MusicMonday: Ballade Nr. 3 op. 78

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Vorgeschichte

Die dritte Ballade ist Liebeslied und Gebet zugleich. Ich komponierte sie im Mai 2005 für meine Angebetete, die jedoch immer noch Klosterpläne hegte (s. Love Story 2) und mir recht wenig Grund zur Hoffnung gab. Zur gleichen Zeit hatte die Lebensschutzorganisation Jugend für das Leben mich gebeten, ein Benefizkonzert in Wien zu spielen. Dieser Bitte bin ich wegen der unterstützenswerten Sache natürlich gerne nachgekommen. Ich freute mich jedoch auch besonders, dass Martina im Publikum sitzen würde, denn ich wollte hier meine neueste Komposition uraufführen und sie damit überraschen und davon überzeugen, dass ich „die richtige Wahl“ für sie sei. Nach dem Konzert zerplatzten erst einmal all meine Hoffnungen, so leicht war Martina nicht umzustimmen. Da half auch die schönste Musik nichts. Oder doch? Ich denke, die Wirkung zeigte sich dann doch wohl langfristig, schließlich heirateten wir anderthalb Jahre später…

Die Aufnahme des Stückes stammt vom Benefizkonzert (30. Mai 2005) und ist leider nicht von bester Qualität. Auch der Flügel war nicht in guter Verfassung. Doch
authentisch ist die Aufnahme auf jeden Fall. Ihr könnt euch vielleicht vorstellen, mit wieviel Herzblut ich das Stück in jenem Konzert spielte!

Die Musik

Das Hauptthema wird aus zwei Noten abgeleitet: B-G. Der kleine Terzsprung ist hier allerdings mehr als ein Kuckucksruf. Von ihren österreichischen Freunden wurde Martina „BG“ – Abkürzung für „Bayern Girl“ – gerufen, freilich auf englisch ausgesprochen. „O“, dachte sich der Verliebte, „
das ist ein Motiv!“, und machte sich an die Arbeit:

Ballade Nr. 3 op. 78 by davidianni

Abschnitt I. Nachdem das Thema erklungen ist, wird es von der linken Hand gespielt, während die rechte ein neues Motiv im Kontrapunkt dazu spielt (0'20''). Dieses Motiv könnten wir als „Josefsthema“ bezeichnen, da es als Anrufung an den hl. Josef gedacht ist. (Anm.: alle Themen der dritten Ballade basieren auf Worten, Gebeten oder Liebeserklärungen. Natürlich sollen nicht alle hier offenbart werden, da sie allein der Widmungsträgerin zugeeignet sind.) Das schöne Thema wird weitergesponnen und in immer neuen Varianten gespielt, mal sehnsuchtsvoll und zurückhaltend, dann leidenschaftlich und fordernd. Bei 2'12'' wird der hl. Josef wieder um seine Fürsprache gebeten. Es kommt zu einer ersten Gebetserhörung: das Thema erscheint über den fließenden, absteigenden Noten der linken Hand sanftmütiger als zuvor (2'45'') und leitet über in ein neues Thema, das den zweiten Abschnitt der Komposition einläutet.

Abschnitt II. Es ist das „Hochzeitsthema“, denn es basiert auf einem wunderbaren Hochzeitsgedicht einer befreundeten Dichterin (ja, ich habe alle Mittel in dieser Komposition angewendet, um meiner Vision Ausdruck zu verleihen!). In der linken Hand werden immer wieder Abwandlungen des BG-Motivs gespielt. Etwas später, bei 4'40'', erreicht das Stück einen emotionalen Höhepunkt: die linke Hand spielt in vollen Akkorden ein neues Thema, und zwar ein Gebet an die Heilige Familie („Jesus, Maria, Josef, erleuchtet uns, helfet uns, rettet uns“). In der rechten Hand erklingt gleichzeitig das jubilierende Hochzeitsthema, das in Oktavläufen zum Josefsthema überleitet, das nun das Gebet an die Heilige Familie umspielt (5'04''). Die Emotionen legen sich nach und nach wieder, Besinnung kehrt ein. Ein weiteres Thema gesellt sich hinzu: das „Ave Maria“ der Missa Amicorum, das vertrauensvoll im Diskant angestimmt wird (5'37''). Während das Ave Maria andächtig gebetet wird, erscheinen in der Mittelstimme Fragmente aller bisher erklungenen Themen. In der Unterstimme kann man verhaltene „BG“-Rufe hören.

