der Wunsch, es auszuprobieren. „Schaden kann es ja nicht“, dachte ich mir und begann, jeden Tag die vorgesehenen Gebete und Betrachtungen zu verrichten. Am Tag der Weihe war ich in Bozen und ging dort in eine Kirche, kniete mich vor eine Muttergottesstatue und sprach das feierliche Weihegebet. Es berührte mich stark, hier vor der Muttergottes zu beten. Dennoch war mir das Ganze immer noch ein Rätsel. Ich hatte keine Ahnung, was ich von diesem frommen Akt zu erwarten hatte. In den kommenden Monaten hat sich mein Leben dann so drastisch verändert wie nie zuvor. Zum Guten natürlich. Denn: „Wir wissen, dass Gott bei denen, die ihn lieben, alles zum Guten führt“ (Röm 8,28).
Seitdem wiederhole ich die Weihe jedes Jahr. Der hl. Ludwig Maria Grignion von Montfort, der glühende Apostel der Gottesmutter, hat in seinen Schriften (hier online, allerdings auf englisch) alles klar dargelegt, was man wissen muss, um ein Kind Mariens zu werden. Er empfiehlt, die Weihe am 25. März, dem Fest der „Verkündigung des Herrn“ abzulegen. Folglich wäre heute der erste Tag der 33-tägigen Vorbereitung. Mehr Informationen zur Weihe findet ihr bei den Amici di Dio.
Ich werde die Gebete und die Betrachtungen dieses Jahr zum ersten Mal von meinem iPhone ablesen. Das fantastische iPieta enthält nicht nur alle Schriften des hl. Ludwig Maria, sowie die Gebete zur Marienweihe, sondern unzählige andere Klassiker der geistlichen Literatur, zahlreiche Enzykliken, hunderte von Gebeten (auf englisch und Latein) sowie einen Kirchenkalender, mehrere Katechismen und die Heilige Schrift…
Auf eine gesegnete Fastenzeit an der Hand der Muttergottes!
Love Story - Teil 1

Dass ich eines Tages ein glücklicher Ehemann und Vater zweier Söhne sein würde, hätte ich mir vor 10, 15 Jahren mit viel Mühe vielleicht noch vorstellen können. Dass ich aber mit meiner Braut vor der Ehe enthaltsam leben und später mit meinen Kindern beten und regelmäßig in die Kirche gehen würde, und dass gerade der gelebte Glaube die Grundlage unseres Familienglücks sein würde – dieser Gedanke wäre mir vor meiner Bekehrung mehr als absurd vorgekommen (und meinem Umfeld wohl auch!). Und doch hat es sich so entwickelt.
Rückblickend fügen sich die verschiedenen Etappen eines Lebens wie Melodien und Themen zu einer verschlungenen Komposition zusammen, aus der man die Liebe Gottes in jedem Takt heraushören kann, egal wie sehr sie sich manchmal auch verbergen mag.
Ich hörte sie lange nicht. Ich vermutete zwar, dass es wohl die Liebe sein musste, die dem Leben seine Berechtigung gab, aber ich reduzierte diese Liebe während meiner Jugendjahre auf eine erotische und demnach eigennützige Art der Liebe. Wenn man die selbstlose Liebe Gottes, die sich im Opfer seines eingeborenen Sohnes Jesus Christus offenbart, als Quelle und Maßstab nicht erkennt oder anerkennt, bleibt jedes Verständnis von Liebe nur bruchstückhaft. Kein Wunder also, dass in einer derart gottlosen Gesellschaft wie der unseren in puncto Liebe unentwegt Lügen, bewusste wie unbewusste, verbreitet werden, dass Beziehungen kaum länger als einige wenige Jahre halten, ja, dass im Letzten der egoistisch veranlagte Mensch liebesunfähig geworden ist.
Die Freundinnen wechselte ich relativ häufig. Vielleicht hatte ich Angst, etwas zu verpassen („es könnte ja noch eine bessere geben“), vielleicht spürte ich, dass da nie der Mensch stand, dem ich bereit war, mich ganz hinzugeben. Wahrscheinlich hielten wir es miteinander auch nie besonders lange aus, weil das Körperliche viel zu sehr im Vordergrund stand. Diese Ausrichtung führt logischerweise früher oder später in eine Sackgasse. Immer.
Eine bemerkenswerte Wendung nahm dieses Rondo (eine musikalische Form: A-B-A-C-A-D usw., stellvertretend für: Einsamkeit - Mädchen A - Einsamkeit - Mädchen B usw.), als Freundin S. eine Diplomarbeit über „Kirche und Sexualität“ schrieb. Dieses Thema ließ mich nicht kalt. Es interessierte mich sogar so sehr, dass ich bereit war, jedes neue Kapitel gründlich Korrektur zu lesen. Zum ersten Mal begegneten mir hier die Grundlagen der vorehelichen Abstinenz und des Pillen-Verbots in „Humanæ vitæ“, aber auch „Theologen“, die der katholischen Lehre gründlich widersprachen. Ich wusste bis zu jenem Zeitpunkt nicht viel mehr darüber, als dass Katholiken nicht verhüten und keinen Sex vor der Ehe haben dürften. Abstruse, weltfremde Ideen, oder? Dinge, die weder jemand will, noch schaffen kann, wollte er es tatsächlich doch versuchen. Oder…?
Dennoch schien mir gerade die Position der Kirche fundierter, schöner, wahrer. Ich geriet in ein inneres Dilemma, wollte die Keuschheit eigentlich in mein Leben integrieren, weil es mir richtig und konsequent erschien, andererseits war ich nicht bereit, auf den Sex mit meiner Freundin zu verzichten. In jenem Sommer vor fünf Jahren weihte ich zum ersten Mal mein Leben der Muttergottes, betete dreiunddreißig Tage lang, um mich darauf vorzubereiten und übergab anschließend Maria, der Mutter Jesu, in einem feierlichen Gebet vor ihrem Bild mein Leben, ohne zu wissen, was dieser Akt bedeutet, was da in unsichtbaren Dimensionen ausgelöst werden kann. Ich spürte nur, dass der Schritt klug und richtig war und dass meine Liebe zur heiligen Jungfrau wuchs, während gleichzeitig die Liebe zur katholischen Kirche umfassender und demütiger wurde. Ich musste nicht mehr alles verstehen und alles besser wissen als die überholte und böse Kirche (ja, lange dachte ich nicht anders als der moderne Mainstream-Mensch). Ich entwickelte die tiefe Bereitschaft, mich als klitzekleiner Glaubender mit kindlichem Vertrauen in die gewaltige Größe dieser Institution einzufügen, wissend, dass nur ein ganzes Ja zur Kirche mir ermöglichen würde, ihre Botschaft zu begreifen.
