Liturgie

Das Geheimnis liturgischer Erneuerung

ZZ5BC1F4FC
Aus einem Interview mit dem Präfekten der römischen Gottesdienstkongregation, Kardinal Llovera (Quelle: Die Tagespost/kath.net):

Was empfehlen Sie den Jugendlichen, die neugierig auf die alte Messe sind?

Kardinal Antonio Cañizares Llovera: Die Jugendlichen müssen im Geist der Liturgie erzogen werden. Es wäre ein Fehler, sie auf die eine oder die andere Form in einer polemischen Weise festzulegen. Sie müssen an die Anbetung herangeführt werden und an den Geist des Mysteriums. Ihnen soll der Lobpreis und die Danksagung vermittelt werden – und das Ganze, was die liturgische Feier der Kirche durch die Zeiten ausgemacht hat.

Heute fehlt es den Jugendlichen vor allem an liturgischer Bildung – unabhängig von der Form, die sie besonders verteidigen. Das ist die große Herausforderung für die nahe Zukunft, auch für die Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenlehre. Wir brauchen heute eine neue liturgische Bewegung, so wie es sie im 19. und 20. Jahrhundert gab. Dabei geht es nicht um die eine oder um die andere Form, sondern um die Liturgie als solche.

Und wie kann diese neue liturgische Bewegung Wirklichkeit werden?

Kardinal Antonio Cañizares Llovera: Wir brauchen eine neue Einführung in das Christentum. Auch für Kinder und für Jugendliche. Eine Einführung in die Liturgie besteht nicht nur darin, etwas über die Zelebration zu wissen, obwohl das natürlich unerlässlich im theologischen und doktrinellen Sinne ist. Jugendliche und Kinder sollen an sehr würdig gefeierten Liturgien teilnehmen, die ganz durchdrungen sind vom Mysterium Gottes und sich der Einzelne mit einbezogen weiß. Aktive Teilnahme bedeutet nicht, etwas zu machen, sondern in den Lobpreis und in die Stille einzutreten, in das Hören und auch in das Bittgebet und in all das, was Liturgie wirklich ausmacht. Solange das nicht geschieht, wird es keine liturgische Erneuerung geben. Wir müssen uns um hundertachtzig Grad drehen. Jugendpastoral soll ein Ort sein, an dem Begegnung mit dem lebendigen Christus in der Kirche stattfindet. Wo Jesus Christus als jemand von gestern erscheint, ist weder liturgische Bildung noch aktive Teilnahme möglich. Solange das Bewusstsein für den lebendigen Christus nicht wieder erwacht, wird nichts aus der so dringend notwendigen Erneuerung.


Aus persönlicher Erfahrung kann ich diese Aussagen nur bestätigen. Nur die Begegnung mit Priestern und jungen Menschen, die die heilige Messe mit großer Liebe und im Geist der Anbetung feierten, hat mir ermöglicht, die Schönheit der katholischen Kirche und ihrer wunderbaren Liturgie zu erkennen.
Fußballmessen oder Kuschelmessen mit Lesungen aus dem „Kleinen Prinzen“ hätten mir den Blick auf das Wesentliche verwehrt.

Ich verstehe, dass viele Menschen heute nichts mehr mit der Kirche anfangen können oder gar negative Gefühle gegen sie hegen. Das liegt meiner Meinung jedoch daran, dass die meisten – um es mit Fulton Sheen zu sagen – nicht wissen, was sie eigentlich hassen, oder zumindest verabscheuen. Es tut mir oft in der Seele weh, wenn ich Menschen treffe, die noch ansatzweise an Gott glauben, jedoch überhaupt keinen Draht zur Kirche haben. Bevor ich zurück in die katholische Kirche
gefunden habe, hätte ich mich trotz allem als tief religiösen Menschen bezeichnet – nein, „spirituell“ wäre damals wohl eher mein Ausdruck gewesen, um ja nicht in Verbindung mit der Kirche gebracht zu werden (noch davor war ich stolzer Atheist). Aber ich wusste gar nicht, wie weit meine Seele noch von Gott entfernt war – trotz Meditation, Mantra-singen und beten. Nicht dass ich mich jetzt „überlegen“ fühle, aber zufriedener und glücklicher fühle ich mich. Deshalb wundere ich mich auch nicht über den Radiobeitrag von heute morgen, bei dem ich zufällig erfuhr, dass religiöse Menschen statistisch gesehen die glücklicheren Menschen sind.

Die Liturgie der Kirche führt den gläubigen Menschen immer wieder auf das Wesentlichste im Leben zurück: auf die Liebe zu Gott und zu seinen Mitmenschen. Umso wichtiger ist es, dass die liturgische Zerrüttung der vergangenen 40 Jahre ein Ende nimmt und die Menschen allerorts das Recht auf eine schöne, angemessene und würdig gefeierte Liturgie zurückgeschenkt bekommen. Und das, so wage ich zu behaupten, regelt die Natur dank demographischer Gesetzmäßigkeiten von selbst.


Bookmark and Share

0 Comments

Hochinteressantes Gespräch über die Hl. Messe


O, wie tun diese Worte von Professor Spaemann gut… Ich verstehe nicht, wieso seine Ansichten, die eigentlich leicht nachzuvollziehen und wohl kaum zu widerlegen sind, nicht auch von allen Bischöfen und Priestern so vertreten werden. „Ein Ausblick, der Mut macht“, wie der Journalist am Ende meint – und bezieht sich damit auf die jüngere Generation, die „die alten Vorurteile“ gegen die „Alte Messe“ nicht hat. Vieles von dem, was Prof. Spaemann sagt, kenne ich aus Erfahrung. Dass zum Beispiel junge Eltern gerne in die Alte Messe gehen und so den Glauben an ihre Kinder weitergeben wollen, kann ich unterschreiben. Das Beispiel mit dem Priester, der sich weigert, den ersten Kanon zu beten, kommt mir leider auch bekannt vor.

Werter Leser, der du auf diesen Beitrag gestoßen bist: ich hoffe, dass du dir die halbe Stunde Zeit nimmst, um dir dieses Interview zu Gemüte zu führen! Es lohnt sich. Es wird nämlich eine Zeit des Übergangs kommen: jene, denen die „Gregorianische Messe“ so verhasst ist, werden in den kommenden Jahren nach und nach aussterben, und ebenso werden es die paar wenigen alten Messbesucher tun, die sie noch bei der Stange halten konnten. Wir Jungen wollen - brauchen mehr! Gebt uns die ganze Wahrheit, lasst uns teilhaben an der vollen Schönheit der Liturgie, hört auf, die heiligen Riten der Väter zu kastrieren und zu verschandeln!