Abschnitt III.
In dieser entrückten Stimmung kehrt bei 7'30'' das Hauptthema in seiner ursprünglichen Form zurück und der dritte, abschließende Teil wird eingeleitet. Mit einem Melodiefragment des Hochzeitsthemas steigt die Musik in die Höhe auf einen lichten D-Dur-Akkord (8'20''). Von dort erklingt der BG-Ruf wehmütig hinunter. Auch eine getrübte Version des „Ave Maria“ wird kurz angestimmt (8'37''). Das Josefsthema kippt die Stimmung, reißt uns aus diesem Anflug von Melancholie heraus (8'53'') und führt uns in eine entfernte Tonart, in der das BG-Motiv unzählige Male im Kanon ertönt (9'08''). In den Schlusstakten (ab 9'29'') erscheinen das „Ave Maria“ (links) und das Gebet an die Heilige Familie (rechts) ein letztes Mal und führen friedvoll zu den beiden Schlussakkorden.

Hier geht's zur ersten Ballade und zur zweiten Ballade.


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Zum 101. Geburtstag von David Oistrach…

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…möchte ich zu später Stunde noch eine wundervolle Aufnahme dieses Ausnahmekünstlers posten. Schwer bei den vielen herrlichen Videos, die sich von David Oistrach auf YouTube finden, ein Stück auszuwählen. Ich habe mich für den wunderschönen zweiten Satz aus dem Doppelkonzert BWV 1043 in d-moll von Johann Sebastian Bach entschieden, den er hier kongenial mit Yehudi Menuhin interpretiert. Menuhin durfte ich als Kind noch live erleben, als er in Straßburg ein Jugendorchester mit Beethoven-Symphonien dirigierte. Nach dem Konzert bekam ich in der Loge von dem kleinen großen Mann (ich schätze, dass er nicht größer als 1,55 war) sogar ein Autogramm. Oistrach starb noch vor meiner Geburt. Wie gerne hätte ich diesen Mann live spielen gehört!




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Only You - Gib der Liebe eine Chance!

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Bereits Gabriele Kubys erstes Buch zum Thema Liebe und Sexualität, „Ausbruch zur Liebe“, habe ich mit Begeisterung und großem Gewinn gelesen. In ihrem neuen Buch „Only You“, das diesen Sommer erschienen ist, widmet sich die Publizistin und Mutter von drei Kindern erneut diesem grundlegendsten Thema der menschlichen Existenz, dieses Mal jedoch noch prägnanter und gebündelter als in „Ausbruch zur Liebe“.

Das Büchlein umfasst gerade mal 80 Seiten und richtet sich an junge Menschen, die auf der Suche nach erfüllter Liebe sind. Also wohl an alle Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die offen und mutig genug sind, sich mit Ideen auseinanderzusetzen, die ihr Leben von Grund auf verändern können. Der Leser wird von der Autorin behutsam und doch zielsicher in Gedankengänge zum Thema Liebe, Freundschaft und Sexualität eingeführt, die für viele vielleicht neu und ungewöhnlich sein werden, aber dennoch leicht nachvollziehbar bleiben. Das Buch ist in einem sehr persönlichen Ton gehalten und lädt auf unaufdringliche Weise auf ein imaginäres Gespräch mit der Autorin ein, das „ungefähr so lang wie ein Besuch“ dauert. Wer sich darauf einlässt, wird bald spüren, dass hier jemand schreibt, dem es nicht um Verkaufsquoten, sondern aufrichtig um das Wohl des Adressaten geht. So fehlt dem Buch beispielsweise jeglicher Hinweis auf Gabriele Kubys anderen (äußerst empfehlenswerten!) Bücher oder sonstige Eigenwerbung, die Büchern aus der Sparte „Ratgeber“ sonst meist zu eigen ist.