Das erwähnte Dilemma nahm ein rasches aber äußerst schmerzhaftes Ende, als die Freundin einen neuen Prinzen gesichtet hatte, gegen den sie mich über Nacht austauschte. In jener tränenreichen Nacht lernte ich das Magnificat, den Lobgesang Mariens, auswendig. Ich hatte es so gewollt, hatte schließlich dafür gebetet, dass ich mein Leben nicht mehr in der Lüge zubringe, sondern mein suchendes Dasein unter der Führung der Muttergottes mehr und mehr auf den Willen Gottes ausrichten kann. Der Kreuzweg und die häufige Beichte trugen in dieser Zeit dazu bei, dass die Verletzungen, die ich mir durch mein sündhaftes Leben zugezogen hatte, überraschend schnell heilten. Ich begann auch regelmäßig bei Wasser und Brot zu fasten (eine Praxis, die ich heute leider nicht mehr schaffe), um Buße zu tun für die Wunden, die ich meinen Freundinnen und Liebschaften im Laufe der Jahre zugefügt hatte.
Hier geht’s weiter:
Love Story – Teil 2
Love Story – Teil 3
Was Er euch sagt, das tut!

Beeindruckend war zunächst das authentische Zeugnis, das P. Maximilian als Mensch und Priester bei den Menschen hinterlässt. Wenn er über die Muttergottes und über Jesus spricht, spürt man, dass er über Vertraute redet, über Personen, zu denen er eine innige und lebendige Beziehung hat. Ich merke oft, wie ich im Alltag dazu geneigt bin, im Stillen meinen Glauben, der soviel Un-glaubliches beinhaltet, durch die steten Widerstände unserer Umwelt in Frage zu stellen und den tiefen Herzensbezug zur Realität Gottes in der Kirche und in der Welt zu verlieren. Dann weiß nur noch der Kopf, dass die Geschichte mit der Erbsünde und die Erlösung durch den auferstandenen Heiland Wirklichkeit sind. P. Maximilian bezeugt, dass auch ein gelehrter Professor in seinem Glauben von kindlicher Freude und Dankbarkeit erfüllt sein kann und dass Glaube und Vernunft sich nicht widersprechen, sondern die beiden Flügel sind, die uns zur Erkenntnis der Wahrheit erheben.
Die innige Liebe der Muttergottes zu Jesus wurde uns anhand ausgewählter Bibelstellen veranschaulicht. Maria beantwortete die Anfrage des Erzengels mit ihrem „Fiat“, obwohl sie nicht verstand, wie ihr geschah. Ihr tiefer Glaube an das Kommen des Messias ließ sie offen sein für die Empfängnis des Jesuskindes durch den Heiligen Geist. Bei der Erläuterung der vier Mariendogmen hat P. Maximilian nebenbei klargestellt, dass das Dogma der Unbefleckten Empfängnis nichts mit dieser Perikope zu tun hat. Maria war von Gott vorherbestimmt, die Mutter des Erlösers zu sein, weshalb sie von der Erbsünde verschont blieb und bei ihrem Tode mit Seele und Leib in den Himmel aufgenommen wurde.
Wie sie mit den Aposteln in den Tagen vor der Herabkunft des Heiligen Geistes an Pfingsten gebetet hat, so stünden auch wir jetzt in der Novene zu Pfingsten und sollten uns ihrer Fürsprache anempfehlen. Der Sinn der Marienweihe bestünde darin, dass Maria die Möglichkeit bekomme, ihr durch das Schwert geöffnete Herz der Liebe anstelle unseres harten Herzens zu setzen, damit wir offen seien für die Gnade Gottes.
P. Maximilian gab uns 4 Merksätze des Aachener Bischofs Klaus Hemmerle mit auf den Weg, die als Leitsätze für das ganze Leben gelten können:
1. Was Er euch sagt, das tut
Dieser Vers aus dem Johannesevangelium (Joh 2,5) verdeutlicht das bedingungslose Vertrauen Mariens in ihren Sohn. Mit diesem Vertrauen dürfen auch wir auf Gott und seine Gebote hören.
2. Was Er euch tut, das sagt
Auch die Umkehrung der Aufforderung Mariens zu Kanaa gelte es zu berücksichtigen. Wie Maria sollen wir uns nicht scheuen, über Gott zu reden und ihn zu loben, „denn der Mächtige hat Großes an mir getan“ (Lk 1,49).
3. Was Er euch gibt, das nehmt
Gott möchte uns beschenken. Wir dürfen seine Gaben nicht ablehnen, sondern sollen dankbar das annehmen, was er uns gibt.
4. Was Er euch nimmt, das gebt
Dieser Satz sei der schwierigste der vier. Oftmals muss man Abschied nehmen von geliebten Menschen oder von Dingen, die wir nur ungerne loslassen. Gott, der uns beim Namen kennt, meint es dennoch gut mit uns und oft sind solche Abschiede Teil eines größeren Guts.
Wie setzen wir all das um? Das Herz unseres Glaubens sei die Liturgie der Kirche, die nie zur „Show“ ausarten dürfe, da sie nicht Menschenwerk sondern Gotteswerk sei. Es sei unabdinglich, sich in die überlieferten Formen und Traditionen einzufügen, und Gott selbst durch diese Formen wirken zu lassen. (Anmerkung: Die Heiligenkreuzer Mönche sind bekannt für ihre würdige Umsetzung der nachkonziliaren Messe. In Heiligenkreuz und Stiepel habe ich erlebt, wie würdig, feierlich und doch schlicht die Messe im Neuen Ritus auch gefeiert werden kann).
Wir sind dankbar, dass P. Maximilian uns in diesen Tagen näher zur Gottesmutter geführt hat und hoffen, dass er uns bald wieder besuchen wird.
Nachtrag: Auf kath.net gibt es ein gutes Interview mit P. Maximilian über seine neueste Buchveröffentlichung, über den Papst und über die heilige Liturgie.