Wenn ich mich so reden höre, glaube ich, dass ich früher oder später - eher früher als später - nur noch zur Alten Messe gehen werde. „Wie die Hirschkuh verlangt nach dem Wasser der Quelle, so verlangt, o Gott, meine Seele nach dir.“ (Psalm 42)

6360_1206762615921_1434350917_589598_703436_n

Quelle: Causa Nostræ Lætitiæ


Bookmark and Share

0 Comments

Kinder und die heilige Messe

ZZ081AF415
Über Pater Recktenwalds Fundgrube kath.info bin ich auf das folgende starke Zitat gestoßen:

„Es ist einer der Hauptirrtümer zu glauben, dass es eigene Kinder- oder Familiengottesdienste geben müsse. Es gibt ja auch keine Kinderflugzeuge, Kinderstraßenbahnen und so weiter. Die Kinder können ganz normal am Glaubensleben der Eltern und Erwachsenen teilnehmen. Dadurch, dass man die Kinder ausgliedert und ihnen gleichsam Reservate zuweist, geschieht in Wirklichkeit eine verhängnisvolle Desintegration. Und dieses Problem begegnet uns besonders in Kinder- und Familiengottesdiensten. Ich plädiere daher dafür, dass Kindern die Messe erklärt wird und sie zusammen mit den Erwachsenen am Gottesdienst teilnehmen; sie sich genauso wie die Erwachsenen von der Heiligkeit Gottes berühren lassen. Auf diese Weise überwinden wir die Desintegration und erleben die Kontinuität der Geschichte Gottes mit seinem Volk. Wir haben denselben Gott für Kinder, Erwachsene und Alte. Liturgie und Pastoral dürfen nicht miteinander verwechselt werden. Die liturgischen Formen sind so reich, dass sie jeden ansprechen können.“

Prof. Dr. Albert Richenhagen, Professor für Musiktheorie an der Universität der Künste in Berlin, in einem sehr lesenswerten Interview mit Hinrich Bues in der Tagespost vom 10. Juli 2008.

Als Vater von zwei Kleinkindern mache ich mir öfter Gedanken über den sonntäglichen Messbesuch mit der Familie. Neulich machte jemand mir die Bemerkung, ich sollte meine Kinder doch lieber nur zu Kindergottesdiensten mitnehmen, da sie bei den Messen stören. Nun darf man nicht meinen, dass Antonio und Raphael durch die Kirche rennen oder die ganze Zeit plappern, brüllen, weinen. Nein - aber freilich sind kleine Kinder auch nicht eine ganze Messe lang still, es sei denn, sie schlafen friedlich, und das kommt ab einem gewissen Alter nicht mehr so oft vor.

Ich plädiere dafür, dass junge Familien den Messbesuch nicht säumen, nur weil sie meinen, ihre Kinder seien noch zu klein, oder schlimmer, die Kinder sollten nur in „Kindergottesdienste“ mitgenommen werden. Kinder entwickeln im frühesten Alter einen Sinn für das Heilige, und ich durfte oft erleben, wie die verschiedenen Abschnitte der Messe kleine Kinder tief beeindrucken. Ein Mönch erzählte mir mal, dass seine Berufung auch dadurch gewachsen sei, weil er von klein auf jede Woche mit in die heilige Messe
durfte. Genau: Kinder haben ein Recht auf die heilige Messe, und die Eltern haben die Pflicht, zumindest an Sonntagen einer Messe beizuwohnen, auch wenn die Andacht vielleicht nicht mehr ganz so groß ist wie ehemals ohne Kinder. Dafür sind die Gnaden nicht weniger gering.

Deshalb mein beherzter Zuruf an alle junge Familien mit Kleinkindern: geht zur heiligen Messe und lasst den Sonntagsgottesdienst zu einem zentralen Mittelpunkt für eure Familie werden! Jesus, Maria und Josef, erleuchtet uns, helfet uns, rettet uns!


Bookmark and Share

0 Comments

Gedanken über die tridentinische Messe II

ZZ54BBE130
Mir scheint, dass die Blogoezese mehr und mehr über die tridentinische Messe berichtet. Seit ich dabei bin (also seit April 2009), habe ich bereits auf mehreren Blogs mitlesen dürfen, wie ihre Autoren dabei sind, die überlieferte Liturgie für sich zu entdecken. Ich erinnere mich, dass Elsa mit Begeisterung auf die Strahlkraft der tridentinischen Messe in Campocavallo di Osimo reagiert hat. Der Autor von Commentarium Catholicum scheint von seiner ersten Messe im usus antiquior ebenso positiv berührt gewesen zu sein und hält die Gregorianik gar für den Schlüssel zur Erneuerung der Liturgie. Benita schrieb vor einigen Tagen sehr schön und ausgeglichen über den Alten wie den Neuen Ritus in ihrem Artikel „Tridentinische Messe“. Und dass J.R.R. Tolkien seine Schwierigkeiten mit der Liturgiereform hatte, wundert mich nicht, genausowenig wie die Tatsache, dass der hl. Josemaría Escrivá nach der Liturgiereform den überlieferten Ritus bevorzugte (s. „Escrivá und die hl. Messe“ Teil 1 und Teil 2). Ja, über solche Dinge wird in der katholischen Blogosphäre berichtet. Es bewegt sich etwas in unserer Kirche, und das Motu Proprio Papst Benedikts hat in den vergangenen zwei Jahren unverkennbar zahlreiche spirituelle Früchte hervorgebracht.

Obwohl ich seit meiner Entdeckung der
Schönheit der tridentinischen Liturgie ebendiese der weit verbreiteten „unordentlichen“ Form der Neuen Messe vorziehe (N.B.: anerkannte Formen des römischen Ritus sind die „ordentliche“ und die „außerordentliche“ Form), liebe ich auch den Novus Ordo Missæ – wenn er z.B. so schlicht und erhaben gefeiert wird wie in Heiligenkreuz, wo ich ab morgen wieder zu Gast sein darf. Wird der Ablauf der Messe jedoch – auch nur in Kleinigkeiten – durch den Priester nach seinen persönlichen Vorlieben ummodelliert, was meist unnatürliche Brüche in der Messe erzeugt und die persönliche Andacht behindert, flammt die Sehnsucht nach der tridentinischen Messe in meinem Herzen umso stärker wieder auf. Auch die unnatürliche Gebetsrichtung zum Volk hin, die den Priester beim Beten verlegen in die Menge oder noch verlegener auf den Boden schauen lässt und die meist hässlichen Volksaltäre, die nach bester nachkonziliarer Manier auch noch unästhetisch – weil schmerzhaft unsymmetrisch – mit Kerzen oder Blumenstöcken „geschmückt“ sein müssen, tragen nicht dazu bei, dass ich eine Lanze für den NOM brechen würde. Vor allem aber sind es „die Intoleranz der Liberalen und die Unkenntnis der Unwissenden“, wie ich in meinem Bericht über die tridentinische Messe in Polen schrieb (s.o.), die meinen Gerechtigkeitssinn verletzen und mich anstacheln, mich umso inniger für die Alte Messe einzusetzen. Würden große Teile der Hebelzieher die Tradition nicht so ächten und wäre die Alte Messe innerhalb der Kirche wirklich anerkannt, dann hätte ich diesen Text wohl in einer anderen Tonart verfasst.

So hoffe ich auf jeden Fall fest, dass eine „Reform der Reform“ die Fehlentwicklungen der postkonziliaren Jahre im Laufe der Zeit ausmerzen und dazu beitragen wird, dass der Glaube in rechter Weise und unverkürzt verkündet wird – vor allem durch eine wirklich angemessene Würdigkeit des Ritus. Ich bin überzeugt, dass wir als Katholiken unseren Glauben mit all seinen Auswirkungen auf unser Leben dadurch ernster nehmen und ein glaubwürdigeres Zeugnis ablegen können, als dies zurzeit der Fall ist.

AltarYourView1

Dieses Bild stammt aus einer Werbekampagne von Una Voce, gefunden habe ich es auf Elsas Nacht(b)revier.