Mit Beginn der Pubertät wächst der Sexualtrieb und die Frage nach Sex und Liebe gerät mehr und mehr in den Vordergrund des jungen Menschen. Die Möglichkeit, damit verantwortungsbewusst und klug umzugehen, um sich unnötige Verletzungen zu ersparen und einen Grundstein für eine lebenslange, glückliche Partnerschaft zu legen, wird den Jugendlichen unserer Zeit jedoch kaum mehr vermittelt. Was die „sexuelle Aufklärung“ des Mainstream propagiert und als „Liebe“ verkauft, sind Ideologien über Sexualität und deren Sinn und Ausleben, die nicht zu erfüllter Liebe führen können. Die ungeheure Anzahl der Scheidungen und unglücklichen Beziehungen, der Alleinerziehenden und der Abtreibungen sollte dies zur Genüge bewiesen haben.

Da die 68er Generation mit ihrer „sexuellen Revolution“ radikal und erfolgreich gegen ihre Eltern und deren Moralvorstellungen rebelliert hat, gibt es für die Jugend von heute
„keine Grenzen mehr, die ihr einreißen könntet. Neu wäre Umkehr statt Revolution.“ Den Weg dieser Umkehr weist Gabriele Kuby in den 11 Kapiteln ihres Büchleins klar und verständlich auf. Wer ihn wagt, „wird erfahren, dass das Leben gut wird, sich Lebensfreude und Zufriedenheit einstellen und unvermeidliches Leid getragen werden kann.“

Ein derartiges Buch kann gar nicht genug empfohlen und den jungen Menschen ans Herz gelegt werden. Wer endgültig die Schnauze voll hat von Beziehungsstress und dem Schmerz unglücklicher Beziehungen, wird in „Only You“ Ideen finden, die wie Dynamit die zerstörerischen Muster der Vergangenheit wegblasen und das Leben in eine ganz neue Richtung lenken können. Diese Erfahrung
habe ich gemacht. Wer bereits spürt, dass ungeschützter Sex - Sex, der nicht durch die Ehe und durch wahre Liebe geschützt wird - nicht sein Ding ist, wird hier Bestätigung und Ermutigung finden. Wer nicht weiß, wie er/sie mit dem Thema Sex umgehen soll, wird durch die Lektüre dieses kostbaren kleinen Buchs Klarheit gewinnen.

Seminar-Tipp:

Vom 2. bis zum 4. Oktober wird in
Reisbach (Bayern) ein Seminar mit Gabriele Kuby, Fabian Lair (22) und Pfarrer Martin Ramoser sowie den Schwestern und Brüdern vom Heiligen Blut und den Brüdern Samariter stattfinden.



Gloria.tv-Link zum Flyer


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Love Story - Teil 3

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In den Teilen eins und zwei meiner Liebesgeschichte habe ich beschrieben, wie ich nach einer recht wilden Jugend den Weg zu einer anderen, erfüllteren Art von Liebe gefunden habe, die geprägt ist vom Glauben an Gott, und wie ich schlussendlich Martina heiratete und mit ihr eine Familie gründete. Im dritten Teil werde ich auf die Grundlagen eingehen, die seit unserer Hochzeit dafür sorgen, dass unsere Ehe glücklich ist und dass wir keinen einzigen Tag an ihr zweifeln müssen.

Als wir vor knapp drei Jahren heirateten, hörte ich manch gut gemeinten Rat von älteren, „erfahreneren“ Bekannten, die mich davor warnten, dass a) mein überzeugter Katholizismus und b) die Liebe zu Martina nicht ewig andauern würden, und dass es keine Garantie gäbe, dass nicht auch unsere Ehe eines Tages in der Scheidung enden würde.

Oberflächlich betrachtet sind diese Befürchtungen durchaus realistisch. Immerhin ist die aktuelle Scheidungsrate alles andere als ein Beispiel für glückliche Beziehungen. All diese Paare, von denen jeder von uns sicher einige kennt, haben sich irgendwann doch auch geliebt, oder? Oder war es vielleicht keine wahre Liebe? Oder hat das Scheitern zahlloser Ehen in unserer Zeit andere Ursachen? Wieso „nimmt die Liebe ab“ und die Streitereien überhand und weshalb kann man dagegen anscheinend so wenig tun?