Der Sänger Mariens

Der heilige Ludwig Maria (Louis-Marie) war einer der innigsten Marienverehrer aller Zeiten und hat zahlreiche wertvolle Schriften und unzählige Lieder hinterlassen. Eine sehr gute Auswahl dieser Schriften ist im „Goldenen Buch“ enthalten. Die Marienweihe mit 33-tägiger Vorbereitung geht auf ihn zurück. Ausgiebige Informationen zur Marienweihe findet man auf der Homepage der katholischen Gemeinschaft „Amici di Dio“.
Seine Schriften haben mich stark beeinflusst. Die Weihe mache ich seit nunmehr 5 Jahren, und ich kann nur bestätigen, dass sie tiefgreifende Auswirkungen hat!
Worte Papst Johannes Pauls II. über das „Goldene Buch“:
Diese beiden Worte bringen die vollkommene Zugehörigkeit zu Jesus durch Maria zum Ausdruck: „Totus Tuus ego sum, et omnia mea tua sunt!“ schreibt der Hl. Ludwig und er übersetzt: „Mein Jesus, ich bin ganz Dein, und alles, was mein ist, ist Dein durch Maria, Deine heilige Mutter!“„Ich selbst schöpfte in meiner Jugend großen Gewinn aus der Lektüre dieses Buches, denn darin fand ich die Antwort auf meine Ratlosigkeit: Meine Furcht bestand darin, dass die Verehrung Mariens und ihre große Verbreitung, den Vorrang der Verehrung Christi, gefährdete. Unter der weisen Führung des Hl. Ludwig verstand ich, dass wenn man das Geheimnis Marias in Christus lebt, diese Gefahr nicht besteht. Auf meinem Bischofswappen ist der Wahlspruch ‚Totus Tuus‘ zu lesen, der sich bekanntlich an der Lehre des Hl. Ludwig inspiriert.“
Aus dem „Flammengebet“ des hl. Ludwig Maria Grignion de Montfort:
„Heiliger Ludwig Maria, bitte für uns!“„Um wahre Kinder Mariens, Deiner heiligen Mutter, bitte ich Dich, die von ihr in Liebe empfangen und in ihrem Schoß getragen, geboren und an ihrer Brust ruhend, von ihrer Milch genährt und durch ihre Sorge groß gezogen, von ihrer Hand gestützt und mit ihren Gnaden bereichert sind!“
Ein Interview aus Medjugorje

Am 31.12.2005 sprach David Ianni über die Gründe seiner wiederholten Pilgerfahrten nach Medjugorje, über seine Kunst und seinen Glauben.
David Ianni, Sie sind Pianist und Komponist aus Luxemburg, zur Zeit leben Sie in Österreich, und Ihr Herz ist irgendwie sehr stark mit Medjugorje verbunden. Warum? Was bedeutet Medjugorje für Sie, für Ihre Kunst, für Ihr geistliches Leben?
Ich bin letztes Jahr zu Silvester zum ersten Mal in Medjugorje gewesen. Das war mit einer Gruppe aus Österreich, „Amici di Dio“, die jedes Jahr Pilgerfahrten nach Medjugorje organisiert. Meine Bekehrung hängt eng mit der Weihe an Maria zusammen. Kurz nachdem ich die Weihe gemacht hatte, das war im Sommer 2004, spürte ich einen starken inneren Ruf, nach Medjugorje kommen zu sollen. Eine Bekannte hat mir einmal gesagt: „Wenn du im entferntesten das Bedürfnis hast, nach Medjugorje zu fahren, dann könnte es sein, dass die Muttergottes selbst dich ruft.“ Dieser Satz hat mich nie losgelassen. Besonders nach der Weihe ist er stärker geworden.
Warum haben Sie diese Weihe gemacht?
Ich bin traditionell etwas oberflächlich katholisch aufgewachsen. In meiner Jugend war mir die Musik sehr wichtig, ich habe angefangen Konzerte zu spielen und bin sehr viel herumgereist, und schon in dieser Zeit haben sich die Fragen gestellt nach dem Sinn des Lebens. Die Kirche war für mich aber verschlossen. Ich hatte die Sehnsucht nach etwas Exotischem, nach Esoterik, nach asiatischen Religionen. Ich musste einige Umwege gehen, bis ich dann im Jahre 2000 eine katholische Kirche kennen gelernt habe, wo ich Organist war. Eine Frau hat mir einen Rosenkranz geschenkt, der aus Medjugorje war. So habe ich angefangen den Rosenkranz zu beten. Und so ist Medjugorje in Verbindung mit meiner Bekehrung. Der Rosenkranz, die Muttergottes durch den Rosenkranz, hat mich zurück zur katholischen Kirche geholt. Durch dieses Gebet ist meine Liebe zu Maria gewachsen und in mir wurde der Wunsch immer stärker, diese Weihe an Maria zu machen. Dieselbe Bekannte, die zu mir über Medjugorje gesprochen hat, hat mir auch das Goldene Buch von Ludwig Maria Grignion de Montfort empfohlen. Das hat mich sehr tief angesprochen und ich wusste, dies sei mein Weg. Vier Monate nach der Weihe bin ich nach Medjugorje gekommen. Ich hatte das Gefühl, einfach richtig hier zu sein. Es ist nicht so spektakulär, wie ich es erwartet hatte. Es gibt nämlich viele Zeugnisse von Menschen, die hier radikal bekehrt wurden, aber ich hatte ja vorher schon zurück zum katholischen Glauben gefunden. Es war einfach schön, weil die Pfarrei in Medjugorje ein schönes und starkes Zeugnis der lebendigen Kirche ist.
In welchem Sinne meinen Sie das?
Viele Gläubige, auch viele junge Menschen, kommen hierher. In den Messen, auf dem Erscheinungsberg und auf dem Kreuzberg trifft man junge Menschen, die beten, und das hat mich fasziniert. Man spürt auch die Präsenz der Muttergottes. Auf dem Erscheinungsberg habe ich einen sehr tiefen Frieden empfunden. Das Beten fällt einem sehr leicht dort. Unabhängig von den Erscheinungen ist die Kirche lebendig hier. Die Kirche ist voll, man spürt die Freude in den Messen. So viele Menschen leben hier ihren Glauben, gehen zur Kirche und empfangen die Sakramente. Besonders stark ist Gnade der Beichte in Medjugorje.
Woran hängt das, Ihrer Meinung nach?