Verwandte Artikel:



Bookmark and Share

0 Comments

Die Messe - online!

IMG_5077
Kaplan Johannes Maria Schwarz stellt seit einigen Tagen sein Meisterwerk „Die Messe“ auch online zur Verfügung! Wer also noch nicht zu den 11.000 Besitzern dieser schönen und lehrreichen DVD gehört, kann sich nun über Vimeo tiefer in die Schönheit der katholischen Messe führen lassen. Ein großer Dank an Don Johannes dafür.

IMG_5161
Außerdem möchte ich ein neues Projekt von Johannes Schwarz kurz erwähnen: Quærens, ein 12-teiliger Glaubenskurs auf 6 DVD’s, der 2010 erscheinen soll. In Ars durfte ich in mehreren Katechesen bereits Auszüge des Kurses hören. Natürlich - könnte es anders sein?! - wird das Ganze fantastisch. Bitte betet auch ab und an ein Ave Maria für Johannes, damit seine Arbeit weiterhin gut gelingt und den Menschen viel Segen bringt!



Ach ja, und die Sonntags-Sticker-Alben für das Lesejahr C (also ab Advent 2009) kann man nur noch bis 21. September vorbestellen!

Ähnliche Artikel:


Bookmark and Share

0 Comments

Gedanken über die tridentinische Messe I

ZZ672C9E35
Vor einer guten Woche nahmen wir zum ersten Mal an der alljährlichen Familienfreizeit der Petrusbruderschaft in Blankenheim teil. Hier treffen sich Familien, um während einer Woche „bei guter, froher Atmosphäre an Leib und Seele aufzutanken“, wie es im Programmtext der Petrusbruderschaft heißt. Natürlich ist solch eine Woche nicht ganz stressfrei, vor allem nicht für jene Familien, die mit Kleinkindern unterwegs sind. So wie Martina und ich halt. Dennoch tut dies der Schönheit solch einer „Familienfreizeit“ keinen Abbruch. Genau so wenig die Tatsache, dass die „stillen Messen“ im außerordentlichen Ritus aufgrund der zahlreichen Kinder keine wirklich stillen Messen sind. Es geht eine wunderbare Kraft von der heiligen Liturgie aus, die uns wirklich hat auftanken lassen.

Nachdem ich seit Monaten, ja fast einem Jahr keine alte Messe mehr feiern konnte, war der tägliche Besuch der Messe im tridentinischen Ritus wie ein liturgischer Wellness-Urlaub. Keine Änderungen im Ablauf, kein Streichen von Wesentlichem, kein Hinzufügen von Banalem, keine unnötigen, bösen Überraschungen in der heiligen Messe. Zeit zu beten, Zeit für Stille, nicht die ständige Pflicht, irgendetwas zu tun oder zu sagen. Sich einfach nur hinein versenken können in das Geheimnis des Messopfers Christi. Welche Wohltat, welch eine Gnade, welch ein Segen für eine Familie!

Gleichzeitig kommen in Anbetracht des Schicksals der klassischen Liturgie immer wieder Wut und Unverständnis darüber hoch, wie eine einzige Generation an Bischöfen, Priestern und (Un-)Gläubigen es schaffen konnte, mit einem derartigen Hass soviel Gutes und Schönes zu zerstören. Manchmal denke ich, dass man es nur mit Dummheit erklären kann. Dann wieder vermute ich, dass dahinter ein teuflischer Plan stecken muss. Am Schluss gestehe ich mir ein, dass ich nicht beurteilen kann, was hinter dieser drastischen Wendung steckt, und wohl nie ganz verstehen werde, wie es dazu kommen konnte. Bleibt die Hoffnung und das innige Gebet, dass die Liturgie, die unzählige Heilige während Jahrhunderten aus ganzer Seele geliebt und gefeiert haben (wie der heilige Pfarrer von Ars, an dessen Wirkungsstätte ich diesen Text gerade schreibe), wieder nach und nach mehr Anerkennung, Respekt und vielleicht sogar Liebe erfahren wird. Wir haben einen Papst, der alles Mögliche dafür tut. Mögen wir Christen ihm vertrauen und auf ihn hören.

Verwandte Artikel:



Bookmark and Share

0 Comments

Fußballlieder in der Messe

ZZ0E5FBC41
Interessanterweise habe ich neulich, als ich über die Kasel des neuen Bischofs von Trier berichtete, nebenbei kurz die geplante „Fußballmesse“ unseres Dechants angesprochen. Als ahnte ich, dass es dort einen Zusammenhang geben könnte:

Ein Dechant veranstaltet anlässlich eines Fußballfestes demnächst eine Messe bei uns auf dem Sportplatz. Schade eigentlich, wenn man so eine schöne Kirche im Dorf hat. Muss man da aufs Fußballfeld ausweichen? Als Liedvorschläge für die Messe hat er mir Klassiker wie „Der Ball ist rund“, „Hier kommt die Welle, macht alle mit“ oder „Fi-Fa-Fußball ist ein Superspiel“ zukommen lassen. Die Ministranten sollen wohl in Trikots dienen. Da bleibt einem glatt die Spucke weg…


Wohl oder übel musste ich einen neuen Liedplan zusammenstellen, den ich dem Herrn Pastor mit der Anmerkung schickte, dass ich unter seinen vorgeschlagenen Fußballliedern beim besten Willen keins finden könne, das für die heilige Messe geeignet sei. Über seine Antwort staunte ich dann doch nicht schlecht. Er beruft sich auf Bischof Ackermann und Weihbischof Leo Schwartz:

Sehr geehrter Herr Ianni,

an den Liedern, die ich Ihnen gesandt hatte, haben weder Bischof Dr. Ackermann noch Weihbischof Leo Schwarz für einen Fußballgottesdienst nichts auszusetzen, wird darin doch der Gedanke des fair-play und eines guten Miteinanders angesprochen. Da Sie aber so große Probleme mit solchen Liedern haben bin ich mit Ihrem Liedplan einverstanden.


Daraufhin tat ich, was ich von Anfang an vielleicht hätte tun sollen: ich sagte ihm ab. Wenn es stimmt, dass nicht einmal unser neuer Bischof mit solch einer Messe ein Problem hat (die noch dazu als Gemeindemesse gedacht ist), was hilft da noch diskutieren?

Als Katholik habe ich das Recht auf eine schöne und würdige Messe am Sonntag, die einen angemessenen Rahmen bietet, um Jesus gebührend zu empfangen. Insofern fahre ich diesen Sonntag in eine Kirche und nicht aufs Fußballfeld.

Es gibt einige
wunderbare Schriften zur Kirchenmusik. Da die meisten jedoch „vorkonziliar“ sind, werden sie von fortschrittlichen Klerikern wie unserem Dechant und vielleicht auch unserem Bischof nicht mehr ganz so ernst genommen, schließlich habe die Kirche sich ja „weiterentwickelt“. Also wage ich gar nicht erst, daraus zu zitieren, sondern gebe der Ritenkongregation das Wort, die in der Instruktion über die Musik der heiligen Liturgie „Musicam sacram“ vom 5. März 1967, also einem „nachkonziliaren“ Dokument, folgenden Wunsch äußert:

Es ist zu hoffen, daß Seelsorger, Musiker und Gläubige in der bereitwilligen Annahme und Durchführung dieser Normen den eigentlichen Zweck der Musica sacra zu erreichen bemüht sind, nämlich die „Verherrlichung Gottes und die Heiligung der Gläubigen“.

a) Darum kann nur jene Musik „Musica sacra“ genannt werden, die für die Feier des göttlichen Kultes geschaffen und durch die Heiligkeit und Güte ihrer Formen ausgewiesen ist.

b) Unter dem Begriff Musica sacra kommen hier in Betracht: Der Gregorianische Choral, die alte und neue Polyphonie in ihren verschiedenen Gattungen, Musica sacra, die für die Orgel und für andere erlaubte Instrumente geschaffen wurde, und der kirchliche Volksgesang, der liturgische wie der religiöse.