Ich bin kein Eheberater (eigentlich bin ich
Pianist und Komponist, auch wenn man das aus meinem Blog kaum herausliest), führe vielleicht auch nicht die perfekte Ehe (was auch immer man darunter verstehen mag), aber – und das ist das Entscheidende – ich bin glücklich mit meiner Frau. Natürlich liegt das daran, dass sie ein lieber Mensch ist, dass sie klug, reif und verständnisvoll und unkompliziert ist. Ich könnte die Liste beliebig erweitern. Doch es handelt sich hier lediglich um Eigenschaften, die eben nur einen Teil des Eheglücks ausmachen. Schließlich gibt es bei jedem Menschen auch weniger angenehme Seiten, die man weder bei sich und schon gar nicht bei anderen jemals ganz los wird. Also muss die Liebe zum Partner so grenzenlos sein, dass dieser sich immer geliebt weiß, auch bei Meinungsverschiedenheiten und Streitigkeiten. Denn sogar der verhärtetste Mensch hat in seinem Innern das tiefe Grundbedürfnis, bedingungslos geliebt und angenommen zu werden.

Doch wie kann diese Sehnsucht erfüllt werden und wie kann die Liebe zwischen zwei Menschen von Dauer sein, wenn:
  • in einer Partnerschaft eine Hintertür geöffnet bleibt, die einem erlaubt, jederzeit aus der Beziehung zu flüchten und seine Liebe dem Partner zu entziehen?
  • das Gut des anderen nicht über dem eigenen Gut steht, wenn man nicht gelernt hat, uneigennützig zu lieben?
  • wenn nicht ein größeres, gemeinsames Ziel angestrebt wird?

1. Beginnen wir mit Punkt 1, der Hintertür. Einen Hinterausgang – und ich beschreibe im folgenden den Idealfall aus katholischer Sicht – hat man in der Phase der Prüfung, nämlich dann, wenn man sich auf eine Beziehung einlässt, um sich und den Partner besser kennen- und einschätzen zu lernen und die Freundschaft im Laufe einer gewissen (nicht über die Jahre ausufernden) Zeit auf ihre Standfestigkeit hin zu überprüfen. Bleibt der Wunsch bestehen, sein ganzes Leben mit diesem Menschen zu teilen, konkretisiert man diese Bereitschaft durch den Akt der Verlobung. Bis zur Eheschließung lässt man sich immer noch die Möglichkeit offen, sich aus Gründen der Klugheit und Einsicht zurückzuziehen und auf getrennten Wegen weiterzugehen. Mann und Frau haben sich zu diesem Zeitpunkt weder das ewige Ja in der Kirche vor Gottes Angesicht und vor den anwesenden Zeugen gegeben, noch haben sie sich durch das körperliche Ja, den Geschlechtsverkehr, einander ganz geschenkt und versprochen. Geschenke sollte man nämlich nicht zurückfordern.

Entscheidet man sich allerdings für die Ehe und gibt einander das Ja-Wort, dann geht die Hintertür nicht nur zu, sondern sie löst sich auf, sie verschwindet, weil das glückliche Paar sich ab diesem Zeitpunkt in der Unauflöslichkeit der Ehe befindet. Unser „Ja sei ein Ja“ (Mt 5,37), sagt Jesus – und genau darin liegt ein grundlegendes Geheimnis einer intakten Ehe: beide Partner wissen, dass das „Ja“ bis zum Ende gilt und dass dem anderen dieses Versprechen genau so
heilig ist wie einem selbst. Auf dieser Basis gedeiht ein unerschütterliches Vertrauen ineinander (und in Gott – doch zu dem kommen wir beim nächsten Punkt), so dass viele Probleme wie Eifersucht, Verlustängste oder Misstrauen die Ehe gar nicht erst angreifen und vergiften können. Das Verschwinden der Hintertür ist weder ein Verlust von Freiheit noch ein Gefangensein in einem rein gesellschaftlich geprägten Schema, wie manche Ideologien es uns weismachen möchten. Es ist vielmehr der Schritt, der uns dank Gottes Gnade dazu verhilft, unsere Liebe im sicheren und gesegneten Umfeld der Familie zu entfalten und daran zu wachsen.