Ohne dem Urteil der Kirche vorgreifen zu wollen, meiner Meinung daran, dass die Erscheinungen echt sind. Ich habe die Seher nur von ferne gesehen, Vicka etwas näher, und ich finde, dass sie eine authentische Ausstrahlung hat.
Was spricht die jungen Menschen in Medjugorje am meisten an? Was zieht sie an?
Die Sehnsucht nach Frieden, der Durst nach Wahrheit. Die Welt lügt uns so oft an. Durch die Medien bekommen wir überwiegend Negatives gezeigt. Junge Menschen werden auf dem Gebiet der Sexualität sehr manipuliert und in ihren Seelen angegriffen. Wenn sie noch keinen gefestigten Glauben haben, kann das zu schwerwiegenden Folgen führen. Die Botschaft von Medjugorje weckt in ihnen die Sehnsucht nach wahrem Frieden, und wohl auch nach Gott und nach Familie, nach intakten Familien. Die meisten Menschen kommen heutzutage aus zerrütteten Familien. Es ist sehr selten, dass man noch eine Familie findet, wo wirklich die Nächstenliebe gelebt wird, wo gebetet wird, wo die Eltern sich bei der ersten Schwierigkeit nicht gleich scheiden lassen. Aber am meisten zieht sie meiner Meinung nach die Sehnsucht nach Gott nach Medjugorje, danach, dem Leben einen Sinn zu geben. Hier begegnet man Maria und Christus intensiver als zuhause. Ein wichtiger Faktor ist, dass junge Menschen andere junge Menschen treffen, bei denen sie sehen, dass sie den Frieden gefunden haben, dass sie etwas tiefer im geistlichen Leben gekommen sind. Das ist ein starkes Zeugnis. Ein weiterer Punkt, der hier eine sehr wichtige Rolle spielt, ist die Anbetung in der Kapelle und die Anbetung in der Pfarrkirche. Das ist ein Schatz in unserer katholischen Kirche: Jesus in der Eucharistie, Jesus in den Sakramenten. In Seiner Präsenz verweilen dürfen. Besonders schön ist hier die Gestaltung: einfache Sätze, die tief ins Herz gehen, gepaart mit der Musik. Als Musiker fühle ich mich sehr angesprochen. Ich möchte besonders die Violinistin Melinda Dumitrescu hervorheben. Sie ist eine begnadete Musikerin und ihr Ton berührt unzählige Pilgerherzen. Sie ist eine Musikerin so wie wir, als Musiker, es uns wünschen: Das Geschenk ihrer Begabung, die sie von Gott in die Wiege gelegt bekommen hat, beantwortet sie mit einer tiefen Liebe zu Gott. Sie macht Musik für Gott. Viele begnadete Musiker machen sich vielleicht zu wenig Gedanken, woher ihr Talent kommt. Die Musik hat uns Gott geschenkt, damit wir ein Mittel haben, Ihn zu preisen, mit Ihm in Berührung zu kommen, die Menschen zur Wahrheit zu führen, in ihr Inneres zu führen, Licht und Frieden verbreiten. Das ist eine besondere Gabe der Musik, weil die Musik über den Sprachen steht. Musik versteht jeder, unabhängig von der Kultur und von der Sprache.
Wie verbinden Sie Ihren Glauben und Ihre Musik?
Ich nehme die Musik als Geschenk an. Es ist keine Selbstverständlichkeit, dass ich Musik spielen und komponieren kann, dass ich gewisse Gaben habe. Was ich von Gott bekommen habe, möchte ich Ihm zurück geben. Die Weihe an die Muttergottes wiederhole ich jeden Tag, und ich beziehe sie nicht nur auf mein Leben, auf den Umgang mit meinen Mitmenschen, sondern auch ganz explizit auf meine Musik, damit meine Musik der Muttergottes, und somit Jesus gehört. Ich bete um Inspiration und versuche so gut wie möglich die Botschaft des Evangeliums in Töne zu übersetzen und so Gott zu den Menschen näher zu bringen. Ich bete sehr viel vor, während und nach den Konzerten. Es ist wichtig, besonders nach dem Konzert auch weiter für das Publikum zu beten. Kirche und Kreuz sind Worte, die manche Menschen abschrecken, weil sie negative Assoziationen in ihnen hervorrufen, aber Töne öffnen die Herzen, und mit einem geöffneten Herzen kann man zum wahren Glauben finden. Das ist eigentlich mein Ziel mit der Musik: die Herzen meiner Hörer für den Glauben zu öffnen.
Interview: Lidija Paris, ursprüngliche Veröffentlichung hier.
Die Geschichte meiner Bekehrung

Ich wurde 1979 in Luxemburg geboren und bin dort auch aufgewachsen. Unsere Eltern haben mir und meiner Schwester viel Liebe geschenkt, doch den Glauben an Gott haben sie uns leider nicht vorleben und vermitteln können. Der Mittelpunkt meines Lebens war von Kind auf die Musik. Stundenlang hörte ich klassische Musik, spielte Klavier, komponierte und las Bücher über große Komponisten und Musiker.
Mit 16 Jahren wurde ich von einem Klassik-Manager entdeckt. So stand ich von einem Tag auf den anderen plötzlich auf den Bühnen, spielte mit Orchestern, machte CD- und Radio-Aufnahmen. Eigentlich ging ein großer Traum in Erfüllung, doch die Verantwortung, die auf meinen Schultern lastete, machte mir sehr zu schaffen, ich fühlte mich dem Erfolgsdruck damals nicht gewachsen, und der Erfolg konnte die innere Leere, die ich oft empfand, nicht füllen. Es war auch die Zeit des ersten heftigen Liebeskummers und leider steckten auch meine Eltern in einer schweren Beziehungskrise, die zur Scheidung führen sollte.
Ich flüchtete mich in Drogenerfahrungen, um meinen Kummer zu vergessen, aber auch in der absurden Hoffnung, hierdurch vielleicht dem Sinn der Lebens auf die Spur zu kommen. Es musste doch einen Sinn hinter allem geben! Die katholische Kirche war für mich damals keine Alternative, viel zu sehr war ich den Vorurteilen des Zeitgeistes unterlegen. So kaufte ich mir Bücher über Meditation und Esoterik und suchte auf diesem Wege neue transzendente Erfahrungen zu machen, das Gleiche, was ich auch in den Drogen zu finden gehofft hatte. Ich war mir seit einiger Zeit absolut sicher, dass Gott existiert, wusste aber nicht, wie ich diesen Glauben entfalten konnte.