Ist das so schwer zu verstehen? Steht da etwas von Ausnahmen und Fußballgottesdiensten?!

Je weniger ernst wir unsere Liturgie nehmen, umso weniger ernst werden wir als Katholiken genommen. Eine Banalisierung der liturgischen Feier führt niemanden näher zur Kirche und entfernt uns, die Gläubigen, nur mehr und mehr von den Geheimnissen unseres Glaubens. Dass man das nach 40 Jahren des Rumexperimentierens immer noch nicht gelernt hat!

Liturgie und Musik hängen eng zusammen, wie wir im Schlusszitat von unserem Papst hören werden. Was sagen dann Titel wie „Fi-Fa-Fußball“ oder „Der Ball ist rund“ über die Qualität einer Liturgie aus, die derart infantile Lieder braucht?

In der Tat kann man von Liturgie gar nicht reden, ohne auch von der gottesdienstlichen Musik zu sprechen; wo Liturgie verfällt, verfällt auch die „Musica sacra“, und wo Liturgie recht verstanden und gelebt wird, wächst auch gute Kirchenmusik. (Joseph Kardinal Ratzinger)



Bookmark and Share

0 Comments

Über die Mundkommunion

ZZ5FEC1A50
Ab und zu fallen einem kleine Juwelen der katholischen Literatur in die Hände, die später einen Ehrenplatz im Bücherregal bekommen. Eine solche Perle sind die „Gedanken eines Bischofs aus Zentralasien über die heilige Kommunion“: „Dominus Est - Es ist der Herr “ von Athanasius Schneider, die ich heute gelesen habe. Viele Menschen scheinen eine Sehnsucht nach der Kommunion „cum amore ac timor! (mit Liebe und Ehrfurcht!)“ zu haben: wie man der Seite des Verlags entnehmen kann, ist das Buch nach kurzer Zeit bereits in der dritten Auflage erschienen.

Leider hat man es als bekennender „Mund-Kommunizierender“ nicht immer leicht. Es ist schwer geworden, sich als einziger in einer Kirche zum Kommunionempfang hinzuknien, wo alle stehend die Handkommunion empfangen. Früher ging’s nicht anders: man hat auf der Kommunionbank nebeneinander kommuniziert ohne gleich verständnislosen Blicken ausgesetzt zu sein und Gegenstand des Klatschs zu werden. Das ist heute leider nicht mehr so.

Immer wieder höre ich auch, dass sogar Priester abfällig über Gläubige reden, die den Leib Christi in Form der Mundkommunion empfangen möchten, ja manche Geistliche würden sich wünschen, diese Gläubige nicht mehr in ihrer Kirche zu sehen. Ich erinnere mich, wie mir vor Jahren ein Priester beim Österreichischen Ordenstag (!) glatt die kniende Mundkommunion verweigern wollte. „Stehns auf! Wir sind schließlich erlöste Christen“, maulte er mich an und spendete mir dann doch widerwillig die heilige Kommunion.

Vielleicht könnte die unvoreingenommene Lektüre dieses wertvollen Büchleins vielen Christen helfen, ihre Vorurteile abzubauen und sich der uralten und von den Heiligen gut begründeten Tradition der Mundkommunion zu öffnen. Wenn Kardinal Arinze betont, dass er „das ganze Buch mit großer Freude gelesen“ habe und Erzbischof Malcolm Ranjith, Sekretär der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung, das Vorwort zu Bischof Schneiders Schrift beisteuert, wenn der Papst die Kommunionbank bei den großen Papstmessen wieder einführt - sind all dies nicht Hinweise, die wir als Christen ernst zu nehmen haben?

Ich möchte ein paar Abschnitte aus dem Vorwort von Erzbischof Ranjith zitieren, die das Problem der mangelnden Ehrfurcht vor dem Allerheiligsten verdeutlichen:

„Gemäß der Tradition ist es klar, dass es konsequent und unerlässlich geworden ist, Gesten und Haltungen des Leibes und des Geistes anzunehmen, die das Schweigen, die innere Sammlung, die demütige Annahme unserer Armseligkeit erleichtern vor der unendlichen Größe und Heiligkeit desjenigen, der uns in den eucharistischen Gestalten entgegen kommt. Die beste Art, unseren Sinn für die Ehrfurcht dem eucharistischen Herrn gegenüber auszudrücken, besteht darin, dem Beispiel des Apostels Petrus zu folgen, der sich vor dem Herrn auf die Knie warf und ausrief: „Herr, geh weg von mir, denn ich bin ein Sünder!“ wie das Evangelium uns berichtet. (Lk 5,8)

Nun aber bemerkt man in einigen Kirchen, dass diese Praxis immer mehr verschwindet und die Verantwortlichen nicht nur die Gläubigen nötigen, die hl. Kommunion stehend zu empfangen, sondern sie haben sogar alle Kniebänke entfernt und zwingen so ihre Gläubigen zu sitzen oder zu stehen, sogar während der Erhebung der eucharistischen Gestalten, die zur Anbetung gezeigt werden.
[Siehe zu diesem Phänomen auch meinen Eintrag Happy Birthday, lieber Bischof] Es ist seltsam, dass eine solche Maßnahme in den Diözesen von den Verantwortlichen der Liturgie verfügt wurde oder in den Kirchen von den Pfarrern, ohne auch nur im Geringsten die Gläubigen zu befragen, wo man doch heute mehr denn je in gewissen Kreisen von Demokratie in der Kirche spricht. Gleichzeitig muss man zugeben, dass dies eine Praxis ist, die missbräuchlich und in aller Eile in einigen Gebieten der Kirche sofort nach dem Konzil eingeführt wurde; auf diese Weise veränderte man die vorausgegangene, jahrhundertealte Praxis und die neue Praxis wurde zur Regel für die ganze Kirche. Man rechtfertigte diesen Wandel, indem man sagte, dies entspräche besser dem Evangelium und der alten Praxis der Kirche. Es ist wahr: was man auf die Zunge empfängt, kann man auch auf die Hand empfangen, da dieser Körperteil von gleicher Würde ist. Um diese Praxis zu rechtfertigen, verweisen einige auf die Worte Jesu: „Nimm und iss“ (Mk 14,22; Mt 26,26).