2. Solange mein Partner mein Ein und Alles ist und ich all meine Hoffnungen und Wünsche auf ihn projiziere, bleibt meine Liebe egoistisch und meine Ehe unerfüllt. Erhebt man den Partner zu einer Art Gottesfigur, ist die Ehe zum Scheitern verurteilt. Man wird weder in der Lage sein, frei und unegoistisch zu lieben, noch kann der Partner für all das herhalten, was man nur bei Gott suchen sollte und finden kann. Die uneigennützige Liebe lernen wir von Gott, der uns Seine Liebe dadurch offenbart hat, dass Er „seinen einzigen Sohn in die Welt gesandt hat, damit wir durch ihn leben“ (1Joh 4,9). Jesus, die Muttergottes und die Heiligen sollen die Vorbilder der Eheleute sein. Sie helfen uns, unsere Partner so zu lieben, wie der heilige Paulus es im 5. Kapitel seines Briefes an die Epheser fordert:
„Einer ordne sich dem andern unter in der gemeinsamen Ehrfurcht vor Christus.“ Überhaupt enthält dieser Abschnitt der Heiligen Schrift einen Schatz an Empfehlungen, die helfen, eine gute Ehe zu führen.

Das Gebet, die regelmäßige Gewissenserforschung und die Reinigung durch die heilige Beichte, die häufige Kommunion mit Jesus in der Messe: all dies sind Waffen, die die Liebe eines Ehepaars stärken, sie läutern und von egoistischen Beschränkungen befreien. Kleine Aufmerksamkeiten, gute Worte und Liebesdienste am anderen sind die natürlichen Folgen eines praktizierten Glaubens. Man muss in der Ehe das Gut des anderen vor das eigene Gut stellen. Wird diese Grundeinstellung von beiden Eheleuten getragen, kann die Ehe – trotz aller Disharmonien, die nicht zu vermeiden sind und die natürlich auch ihre Berechtigung haben – nicht anders als glücklich sein.

Selbstredend ist man als Ehepaar auch offen für die Kinder, die Gott einem schenken möchte und würde sich nie aus egoistischen Gründen vor diesem Gottesgeschenk verschließen. (Uns wurden bis jetzt
2 Söhne geschenkt.)

3. In der gemeinsamen Ausrichtung auf Gott sehe ich die dritte Grundlage einer glücklichen Ehe: über allem anderen muss die Beziehung zu Gott stehen, die mindestens genau so gepflegt werden will wie diejenige zum Ehepartner. Wer keine Beziehung zu Gott sucht und lebt, wird früher oder später unzufrieden mit sich und seinem Partner, da ein anderer Mensch nie in der Lage sein wird, jenen inneren Frieden zu schenken, den nur Gott, nicht aber die Welt geben kann (vgl. Joh 14,27). Wo Gott im Mittelpunkt einer Partnerschaft steht, wo gemeinsam gebetet wird, wo in der hl. Beichte regelmäßig mit sich selber ins Gericht gegangen wird, dort wird das Liebesglück täglich erneuert. Der gelebte Glaube erhält die Gnade des Ehesakraments ein Leben lang, wenn beide Partner ihr Leben immer neu auf Gott als gemeinsames Ziel ausrichten.

Diese drei Grundlagen – keine Hintertür, eine gereinigte Liebe und die gemeinsame Ausrichtung auf Gott – sind nur dort möglich, wo der Glaube ernst genommen wird. Christliche Eheleute dürfen den Glauben nicht in der Schublade des „Privaten“ verstecken, nein, sie müssen ihren Glauben gemeinsam leben und verkünden. Jedes Ehepaar, das sucht, wird seinen Weg finden, seine ihm eigene Art, die Ehe in den Dienst Gottes zu stellen. Es ist ein Weg, der unendlich reich belohnt wird. Er gibt der Liebe die Tiefe, jene Lebendigkeit, nach der jeder Mensch sich sehnt. Vielleicht wird ein solches Paar ein paar Liebesromane und -filme weniger konsumieren, da die Liebe ihr wunderschönes Lied ununterbrochen im eigenen Leben singt. Aber wen würde das stören?