Mit 18 lernte ich ein „Ganzheitliches Seminarhaus“ kennen und begann, dort gegen Unsummen von Geld Seminare und Kurse zu besuchen über Psychologie, Reinkarnation, Astrologie, Okkultismus usw. Mein Manager und ich gingen mittlerweile getrennte Wege - ich wollte um jeden Preis die Wahrheit über das Leben finden und brauchte Zeit und Raum für diese Suche. Mit der Zeit musste ich enttäuscht feststellen, dass all diese esoterischen und asiatischen Lehren (Buddhismus, Hinduismus) mich nicht froh machen konnten und dass das Seminarhaus nichts anderes als eine Sekte war, die ihre Mitglieder durch Gehirnwäsche immer tiefer in die Abhängigkeit verstrickte.
Seit dem Jahr 2000 spielte ich die Orgel in einer katholischen Pfarrgemeinde in Deutschland und leitete auch den Kirchenchor. Täglich konnte ich das Geschehen um den Altar beobachten und die Gebete der versammelten Gemeinde hören. Ich war sehr skeptisch und ließ das Ganze nicht wirklich an mich heran. Doch seit ich 2002 mit einem katholischen Mädchen zusammen war, konnte ich mich immer mehr für den Glauben der Kirche öffnen. Ich lernte junge engagierte Christen kennen, deren bescheidene und fröhliche Ausstrahlung und deren Art, miteinander umzugehen, einen tiefen Eindruck in mir hinterließen. Ich wohnte der Feier der heiligen Messe immer öfter auch außerhalb meines Dienstes bei und legte nach und nach die Bücher über Esoterik und andere Religionen zur Seite und las viel über die Kirche, den katholischen Glauben, über Jesus, und vor allem auch über Maria.
2003 hatte nämlich eine Frau, die es offensichtlich gut mit mir meinte, einen Rosenkranz aus Medjugorje geschenkt, den ich zu beten begann. Obwohl sich in mir anfangs noch einiges dagegen sträubte, dieses Gebet zu erlernen und zu sprechen, fühlte ich ganz tief in meinem Herzen, dass es gut sei, zu Maria zu beten; zu beten, dass sie mir helfen möge, näher zu Jesus zu kommen und diesen Jesus immer mehr zu verstehen. Nach und nach wuchs in mir die Gewissheit, dass die Gottesmutter selbst mir durch das Rosenkranzgebet ihre Hand reichte und dass sie mich führte und beschützte. Ich konnte in aller Tiefe vom psychologischen und spirituellen Einfluss der Sekte frei werden und wurde ganz und gar heimisch im katholischen Glauben. Dank Maria war es mir nun möglich, alle Glaubenswahrheiten, die die Kirche verkündigt, von Herzen anzunehmen. So ging ich erstmals wieder zur Beichte, was eine zutiefst heilende Wirkung auf mein Leben zeigte.
Jesus Christus ist wahrhaft gegenwärtig im Sakrament der heiligen Eucharistie, das mir zum „täglichen Brot“ geworden ist. Die Kommunion gibt mir immer neu die Kraft, mich den Herausforderungen des Lebens zu stellen.
Ende 2004 habe ich die katholische Gemeinschaft „Amici di Dio“ kennen gelernt und dort bleibende Freundschaften geschlossen. Mitglied einer religiösen Gemeinschaft innerhalb der großen Kirche zu sein, ist für das Glaubensleben in besonderer Weise wichtig und bestärkend. Außerdem habe ich hier Martina kennen gelernt, die ich am Rosenkranzfest 2006 glücklichen Herzens heiraten durfte.
Ich danke Gott, dass Er mich durch Maria zurück in die Kirche geführt hat und auch all den Menschen, darunter viele großartige Priester und Ordensleute, die mich auf diesem Weg begleitet haben und immer noch begleiten. Wer die Liebe Gottes einmal erfahren hat, kann nicht mehr weiterleben wie vorher - auch ich wurde ergriffen vom Herrn und möchte diese Erfahrung teilen und weitergeben, durch meine Musik und durch mein ganzes Leben.
Johannes Paul II. und seine Mutter Maria

Ich stehe auf einem hölzernen Klappstuhl auf der Piazza San Pietro, gut 100 m vom schlichten Sarg unseres geliebten Papstes Johannes Paul II. entfernt und verfolge gebannt den feierlichen und erhabenen Trauergottesdienst, an dem dank der medialen Ausstrahlung weltweit wohl bis zu einer Milliarde Menschen teilnehmen. Berührt und überwältigt von der Liebe der Pilger, deren Herz es ebenso wie mich und die fünfzig anderen kath.net-Leser unserer Busreise nach Rom verschlagen hat, bete ich im Stillen und danke Gott für diesen großen Papst.
Immer wieder denke ich an Maria, die Mutter Jesu, in deren Hände Karol Wojtyla sein Leben bedingungslos gelegt hat. Nachdem er als junger Mann während der Wirren des Zweiten Weltkrieges im Jahre 1942 in der Chemiefabrik Solvay, wo er damals arbeitete, das „Goldene Buch“ des hl. Ludwig Maria Grignion de Montfort zum ersten Mal gelesen hatte, ein Buch „über die wahre Verehrung der seligen Jungfrau Maria“, klärte sich in ihm die Frage nach seiner Berufung vollends. Er, der das Schauspielen, die Dichtkunst und die Philosophie so sehr liebt, tritt im Herbst 1942 ins Priesterseminar von Krakau ein.
Bereits seit seinem zehnten Lebensjahr trägt er das Karmelskapulier, Zeichen inniger Marienverehrung und innerer Verbundenheit mit dem Karmel, dem wohl marianischsten aller Orden. Nicht einmal bei seiner Operation nach dem gesundheitlich folgenschweren Attentat von 1981 lässt er zu, dass man ihm das Skapulier abnimmt.
Als er 1978 zum Papst gewählt wird, betont er sogleich den hohen Stellenwert, den der Rosenkranz, sein Lieblingsgebet, für ihn hat: „Er ist ein wunderbares Gebet, wunderbar in seiner Schlichtheit und Tiefe“, das „uns (…) durch das Herz seiner Mutter in lebendige Verbindung mit Jesus bringt“ (Rosarium Virginis Mariae, Nr. 2).