Was auch immer die Gründe sein mögen, diese Praxis zu rechtfertigen, wir können nicht die Augen verschließen vor dem, was auf Weltebene geschieht, wo diese Praxis durchgeführt wird. Diese Geste trägt zu einer schrittweisen zunehmenden Schwächung der Haltung der Ehrfurcht den heiligen eucharistischen Gestalten gegenüber bei. Die vorausgehende Praxis bewahrte besser den Sinn für die Ehrfurcht. Dagegen haben sich ein alarmierender Mangel an Sammlung und ein Geist allgemeiner Unaufmerksamkeit eingeschlichen. Man sieht heute oft Kommunizierende, die an ihre Plätze zurückkehren, so als wäre nichts Außergewöhnliches geschehen. Am meisten zerstreut sind die Kinder und Jugendlichen. In vielen Fällen kann man den Geist der Ernsthaftigkeit und des inneren Schweigens nicht erkennen, der die Gegenwart Gottes in der Seele anzeigen müsste.“

Es gibt von vielen Seiten Bemühungen, Katholiken wieder näher an die Geheimnisse der heiligen Liturgie heranzuführen. Beten wir in diesen Tagen besonders zum Heiligen Geist, dass Er unsere Herzen erfülle und das Herz Seiner Gläubigen mit Seiner Liebe entzünde.

Mögen wir die „flammende Ermahnung“ Johannes Pauls II. verstehen, die er der Kirche in seiner letzten Enzyklika „
Ecclesia de Eucharistia“ gleichsam einem Testament hinterlassen hat:

„Wir müssen mit aller Sorgfalt darauf bedacht sein, keine der Dimensionen oder Erfordernisse der Eucharistie abzumindern. Nur auf diese Weise zeigen wir, dass wir uns wahrhaft der Größe dieses Geschenkes bewusst sind. (…) Es besteht keinerlei Gefahr, die Sorgfalt im Umgang mit diesem Geheimnis zu übertreiben.“ (Nr. 61)



Weiterführende Links: Weihbischof Schneider auf Gloria.tv:


Bookmark and Share

0 Comments

Musik der Anbetung

ZZ473DCB62
Kurz vor der Papstwahl 2005 führte ich mit einem Kollegen ein Gespräch darüber, welche Eigenschaften man sich vom zukünftigen Papst wünschen könnte. Als Musiker hofften wir natürlich, dass auch die Musik ihm ein Anliegen sein würde. Immerhin ist es mit der Kirchenmusik seit den 60er Jahren derart den Bach runtergegangen, dass man sich als Musiker fragen möchte, wieso kein Papst nach Pius XII. eine Enzyklika über die Kirchenmusik geschrieben hat. Man könnte meinen, dass die Kirche dringlichere Probleme habe als die Frage, welche Art von Musik angemessen ist, um in der heiligen Messe zu erklingen. Aber es gibt einen tiefen Zusammenhang zwischen dem Glaube und der Musik der Kirche, wie wir gleich sehen werden.

Nun ist Gott sei Dank mit Papst Benedikt ein wahrer Kenner zum Oberhaupt der katholischen Kirche gewählt worden, der sich auch immer wieder zu Problemen der Kirchenmusik geäußert hat. Einige dieser Schriften wurden 2008 von Franz Josef Stoiber im Herder Verlag in einem schönen Sammelband unter dem Titel „
Im Angesicht der Engel“ veröffentlicht. Es ist erstaunlich, mit welcher Klarheit der „Mozart der Theologie“ (Kardinal Meisner) auch zu diesem Thema profunde Analysen vorgelegt hat.

Die Musik sollte in der Kirche erklingen, um Gott zu loben, nicht um sich selbst in den Mittelpunkt zu stellen. „Liturgische Musik muss demütig sein; ihr Ziel ist nicht der Beifall, sondern die Erbauung.“ - „Musik, die Medium der Anbetung werden will, bedarf der Reinigung; nur so kann sie selbst reinigen und ‚erheben‘“.

Der Papst beruft sich auf den hl. Thomas von Aquin, wenn er schreibt:

„Loben ist selbst eine Bewegung, ein Weg; es ist mehr als Verstehen, Wissen, Tun - es ist das ‚Aufsteigen‘, Rühren an den, der im Lobgesang der Engel wohnt. (…) Solches Aufsteigen reißt den Menschen heraus aus dem, was gegen Gott steht. Wer die verwandelnde Macht großer Liturgie, großer Kunst, großer Musik je erfahren hat, weiß dies. Das tönende Lob führt uns und andere zur Ehrfurcht“ (…) und „weckt den inwendigen Menschen auf.“

Welcher Art sei nun dieses klingende Lob? Um eine Antwort auf diese Frage zu finden, muss man zuerst eine tieferes Verstehen für die Liturgie gewinnen: „Der Streit um die Kirchenmusik wird symptomatisch für die tiefere Frage, was Gottesdienst sei.“ Liturgie sei natürlich „für alle da. (…) Sie muss daher ‚einfach‘ sein. Aber das Einfache ist nicht das Billige. Es gibt die Einfachheit des Banalen, und es gibt die Einfachheit, die Ausdruck der Reife ist. In der Kirche kann es nur um diese zweite, die wahre Einfachheit gehen.“

Ein Problem sei das falsche Verständnis der „participatio actuosa“, die tätige Teilnahme des ganzen „Gottesvolkes“ an der Liturgie. „Aber dieser Begriff ist doch nachkonziliar einer fatalen Verengung verfallen. Es entstand der Eindruck, als ob tätige Teilnahme nur da vorliege, wo feststellbare äußere Aktivität - Reden, Singen, Predigen, liturgische Assistenz - vorliegt.“ Aber, „ist Vernehmen, Aufnehmen, Ergriffensein nichts Aktives“?

Ohne den Raum der Stille in der Liturgie kann die Seele ihr Herz nicht zu Gott erheben. Wer ständig in äußere Tätigkeiten wie aufstehen, setzen, knien, reden, singen usw. eingebunden ist, wird schwer innerlich zur Ruhe kommen können. Manchmal scheint es mir, als hätte man nicht nur in der säkularen Welt, sondern auch in der Kirche Angst vor allzu langer Stille und Schweigen. Wenn wir schweigen, heißt das noch lange nicht, dass Gott schweigt. Wir müssen hörende Christen werden. Um dorthin zu kommen, müssen wir den Weg der Reinigung gehen und
das Hören sowohl von Musik als auch von Stille neu erlernen.

Dadurch wird unser Herz für Gott bereitet und wir werden nach und nach von selbst ein besseres Verständnis für den angemessenen Duktus einer Musik, die Gott in würdiger Weise preist, gewinnen können. Der Gläubige muss der heiligen Messe in einer Haltung tiefen inneren Gebets beiwohnen. Nur der wahre Beter kann „den Vater anbeten im Geist und in der Wahrheit“ (vgl. Joh 4,23).

Leider kann nicht jeder diesen Weg so einfach beschreiten. Was ist, wenn man nicht zur Ruhe kommen kann in der Messe, wenn es einem einfach nicht gelingt, das Herz zum Gebet zu erheben? Genau in diesem Fall kann die Kirchenmusik ihren höchsten Dienst erfüllen: „Sie legt den verschütteten Weg zum Herzen, zur Mitte unseres Seins frei, dahin, wo es sich mit dem Sein des Schöpfers und des Erlösers berührt. Wo immer dies gelingt, wird Musik die Straße, die zu Jesus führt; der Weg, auf dem Gott sein Heil zeigt.“

Eine liturgische Musik, die diesem Anspruch zweifelsohne gerecht wird, ist der Gregorianische Gesang. Leider haben viele Katholiken den Zugang zu dieser wahrhaft himmlischen Musik verloren. Das ist mehr als bedauerlich, darf aber nicht so einfach von unseren Bischöfen und Priestern hingenommen werden. Sie mögen unsere Pfarreien und besonders unsere Kirchenchöre an das II. Vatikanische Konzil erinnern, das in der Konstitution über die heilige Liturgie „
Sacrosanctum Concilium“ „den Gregorianischen Choral als den der römischen Liturgie eigenen Gesang“ vorsieht, weshalb er „in ihren liturgischen Handlungen, wenn im übrigen die gleichen Voraussetzungen gegeben sind, den ersten Platz einnehmen“ soll. Ich stelle leider immer wieder fest, dass dem Gregorianischen Choral in unseren Kirchen oft der letzte Platz zugewiesen wird.