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Love Story - Teil 2

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Dies ist die Fortsetzung von Love Story – Teil 1.

Nach der Trennung von meiner Freundin hatte ich eine wichtige Begegnung mit Gabriele Kuby, die sich unermüdlich für eine „sexuelle Revolution“ der Liebe und Reinheit einsetzt. Dank ihr und der Vorträge von Christopher West, die sie mir auf CD schenkte, wurde mir klar, dass die Kirche in ihrer Morallehre und besonders Papst Johannes Paul II. in seiner „Theologie des Leibes“ keine Spielverderber sein möchten oder durch Verbote Macht ausüben wollen. Auch wenn verkrustete Priester zu Zeiten meiner Eltern und Großeltern diesbezüglich viel Unheil durch liebloses Beichthören und schulmeisterliches Fingerheben angerichtet haben, so darf diese missgeleitete Zunft nicht ewig als Entschuldigung missbraucht werden, sich nicht ernsthaft der Morallehre der Kirche zu stellen. Tatsächlich strahlt die Lehre der Kirche eine Liebe für die Jugend und für die Familien aus, wie man sie sonst nirgends findet.

Ich hatte am eigenen Leib erfahren, dass die sexuelle Freiheit, wie der Geist der Zeit sie vermitteln möchte, der menschlichen Würde nie gerecht werden kann. Was vordergründig Vergnügen bereitet und Nähe vortäuscht, führt bald zu Isolation und Entfremdung. Die Sexualität gehört ausschließlich in die Ehe, weshalb oft vom „ehelichen Akt“ gesprochen wird. Nur hier ist der Rahmen gegeben, der dem unschätzbaren Geschenk der menschlichen Sexualität den ihr angemessenen Ausdruck verleihen kann. Nur hier wird der Akt in seiner Ganzheit der Liebe Gottes gerecht, die im Sakrament der Ehe zwei Menschen unauflöslich miteinander verbindet, sie einander schenkt und anvertraut.

Dieses Konzept (über das wohl manch einer meiner werten Leser empört die Nase rümpfen wird) wurde mir mehr und mehr in seiner Schönheit und den daraus resultierenden Konsequenzen bewusst: glückliche, intakte Familien könnten aus jener Lebenshaltung hervorgehen, mit Kindern, die sich geliebt wissen und mit aufrechtem Rückgrat am Aufbau einer gerechteren Welt mitwirken, kurzum: Menschen, die lernen, ihren Egoismus hinter sich zu lassen zum Wohl der Familien und der Gesellschaft. Gut, hier träume ich ein wenig – all das sind idealisierte Vorstellungen, schwer umzusetzen, wenig erstrebenswert für die meisten, vielleicht zum Scheitern verurteilt in einer Welt wie der unsrigen…

Dennoch: ich gelobte, fortan sexuell abstinent zu leben, bis Gott mir die richtige Frau schenken und wir heiraten würden – sollte der Herr so gütig sein, mir dieses Glück nach meinen zahlreichen Fehltritten zu gewähren. Ich öffnete mich gleichzeitig vorbehaltlos der Möglichkeit, Priester oder Ordensmann zu werden.

Bei meiner ersten Wallfahrt nach
Medjugorje lernte ich Martina kennen. Es war keine Liebe auf den ersten Blick. Sie hinterließ jedoch wie viele andere Mitreisende unserer Pilgergruppe einen tiefen Eindruck in mir, waren es doch die ersten Begegnungen mit jungen Menschen, die ernst machten mit dem katholischen Glauben, die Gott wirklich an die erste Stelle ihres Lebens setzten. Nicht pseudoreligiöse Jugendliche und liberale Priester, wie ich sie an katholischen Hochschulgemeinden, den so genannten KHG‘s, kennengelernt hatte, wo der Glaube nach Lust und Laune zurechtgebogen und -gezimmert wird. Hier hörte ich kein „Jesus ja, aber…“, sondern sah Menschen, die mit leuchtenden, reinen Augen durch ihr bedingungsloses „Ja“ zu Jesus und seiner Kirche eine Lebensfreude ausstrahlten, wie ich sie vorher bei niemandem gesehen hatte.