Durch Maria zu Jesus. – Dies ist der Weg, der einen der größten Päpste aller Zeiten hervorgebracht hat, einen Papst, der die Menschen geliebt hat, mit jeder Faser seines Herzens, und der diese Liebe in Wort und Tat bewiesen und gelebt hat. Weshalb lagen und liegen ihm so viele Herzen zu Füßen? Weil wir uns geliebt wussten vom polnischen „Stellvertreter Christi auf Erden“. Christen sowie Menschen anderer Konfessionen und Nichtgläubige fühlten, dass die Liebe dieses Menschen und seine Sorge um das Geschick der Menschheit durch und durch echt waren.
In seiner ersten Enzyklika „Redemptor Hominis“ aus dem Jahre 1979 stellt er die Weichen für das kommende Vierteljahrhundert seines Pontifikats: „Der Erlöser des Menschen, Jesus Christus, ist die Mitte des Kosmos und der Geschichte“ (Redemptor Hominis, R.H. Nr. 1). Er spricht sich aus für die Würde und die Freiheit jedes Menschen und gegen jegliche Form der Ungerechtigkeit. Die „Königswürde“ des Menschen „besteht im Vorrang der Ethik vor der Technik, im Primat der Person über die Dinge, in der Überordnung des Geistes über die Materie“ (R.H. Nr. 16). Diesem „Wahlprogramm“ ist Johannes Paul II. zeit seines Lebens treu geblieben.
Die Welt bewundert das Wirken dieses Papstes, seine Güte und seine Menschlichkeit, lobt seinen unermüdlichen Einsatz für Frieden und Gerechtigkeit, seinen Mut zum offenen Dialog mit Andersdenkenden, seine große Demut, die ihn dazu bewog, um Vergebung für die Sünden der Kirche zu bitten und sein Kreuz der Krankheit und des Alters bis zum Ende ohne Klagen zu ertragen und somit die christliche Botschaft von Kreuz und Auferstehung vor den Augen aller zu bekunden. Kaum jemand, der ihn erlebte, blieb unberührt von seinen Worten und Taten. Doch wir sollten die Gnade dieser Stunde dazu nutzen, tiefer zu schauen: Johannes Paul II. zeigte stets auf Jesus Christus, den Erlöser der Menschheit, der in der Kirche im Sakrament der Eucharistie präsent ist, der „Quelle des Lebens und der Heiligkeit“ (Litanei vom Herzen Jesu). Diese Quelle, das Zentrum, die Mitte, das Herz unseres christlichen Glaubens hat unserem Heiligen Vater die Kraft gegeben, Stimme des Gewissens in einer so gewissenlosen Zeit zu sein!
Schauen wir nach innen! Nicht die Form gebiert den Inhalt, sondern der Inhalt schafft das Äußere, die Form. „Ein guter Mensch bringt Gutes hervor, weil in seinem Herzen Gutes ist. (…) Wovon das Herz voll ist, davon spricht der Mund“ (Lk 6, 45). Johannes Paul II. war ein Nachfolger Christi, dessen ganzes Leben auf Christus verweist, wie ein Fenster, durch das die barmherzige Liebe Gottes schien und weiter scheinen wird. In grenzenlosem Vertrauen auf seine himmlische Mutter Maria hat er die Kirche durch den „neuen Advent“ (R.H. Nr. 1) des „Großen Jubiläums“ des Jahres 2000 geführt. Als er am 16. Oktober, dem Beginn des 25. Jahres seines Pontifikats mit dem Apostolischen Schreiben „Rosarium Virginis Mariae“ der Christenheit erneut den unschätzbaren Wert des Rosenkranzgebetes ans Herz legte, das Jahr des Rosenkranzes ausrief und die neuen „lichtreichen Geheimnisse“ veröffentlichte, die im Geschenk Christi der Eucharistie an uns gipfeln, setzte er wiederholt ein Zeichen seines marianischen Weges, der für alle Katholiken verbindlich sein sollte:
Durch Maria zu Jesus. – Johannes Paul II. führte sein Werk „zum Höhepunkt des beschrittenen Weges“ (Mane Nobiscum Domine, M.N.D. Nr. 10), indem er nach der bedeutenden Enzyklika über die Eucharistie am 7. Oktober 2004 (Gedenktag Unserer Lieben Frau vom Rosenkranz!) sein letztes Apostolisches Schreiben „Mane Nobiscum Domine“ veröffentlichte und das Jahr der Eucharistie ausrief, um somit die Christen erneut als ihr Vater, Hirte und Lehrer tiefer in dieses unergründliche Geheimnis einzuführen. Es ist sicher kein Zufall, dass Papst Johannes Paul II. diese Welt im Jahr der Eucharistie verlassen hat, dessen Höhepunkt für viele junge Menschen aus der ganzen Welt der Weltjugendtag in Köln sein wird: „Sehr viel erwarte ich schließlich von euch, liebe Jugendliche, während ich unsere Verabredung für den Weltjugendtag in Köln in Erinnerung rufe. Das Thema ‚Wir sind gekommen, um ihn anzubeten’ (vgl. Mt 2,2) eignet sich in besonderer Weise dafür, um euch die rechte Haltung nahezubringen, wie wir dieses eucharistische Jahr leben können. Bringt zu diesem Treffen mit dem unter dem eucharistischen Schleier verborgenen Jesus die ganze Begeisterung eurer Jugend, eurer Hoffnung und eurer Liebesfähigkeit mit!“ (M.N.D. Nr. 30). Er hinterlässt nicht nur der Kirche, sondern der ganzen Menschheit ein derart reiches Erbe, das im gegenwärtigen Augenblick sicher noch niemand wirklich zu erfassen vermag. Lassen wir uns weiterhin von ihm unterweisen, seine Lehre studieren und ergründen, um uns von ihm dorthin führen zu lassen, wohin er die Menschheit als Mensch, Priester, Bischof, Kardinal und letztendlich als Papst immer geleiten wollte:
Durch Maria zu Jesus.
Soli Deo Gloria

Die „Amici News“ unterhielten sich mit dem katholischen Künstler über seine Musik, sein Leben und seinen Glauben.
AdD: David, du bist Pianist und Komponist. Was bedeutet für dich Musik?