Nach dem Gregorianischen Choral kennt die Kirchenmusik in ihrer Tradition natürlich noch viele andere Gesänge, die in der Lage sind, das Herz der Gläubigen für Gott zu öffnen, seien es nun anspruchsvolle Chormessen oder einfache Gemeindelieder.

Abraten möchte ich jedoch vom Neuen Geistlichen Lied, das viel an Ehrfurcht in unserer Kirche zerstört hat. Gero Vehlow schreibt in seinem lesenswerten Buch „
Maria in der Musik“: „In der Kirchenmusik hat es im Zeitraum von weniger als vier Jahrzehnten ein so starkes Absinken des Niveaus gegeben wie in keiner anderen musikalischen Gattung.“

Hier besteht ein viel zu wenig beleuchteter Zusammenhang zwischen u.a. dem Schwund der Mundkommunion, der Hochaltäre und Kniebänke und letztlich dem Glauben der Menschen im allgemeinen und der Einführung mehr und mehr „kreativer Elemente“ und „Zusammengebasteltem“ in der heiligen Liturgie der Kirche, die den Kirchgängern das Gefühl wahrer Anbetung immer fremder hat werden lassen. Poplieder und Neues Geistliches Lied sind ein Ausdruck dieser Strömung. Natürlich haben auch Einflüsse von außen, wie die wandelnden Wertvorstellungen der Gesellschaft und die falsche Definition von Freiheit zu dieser Entwicklung beigetragen. All dies kann ich hier nur kurz andeuten, da es sonst den Rahmen sprengen würde.

Bleibt zu hoffen, dass die untrennbare Verbindung zwischen Ehrfurcht vor dem Allerheiligsten und ihrem würdigen Ausdruck durch die Sprache der Musik aufs Neue besonders von jungen Christen wiederentdeckt wird, damit die Kirche eine Neubelebung des Glaubens erfahre.


Bookmark and Share

0 Comments

Die Kasel des Bischofs

ZZ636F0AEC
Seit vergangenen Sonntag hat das Bistum Trier einen neuen Bischof. Die Kasel, die Bischof Stephan Ackermann bei seiner Einführung ins Bischofsamt - freiwillig oder unfreiwillig - getragen hat, sorgte in der katholischen Bloggerszene für einige gewürzte Beiträge.

Den Anfang machte Summorum Pontificum:

„Das Gewand, das der Bischof zu dieser feierlichen Gelegenheit trug, ist dem Vernehmen nach ein Geschenk des Domkapitels und entspricht zweifellos dem Geschmack des in Trier ansässigen Deutschen Liturgischen Instituts.“

Das Liturgische Institut hat in der Vergangenheit vielmals die Grenze des Erträglichen überschritten. Ein „Gestaltungswettbewerb“ namens „LiturgieGewänder“ (sic!) entlockte unserem hoch geschätzten Kaplan Johannes Maria Schwarz einen lesenswerten Kommentar, der im April 2005 in den Amici-News erschienen ist:

„Genuin Christliches ist (in diesen Entwürfen) nämlich wenig zu finden – ein Vorteil, möchte man meinen, wenn man sich das Gotteshaus vielleicht mit Hindus teilen will – ach nein, das geht ja nicht, weil andere Religionen ihren Götzen, nicht das Billigste und Hässlichste vorsetzen.“

Über die Kasel berichtet haben auch Mater amata, Elsa, Pater Siegfried und zu guter Letzt Karmelblume, der viele interessante Fotos zum Thema gesammelt hat (gut, auf das Bild von Williamson hätte ich verzichtet).

Man fragt sich, was in unserer Kirche los ist? Wo ist die Liebe zur heiligen,
schönen Liturgie geblieben? Papst Benedikt XVI. hat vom „Frösteln“ gesprochen, „das einem die glanzlos gewordene nachkonziliare Liturgie einjagt“ und von der „Langeweile, die sie mit ihrer Lust zum Banalen wie mit ihrer künstlerischen Anspruchslosigkeit auslöst“ (aus: Im Angesicht der Engel, S. 17). Er bezieht sich in diesem Satz vorrangig auf die Kirchenmusik, aber die Ästhetik der Kasel steht mit der Ästhetik der Musik durchaus in Verbindung.

Eine kleine Anekdote am Rand: Ein Dechant veranstaltet anlässlich eines Fußballfestes demnächst eine Messe bei uns auf dem Sportplatz. Schade eigentlich, wenn man so eine schöne Kirche im Dorf hat. Muss man da aufs Fußballfeld ausweichen? Als Liedvorschläge für die Messe hat er mir Klassiker wie „Der Ball ist rund“, „Hier kommt die Welle, macht alle mit“ oder „Fi-Fa-Fußball ist ein Superspiel“ zukommen lassen. Die Ministranten sollen wohl in Trikots dienen. Da bleibt einem glatt die Spucke weg…

Geben wir vielleicht Papst Benedikt noch einmal das letzte Wort. Er scheint mir doch ein tieferes Verständnis von Liturgie zu haben als der besagte Dechant:

„Wo immer man bei liturgischen Besinnungen nur darüber nachdenkt, wie man Liturgie attraktiv, interessant, schön machen kann, ist Liturgie schon verfallen. Entweder ist sie Opus Dei mit Gott als dem eigentlichen Subjekt oder sie ist nicht“ (aus der Ansprache des Papstes in Heiligenkreuz am 9. September 2009).



Bookmark and Share

0 Comments

Die Messe.org

Es gibt wieder Neuigkeiten von Kaplan Johannes Maria Schwarz, dessen Projekt „Die heilige Messe“ ich kürzlich schon vorgestellt habe:

Wie angekündigt melde ich mich nun mit ersten Einblicken und einer anderen guten Nachricht: Die preiswerte DVD ist noch preiswerter geworden - und dies gleich in doppelter Hinsicht. Die große Nachfrage und gute Konditionen bei der Vervielfältigung erlauben mir die DVDs schon ab 1,39 Euro abzugeben. Einzelne Pakete wurden angepasst (12 statt 10 und 33 statt 25 Stück zum gleichen Preis). 100 Stück kosten nun statt 190 Euro nur mehr 139 Euro. Zweitens entfällt das Porto: Gratisversand für ganz Europa! Auf www.diemesse.org finden Sie ab sofort 7 Minuten Ausschnitte aus der DVD (auch wenn diese Ausschnitte für die Endfassung noch etwas Polieren und Nachbearbeitung erwartet).

Absolute Kaufempfehlung!