Martina war ein besonders fröhliches Mitglied der „
Amici di Dio“, und sie imponierte mir wie die anderen dadurch, dass sie ein Skapulier trug, mit Selbstverständlichkeit den Rosenkranz betete und die Mundkommunion empfing, den Papst liebte… Alles Dinge, von denen ich mir bis dahin nicht vorstellen konnte, dass es sie gab. Da Martina vorhatte, ins Kloster einzutreten und Gott ihr Leben als kontemplative Schwester darzubringen, kam ich gar nicht auf die Idee, mir irgendwelche Zukunftsträume auszumalen. Ich betete vielmehr, dass Gott mir meine Berufung zeigen und mir helfen sollte, einen vollständigen Neuanfang zu machen, egal in welche Richtung der Weg mich führen würde.

Erst als ich wieder zuhause war, drängten sich vermehrt die Erinnerungen an Martina in mir auf, bis ich schlagartig beim Betrachten eines Fotos von ihr
wusste, dass wir heiraten würden. Ich kannte sie kaum, deshalb schien mir der Gedanke genau so verrückt wie den Freunden, denen ich nach und nach davon erzählte. Gerade in einer Zeit, in der ich über den Kummer der letzten Beziehung hinweggekommen war und allein wieder wunderbar zurechtkam, schlug die Liebe zu und versetzte mein Leben in Unruhe. Was tun? Ich bat Gott um Zeichen, die Er mir auch regelmäßig schickte, damit ich die innere Gewissheit nicht verlor und nicht aufgab. Es bedurfte nämlich der allergrößten Hartnäckigkeit, um Martinas Vertrauen zu gewinnen und ihr zu beweisen, dass ich es ernst meinte. Gleichzeitig durfte ich nicht zu aufdringlich sein, gab sie mir doch immer wieder zu verstehen, dass sie sich nicht vom Weg ins Kloster abbringen lassen würde und dass sie nicht an mir interessiert sei.

9 Monate lang habe ich um sie geworben und gerungen, es gab Höhen und Tiefen, ich habe manches richtig und auch vieles falsch gemacht. Am Ende wollte sie mir doch eine Chance geben und den Schritt in die Beziehung mit mir wagen. Ich konnte es kaum fassen. Nach meiner extrem turbulenten Vergangenheit hatte ich nun eine Freundin, die nie mit einem Mann zusammen gewesen war! Vor dieser Unschuld, die gleichzeitig eine enorme Kraft ausstrahlte, hatte ich einen Riesenrespekt, und in gewisser Weise hatte auch der liebe Gott mir meine Unschuld zurückgegeben.

Ich entdeckte die Liebe neu und erfuhr zum ersten Mal, welch tiefe Bande der Freundschaft zwischen Mann und Frau entstehen können, wenn sie nicht durch verfrühte sexuelle Kontakte beeinflusst werden. Keiner wird behaupten, dass es leicht ist, auf die körperliche Nähe vor der Ehe zu verzichten. Auch für uns war es manchmal sehr schwierig. Aber wo ein Wille ist, ist ein Weg, sagt man, und wo gebetet wird, hilft Gott. Es ist möglich, und der Verzicht wird unendlich reich belohnt! Das „Warten“ beschützt, heiligt und kräftigt die Liebe zwischen den Brautleuten, wodurch ein starkes, unerschütterliches Fundament für ein ganzes (!) Leben miteinander gebildet wird.