David: Musik ist eine Gnade Gottes. Beim Musizieren, ob ich nun komponiere oder spiele, bete ich, vielmehr, das Musizieren selbst ist Gebet in sich. Das ist ein schönes Gefühl, und immer wieder ist es auch ein Geschenk für mich, wenn ich erleben darf, wie sich die Herzen meiner Zuhörer öffnen für die Liebe, von der gute Musik letztendlich immer singt, in all ihren unterschiedlichen Ausdrucksformen. Ob ich nun Beethoven, Chopin, Liszt, Schubert oder Brahms spiele – die großen Meister der klassischen Musik sind Künstler, deren Musik wir uns meiner Meinung nach vorbehaltlos anvertrauen und hingeben dürfen. Der Hörer kann so zum Mitbeter werden und Gottes Nähe tatsächlich in der Musik spürbar erfahren. Ich meine, dass alle großen Komponisten gläubige Menschen waren. So wusste zum Beispiel J. S. Bach, mein Lieblingskomponist, sehr wohl, wem er seine Musik zu verdanken hatte. Mit den Worten „Soli Deo Gloria“, die er auf seine Partituren zu schreiben pflegte, gab er dem Herrn das Empfangene in aller Bescheidenheit zurück. Solche Komponisten sind als Musiker meine Vorbilder, musikalische Heilige sozusagen. Ein Musiker muss meiner Meinung nach immer im Dienst der Musik stehen, und somit auch im Dienste Gottes, der uns das Leben und die Musik schenkt. Sie darf nicht zum Selbstzweck und zur Verbreitung negativer Inhalte missbraucht werden, was heutzutage leider oft der Fall ist. Doch es ist auch unübersehbar, dass immer mehr Künstler, vor allem auch junge Persönlichkeiten, sich zu ihrer Religiosität bekennen und die Menschen durch ihre Musik ermutigen und stärken wollen.
AdD: Bevor du zum katholischen Glauben fandest, warst Du einige Zeit bei einer Esoteriksekte. Wie bist du da hinein geraten?
David: Obwohl ich die Sakramente der Taufe, der Kommunion und der Firmung erhalten hatte, spielten Gott und die Religion in meinem Leben keine Rolle. Ich hatte keinen Glauben, der mir Halt geben konnte in einer Zeit meines Lebens, mit 16 Jahren, in der ich mit den Erfolgen und dem daraus resultierenden Druck meiner beginnenden Karriere einfach überfordert war. Mit 17 kaufte ich mir in London, wo ich damals studierte, meine ersten Esoterikbücher. Ich war sehr fasziniert von asiatischen Religionen, Meditation und Esoterik und dachte, dort Antworten auf die Frage nach dem Sinn des Lebens finden zu können. 1998 lernte ich ein esoterisches Seminarzentrum im Saarland kennen. Dort werden sehr teure Seminare zu allen möglichen esoterischen Themen angeboten: Tantra, Astrologie, Numerologie, Shiatsu, Okkultismus, Magie, Weltverschwörungstheorien... Nach und nach richtete ich unter dem Einfluss dieses Hauses mein ganzes Leben nach den Seminaren aus und vernachlässigte meine Freunde, meine Familie, meine Musik.
AdD: Welche Inhalte wurden von dieser Sekte vermittelt?
David: Die Leiterin dieses Hauses versteht sich als „spirituelle Lehrerin“ und als Medium für den so genannten „Christusgeist“, eine geistige Wesenheit, der auch Buddha und Christus angehören sollen. Diese spricht durch das Medium, auch in Einzelsitzungen à 77 Euro die Dreiviertelstunde. Es geht letztendlich um Geld und um Macht. Die Lehrer, die eine sehr charismatische Ausstrahlung haben, geben vor, dem Hilfesuchenden zur Erlösung seiner Leiden zu verhelfen. Ihre Lehren beinhalten Ideen aus verschiedenen Religionen, sowie ein wenig Psychologie und Naturheilkunde. Eine Mischung, die viele Menschen anzieht, die wie ich damals auf der Suche sind und nicht fest im Glauben stehen. Sie benutzen die Sehnsucht der Menschen nach Gott und machen sie sich hörig. Das funktioniert auch deshalb, weil sie alles auf das „höhere Wissen“ der „Meisterin“ zurückführen und das Ganze sehr clever und beeindruckend inszeniert wird. Seltsamerweise glaubten wir als „Schüler“ umso mehr, je tiefer wir „eingeweiht“ wurden. Ich erinnere mich z. B. daran, dass den Seminarteilnehmern einmal Apfelstücke ausgeteilt wurden mit den Worten „das ist mein Leib“ oder wie man Mutter Teresa wegen ihrer „Ego-Strukturen“ kritisierte. Wenn ich heute daran denke, habe ich als Katholik den Eindruck, dass so der Name des Herrn missbraucht und den Menschen durch solche Äußerungen der Weg in die Kirche fast unmöglich gemacht wird. Hat nicht Jesus selbst uns eindringlich gewarnt: „Hütet euch vor den falschen Propheten; sie kommen zu euch wie harmlose Schafe, in Wirklichkeit aber sind sie reißende Wölfe. An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen.“ (Mt 7, 15-16)
AdD: Wie hast du es geschafft, aus dieser Sekte auszusteigen?
David: Meine damalige Freundin brachte mich in Kontakt mit jungen Christen, und ich lernte eine neue Lebensweise kennen, kam wieder in Berührung mit Menschen, die nichts mit dem Seminarhaus zu tun hatten. Außerdem war ich eine Zeitlang als Organist und Chorleiter in einer katholischen Gemeinde tätig, war also während eineinhalb Jahren fast täglich der Liturgie „ausgesetzt“, was sicher auch einen bedeutenden Einfluss auf mich hatte. Durch das Geschenk eines Rosenkranzes aus Medjugorje lernte ich das Rosenkranzgebet kennen, das letztendlich wohl der entscheidende Faktor bei meiner Umkehr zum katholischen Glauben und zur Abkehr von der Sekte war. Ich stellte mein Leben unter die Führung der Muttergottes. So konnte ich meine Skepsis gegenüber der Kirche im Laufe der Zeit immer mehr überwinden und entdeckte, dass dort ein lebendiger Geist weht, dass am Altar etwas sehr, sehr Heiliges passiert. Auch die Art meiner Lektüre änderte sich. Irgendwann war ich soweit, dass ich statt der Esoterikbücher die Bibel las. Die Veränderungen in meinem Denken und Handeln öffneten mir die Augen für die Irrlehren, die in dem Seminarzentrum gelehrt werden. Es war ein sehr schwerer Prozess, mich nach mehreren Jahren der „Gehirnwäsche“ von ihnen zu lösen, besonders psychisch. Doch dank der Gnade Gottes und dem Beistand meiner Familie und meiner Freunde bin ich dort wieder heil herausgekommen. Leider bin ich eine Ausnahme. Und ich befürchte, dass es heutzutage viele ähnlich strukturierte Seminarhäuser gibt, die die Menschen gewaltig in die Irre führen. Ich bete für die Menschen, die nach wie vor in diesem Haus ein- und ausgehen und hoffe, dass sie es irgendwann schaffen werden, wieder ein normales Leben zu führen, ohne von Seminar zu Seminar zu leben und dabei Tausende von Euros auszugeben.