Bookmark and Share

0 Comments

Happy Birthday, lieber Bischof…

ZZ37CD70CE
Heute Abend fand ich eine Email einer frustrierten Messgängerin in meiner Inbox vor, die ich hier (anonym natürlich) zitieren möchte. Die gute Frau ist nach Luxemburg zur Muttergottes-Oktave gepilgert, wie man das als Luxemburger jedes Jahr nach Ostern zu tun pflegt. Enttäuscht schreibt sie mir:

„Ich meine, ich gehe bald auch wieder in die traditionelle Messe (kleine Anmerkung: das klingt so, als würde ich dorthin gehen. Diesen Luxus habe ich leider nicht). Dort wird dem
Bischof in der Kathedrale nicht das Happy Birthday gesungen und er bekommt nicht von jedem Kind eine Blume überreicht, sondern bekommt dort die Muttergottes die Rosen und zum Schluss ein Marienlied“.

Liebe XXX, ich möchte Dir mein Mitleid bekunden, nur zu gut kenne ich derart frustrierende Messen mit unserem Erzbischof. Ich erinnere mich nur zu gut, wie vor einigen Jahren ein Dankgottesdienst nach dem Weltjugendtag in Köln abgehalten wurde, der vor kreativen Ideen nur so trotzte. Während der ersten Viertelstunde (nach der langen Predigt am Anfang - die Priester scheinen vergessen zu haben, dass man die Predigt nach dem Evangelium hält) spielten einige Jugendliche einen Sketch, das zum erbaulichen Inhalt ein dummes Gespräch über das Dosenfutter aus Köln hatte. Es sollte wohl irgendwie im Zusammenhang mit dem Kyrie stehen. Ja, Herr, erbarme Dich! Die Musik hätte im übrigen gut zu einer Party gepasst, nicht jedoch in die heilige Messe. Trotz klarer Anweisungen der Päpste, die nicht aus blinden Vorschriften, sondern aus vernünftig belegten Argumenten bestehen, finden manche Priester doch immer wieder Rechtfertigungen für das Niveaulose in der katholischen Liturgie.

Ein weiteres Problem, das ich neulich bereits in einer
luxemburgischen Talkshow ansprach, ist die Verdrängung der Kniebänke in luxemburgischen Kirchen. Ja, liebe Leser, was viele von euch sich vielleicht gar nicht vorstellen können, ist in Luxemburg bittere Realität: man kniet nicht mehr vor Gott, die Menschen sitzen auf ihrem A…llerwertesten und stehen (wenn überhaupt) zur Wandlung auf - ganz ehrfürchtig natürlich. Nach den Wandlungsworten zieht die Schwerkraft die Mehrzahl der luxemburger Hintern wieder auf ihre gepolsterten Stühle zurück. Sollte mal ein Verrückter wie ich dort zur Messe gehen und sich - o Gott - tatsächlich auf die Fliesen knien, stehen die stehenden Christen unter Schock. So schrieb mir neulich eine Bekannte, mit der ich in Luxemburg zur Messe war: „Am besten gefiel mir freilich, wie deine diversen Kniefälle eine Vielzahl von Leuten regelrecht schockiert haben.“

Ich frage mich immer, wie es dazu kommen konnte. Wie konnten Priester und Bischöfe es zulassen, dass das kniende Beten aus der Kirche verbannt wurde? Dort im heiligen Raum wird die heiligste aller Handlungen vollzogen, und wir kleinen Würmlein dürfen daran teilhaben, dürfen Kraft aus dem Opfer Christi schöpfen. „Da kommt es einem ganz von selbst, dass man vor Ihm nicht stolz dastehen darf. Man möchte die eigene Gestalt tiefer machen, damit sie sich nicht so anmaßend aufrecke - und sieh: schon ist die Hälfte ihrer Höhe geopfert: der Mensch kniet. Und ist es seinem Herzen noch nicht genug, so mag er sich noch beugen dazu.“ (Romano Guardini)

Der heilige Paulus schrieb bereits vor 2000 Jahren, dass „alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde ihre Knie beugen“ sollen „vor dem Namen Jesu“. „Nur die Luxemburger nicht“ lese ich nirgends im Philipperbrief. Gott sei Dank lebe ich jenseits der Grenze in der schönen Eifel, wo die Kirchen wenigstens noch Kniebänke haben.

UPDATE: Mir wurde mittlerweile mitgeteilt, dass das ganze Geburtstagstheater dem Bischof auch keinen Spaß gemacht haben soll. Ich möchte Erzbischof Franck ja auch kein Unrecht tun. Vielleicht war es so, dass die ganze Aktion von irgendwelchen kreativen Köpfen ausgedacht und geplant wurde und der Bischof davon nichts wusste. Mit dem Theater in der WJT-Messe muss es wohl ähnlich gewesen sein. Vielleicht sollte er seine Mitarbeiter auf eindeutige Richtlinien aus dem Vatikan hinweisen, um derartiges Getue in der Messe von vornherein zu vermeiden.

Bookmark and Share

0 Comments

Die Schönheit der tridentinischen Liturgie

ZZ665B2B0A
Wie ich den tridentinischen Ritus entdeckt habe.

Krakau im Juli 2005: ein junger Priester ist zusammen mit mir und einigen anderen Pilgern am späten Nachmittag auf der Suche nach einer freien Kirche, um dort mit uns die Messe im tridentinischen Ritus zu feiern. Obwohl ich bereits bei einer so genannten „Alten Messe“ dabei gewesen bin, die mich damals nicht sonderlich berührt hat (was wohl u.a. am schlechten Gesang und an der weiten Entfernung zum Altar gelegen hat), steckt mich nun der Eifer meiner Freunde an. Etwas Besonderes scheint in der Luft zu liegen. Nach unzähligen Kirchen, in denen Messe gefeiert oder angebetet wird (wo gibt es das noch?!), finden wir dann endlich eine Kirche mit einer herrlichen barocken Seitenkapelle, die dem heiligen Hyazinth von Polen geweiht ist und in der uns gestattet wird, die heilige Messe zu feiern. Ein junger Mann in Soutane richtet erhaben schweigend alles für uns her.

Da keiner von uns zu ministrieren weiß, liest der Priester, der nach einigen Minuten der Sammlung nun prachtvoll gekleidet vor den Altar schreitet, alle Texte selbst, mal still, mal laut. Das gemurmelte Gebet und die Andacht der Anwesenden entrücken mich zusehends mehr. Ein Schleier scheint sich langsam und schwer vor mir zu erheben, so als ob ein Engel mich in die Heiligkeit und Schönheit dieses Ritus einführen wollte. Unscharf werden die Grenzen von Zeit und Raum und ich fühle mich in einen zeitlosen, göttlichen Lobpreis hineinversetzt. Die Anmut der Bewegungen des Priesters, das Ineinanderfließen der Gebete und Gesänge sowie die Schönheit der Kapelle erheben mein Herz gleichsam in einem göttlichen Dreiklang und öffnen es weit für diesen kostbaren Schatz der katholischen Kirche.

Es war eine heilige Messe, die ich nie wieder vergessen werde. Mit einem Schlag hatte ich verstanden, dass hier nicht der Priester einfach mit dem Rücken zum Volk die Messe für sich feiert, während wir Laien uns zwangsläufig langweilen müssten, teilnahmslos einem antiquierten Schauspiel beiwohnend. Nein, wir beteten gemeinsam zu Gott, unserem Herrn und Erlöser, jeder auf seine - seiner Berufung angemessene - Art.

Was das Ohr nicht versteht, erfasst das Herz auf mystische Weise. Später habe ich oft tridentinische Messen mit dem Schott mitgefeiert, so dass mir nach und nach viele Feinheiten und Schönheiten mehr erschlossen wurden. Auch die Vertrautheit mit dem Ablauf und den Texten des Neuen Ritus, oder des „ordentlichen Ritus“, wie wir diesen nun nennen dürfen, hat sehr dazu beigetragen, dass ich manches, was im „außerordentlichen Ritus“ schleierhaft erscheinen könnte, besser verstehen kann.

Ich glaube nicht, dass man den einen gegen den anderen Ritus gegeneinander ausspielen sollte, aber ich bin fest davon überzeugt, dass das Kennenlernen der „Alten Messe“ für jeden Katholiken, der die Kirche liebt, von enormem Wert sein kann. Wie viele Heilige vor uns die Messe in genau dieser Form geliebt und gefeiert haben, kann man gar nicht ermessen. Diese Messe erscheint mir im Gesamten als größtes und tiefstes geistiges Kunstwerk der Geschichte. Wer einmal die Größe und Schönheit der Tridentinischen Messe erfahren hat, wird nicht umhin kommen, jede Messe im „Novo Ordus Missæ“ an diesem „Modell“ zu messen. Ich liebe die Messe im Neuen Ritus, würde mir jedoch sehr wünschen, dass die Liturgie nach dem Missale von Papst Johannes XXIII. die Anerkennung erfahren würde, die ihr zusteht. Das Motu Proprio „Summorum Pontificum“ Papst Benedikts XVI. vom 7.07.2007 ist ein großer und visionärer Schritt in diese Richtung. Möge die Intoleranz der Liberalen und die Unkenntnis der Unwissenden weichen zugunsten einer umfassenden Liebe für die zeitlosen Schätze der katholischen Kirche, zu der die Tridentinische Messe zweifellos zählt und immer zählen wird.


Bookmark and Share

0 Comments

Warum der Papst Möhren empfiehlt

ZZ2C9D8771
Der „ordentliche Ritus“ sollte ordentlich gefeiert werden, der Tridentinische Ritus sollte den Katholiken verständlich erklärt werden (ursprünglich erschienen auf www.kath.net).

Am 7.7.2007 veröffentlichte Seine Heiligkeit Papst Benedikt XVI. ein Motu Proprio demgemäß der Missstand in der katholischen Kirche abgeschafft werden soll, dass Priester eine Sondergenehmigung ihres Bischofs benötigen, um die heilige Messe in ihrer vorkonziliaren Form feiern zu dürfen.

Eine offensichtliche Abneigung gegenüber der tridentinischen Messe ist bei vielen geistlichen Würdenträgern, Priestern und Theologen festzustellen. Daraus resultiert oftmals eine Diskriminierung der Gläubigen innerhalb des Volkes Gottes, die sich vom so genannten „Alten Ritus“ angezogen fühlen.

Umso enttäuschender ist nun
die Stellungnahme unseres Erzbischofs Fernand Franck, der die „Alte Messe“ als Schatz der katholischen Kirche und der christlichen Kulturgeschichte schlechthin nicht zu würdigen weiß, sondern in seinem zwei Drittel des Textes einnehmenden „Bekenntnis zur liturgischen Erneuerung“ fast ausschließlich die Vorzüge der erneuerten Liturgie gegenüber der tridentinischen Messe hervorhebt und dabei auch noch behauptet, dass „die von Papst Benedikt XVI. in seinem Brief vom 7. Juli 2007 an die Brüder im Bischofsamt erwähnten Entstellungen“ … „in Luxemburg gottlob selten sind“.

Folgende Begebenheiten sind keine Seltenheit, sondern stehen an der Tagesordnung in den Kirchen Luxemburgs: Man geizt am „Tisch des Gotteswortes“ und streicht mal Sonntags eine Lesung – entweder um Zeit zu sparen oder um sie durch ein Schauspiel zu ersetzen. Priester verändern hier und da die vorgegebenen Messtexte, mal wird der Friedensgruß weggelassen, mal am Hochgebet rumgebastelt, mal an möglichst vielen anderen Stellen versucht, kreativ zu sein. Kommunionhelfer werden eingesetzt, obwohl keine Notwendigkeit dazu besteht. Am Altar bedient man sich wie an einer Bar und taucht den Leib Christi eigenhändig in den Kelch mit dem Blute Christi ein. In vielen Kirchen Luxemburgs sind die Kniebänke entfernt worden, so dass sogar das Knien bei der Wandlung, was wenigstens hier noch die Ehrfurcht vor Gott in Seiner leiblichen Gegenwart zum Ausdruck bringen sollte, den meisten Gläubigen fremd geworden ist. Die Liste ließe sich weiter fortsetzen. „Wo immer man bei liturgischen Besinnungen nur darüber nachdenkt, wie man Liturgie attraktiv, interessant, schön machen kann, ist Liturgie schon verfallen. Entweder ist sie Opus Dei mit Gott als dem eigentlichen Subjekt oder sie ist nicht.“ Diese Worte des Papstes anlässlich seines Besuchs im Zisterzienserstift Heiligenkreuz am 9. September 2007 treffen nicht nur auf die Gottesdienste außerhalb, sondern leider vielmals auch innerhalb Luxemburgs zu. Hier sollte man nicht die Augen verschließen.

Es sollen nun jene Priester streng überwacht werden, welche die Messe nach dem tridentinischen Ritus feiern wollen, um auf Nummer sicher zu gehen „dass die außerordentliche Form der Messe“ nicht als „Ausdruck bestimmter gesellschaftlicher oder politischer Positionen und Strömungen und somit als ‚Flagge‘ kirchenfremder Anliegen missbraucht wird“. Paradoxerweise wird zum Seelenheil der Gläubigen nicht sichergestellt, dass die Mitarbeiter der katholischen Kirche in Luxemburg treu zur Lehre der Kirche stehen. Es ist kein Geheimnis, dass Theologen in Luxemburg den Papst in seinem Engagement für den Erhalt traditioneller Werte ablehnen und hier eine neue Art der „integralen Spiritualität” zu kreieren versucht wird, die mehr mit Esoterik als mit gesundem katholischen Glauben zu tun hat.

Wer sich in Luxemburg nicht den modernistischen Strömungen des Zeitgeistes anpasst, wird von den so genannten Liberalen aufs Äußerste angegriffen und verleumdet. Dies ist die traurige Realität, die der Verfasser erlebt. Ich bekenne mich zum II. Vatikanum und zum ordentlich gefeierten „ordentlichen Ritus“. Der in der Theorie nie abgeschaffte und jetzt wieder frei zugänglich gemachte Tridentinische Ritus ist mir persönlich jedoch lieber und sollte in seiner Tiefe und seinem Reichtum den gläubigen Katholiken tatsächlich leichter zugänglich gemacht und auch schmackhafter und verständlicher nahe gebracht werden als dies Seine Exzellenz in der Stellungnahme vom 8. September 2007 getan hat.

Um es salopp auszudrücken: Wenn der Papst wieder mehr Möhren anbieten möchte, muss man jetzt nicht versuchen, um jeden Preis Kartoffeln zu verkaufen. Warum setzt sich der Papst für Möhren ein, welche Vitamine enthalten sie und wie wirken sich diese auf den (geistlichen) Organismus des Menschen aus? Das wären zu diesem Zeitpunkt meines Erachtens nach die entscheidenden Fragen.


Bookmark and Share

0 Comments