AdD: Was bedeutet dir der Glaube?
David: Mein Glaube ist mir unsagbar wichtig geworden. Ich habe den Segen des Rosenkranzgebets für mich erfahren dürfen, und es ist mir zur lieb gewonnenen Gewohnheit geworden, den Rosenkranz täglich zu beten und ihn auch immer in der Hosentasche bei mir zu tragen. Ich berühre die Perlen und weiß: Maria ist da! Besonders der Satz „bitte für uns Sünder“, mit dem ich am Anfang noch große Schwierigkeiten hatte, schenkt mir Trost und Kraft. Ich weiß heute, dass die Gottesmutter Maria, meine Mutter, mich zu Jesus Christus geführt hat. Dafür bin ich ihr einfach nur dankbar. Ich brauche Maria und mir nichts mehr vorzumachen und lerne, besser mit meinen und den Schwächen anderer umzugehen. Und ich glaube, dass sie mich auch durch die Musik immer wieder geführt und beschützt hat. Musik atmet Wahrheit, ist Ausdruck göttlicher Gnade und in gewisser Weise ein Tor, durch das eine Ahnung von Ewigkeit und von der Herrlichkeit Gottes in unsere Herzen strömen kann. Jesus sagt: „Denn wo euer Schatz ist, da ist auch euer Herz.“ (Lk 12, 34) Der Pianist Keith Jarrett hat diesen Gedanken sehr schön weitergeführt: „The music is where the heart is.“
Ein anderer Aspekt des katholischen Glaubens, der mir heilig geworden ist, ist die Tugend der Keuschheit. Was von den meisten noch belächelt wird, ist in Wahrheit eine große Stärke, eine der zwölf Früchte des Heiligen Geistes. Es ist nicht unmöglich und wider die menschliche Natur, ein keusches Leben zu führen und mit dem Sex bis zur Ehe zu warten, sondern eine Gnade, die uns der liebe Gott gewährt, wenn wir Ihn darum bitten. Sexualität ohne Gefühl, ohne wirkliche Bindung, ohne Grenzen, ohne das heilige Sakrament der Ehe, ohne wirkliche Liebe – und so wird sie in der Mehrzahl der Fälle gelebt – führt uns nach meiner Erfahrung in eine innere Not und unweigerlich zu immer größerer seelischer und körperlicher Krankheit. Sie entfernt uns mehr und mehr von unserer Mitte: Isolation, Schmerz, Leid, Trennung, und leider auch oftmals Abtreibung sind die Folgen. Daran kann auch die Verhütung nichts ändern. Das Gegenteil ist der Fall. Je mehr die Verhütung gefördert wird, umso mehr wird auch eine Geisteshaltung gefördert, die das Geschenk der Sexualität in keiner Weise zu erfassen und zu würdigen vermag. Schade, dass sich offensichtlich nur wenige über diese Zusammenhänge im Klaren sind. Seit ich mich bewusst entschieden habe, enthaltsam zu leben, fühle ich mich paradoxerweise männlicher als vorher. Die Enthaltsamkeit gibt uns, Männern wie Frauen, unsere menschliche Würde zurück. Ich glaube, dass eine keusch lebende Jugend, die der durch und durch sexualisierten Bilderwelt unserer Zeit widersteht, uns in eine bessere Zukunft führen kann.
AdD: Du warst Silvester in Medjugorje, was waren Deine dortigen Erfahrungen?
David: Medjugorje hat mich tief berührt. Es war beglückend für mich, mit den anderen Pilgern, aber auch alleine dort zu beten und innerlich still zu werden. Der Friede war für mich sehr stark spürbar in Medjugorje. Einen besonders nachhaltigen Eindruck haben die Aufstiege zum Erscheinungs- und zum Kreuzberg in mir hinterlassen. Auch die fünf Grundlagen für ein gesegnetes und gottesfürchtiges Leben, die Maria den Gläubigen durch ihre Botschaften immer wieder in ihre Herzen legen möchte, nämlich Eucharistie, Rosenkranzgebet, Bibel, Fasten und Beichte, sind für mich seit meinen Erlebnissen in Medjugorje noch mehr zu einer Quelle der Inspiration geworden. Ich schöpfe viel Kraft aus meiner Wallfahrt nach Medjugorje.
AdD: Weltjugendtag in Köln: Du bist aus Luxemburg und wirst auch nach Köln kommen, was erwartest du dir vom Weltjugendtag?
David: Es wird mein erster Weltjugendtag sein, und ich schaue Köln mit großer Vorfreude entgegen. Ich freue mich darauf, mit jungen Christen aus aller Welt nach Köln zu reisen, um dort gemeinsam unseren Herrn Jesus Christus anzubeten. Ich sehe, dass vielerorts die Vorbereitungen auf Hochtouren laufen, was mich sehr freut. Auch in Luxemburg wird viel „Werbung“ für den Weltjugendtag gemacht. Wenn wir alle aktiv im Gebet auf den Weltjugendtag zuschreiten, wird er mit Sicherheit ein Segen sein für alle Pilger. Außerdem wünsche ich mir, dass Papst Johannes Paul II., von den Gebeten seiner ihm anvertrauten Herde getragen, in Freude und guter Gesundheit im August nach Köln kommen kann, um mit uns gemeinsam dieses große Fest unseres Glaubens zu feiern! Ich bete, dass der Herr viele Menschen für sich gewinnt. Und dass wir in Köln eine Bestärkung unseres Glaubens erfahren, die uns ein Leben lang prägen wird.