Nach einem halben Jahr, das nicht immer unkompliziert war, da Martina immer noch zwischen Kloster und Ehe schwankte, verlobten wir uns Anfang Februar 2006 – nachdem wir die
30-tägige Schutzmantel-Andacht zum heiligen Josef gebetet hatten (sehr zu empfehlen!). Die Brautzeit sollte uns helfen, unsere Berufung zur Ehe zu prüfen und einander noch tiefer kennenzulernen. Martina wurde kurz später im Gebet vor dem Allerheiligsten die tiefe Gewissheit geschenkt, dass wir zusammengehören, und unsere Vorfreude auf die Hochzeit und das Gründen einer neuen Familie wuchs täglich. Gott schenkte uns Klarheit. Die Monate vor der Hochzeit waren glücklich und erfüllt und wir wuchsen aufgrund manch äußerer Hindernisse noch enger zusammen. Ich lebte in diesem Jahr auch während zwei Monaten im Stift Heiligenkreuz bei Wien, wo wir am Rosenkranzfest des gleichen Jahres das Sakrament der Ehe empfangen durften.

Hochzeit Martina & David - 116

Hier geht’s zum
dritten Teil der Love Story.

Buchtipps zum Thema: Ausbruch zur Liebe und Only You


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Love Story - Teil 1

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Wohl wissend, dass der folgende, sehr persönliche Text von manchen nur müde belächelt oder vielleicht auch als letzter Beweis für das vollkommene Übergeschnapptsein seines Autors triumphierend herumgereicht werden wird, veröffentliche ich ihn dennoch ohne Zögern, um dem Suchenden zu zeigen, dass es echte Menschen gibt, die so denken, fühlen und handeln, wie ich es im Folgenden beschreiben werde. Und ich bin – Gott sei Dank! – nicht allein. Im Laufe der Zeit habe ich viele Menschen kennengelernt, die mir durch ihr mutiges Zeugnis geholfen haben, diesen Weg so zu gehen. Ein großes Dankeschön euch allen, Gott segne euch!

Dass ich eines Tages ein glücklicher Ehemann und Vater zweier Söhne sein würde, hätte ich mir vor 10, 15 Jahren mit viel Mühe vielleicht noch vorstellen können. Dass ich aber mit meiner Braut vor der Ehe enthaltsam leben und später mit meinen Kindern beten und regelmäßig in die Kirche gehen würde, und dass gerade der gelebte Glaube die Grundlage unseres Familienglücks sein würde – dieser Gedanke wäre mir vor meiner Bekehrung mehr als absurd vorgekommen (und meinem Umfeld wohl auch!). Und doch hat es sich so entwickelt.

Rückblickend fügen sich die verschiedenen Etappen eines Lebens wie Melodien und Themen zu einer verschlungenen Komposition zusammen, aus der man die Liebe Gottes in jedem Takt heraushören kann, egal wie sehr sie sich manchmal auch verbergen mag.

Ich hörte sie lange nicht. Ich vermutete zwar, dass es wohl die Liebe sein musste, die dem Leben seine Berechtigung gab, aber ich reduzierte diese Liebe während meiner Jugendjahre auf eine erotische und demnach eigennützige Art der Liebe. Wenn man die selbstlose Liebe Gottes, die sich im Opfer seines eingeborenen Sohnes Jesus Christus offenbart, als Quelle und Maßstab nicht erkennt oder anerkennt, bleibt jedes Verständnis von Liebe nur bruchstückhaft. Kein Wunder also, dass in einer derart gottlosen Gesellschaft wie der unseren in puncto Liebe unentwegt Lügen, bewusste wie unbewusste, verbreitet werden, dass Beziehungen kaum länger als einige wenige Jahre halten, ja, dass im Letzten der egoistisch veranlagte Mensch liebesunfähig geworden ist.

Die Freundinnen wechselte ich relativ häufig. Vielleicht hatte ich Angst, etwas zu verpassen („es könnte ja noch eine bessere geben“), vielleicht spürte ich, dass da nie der Mensch stand, dem ich bereit war, mich ganz hinzugeben. Wahrscheinlich hielten wir es miteinander auch nie besonders lange aus, weil das Körperliche viel zu sehr im Vordergrund stand. Diese Ausrichtung führt logischerweise früher oder später in eine Sackgasse. Immer.

Eine bemerkenswerte Wendung nahm dieses Rondo (eine musikalische Form: A-B-A-C-A-D usw., stellvertretend für: Einsamkeit - Mädchen A - Einsamkeit - Mädchen B usw.), als Freundin S. eine Diplomarbeit über „Kirche und Sexualität“ schrieb. Dieses Thema ließ mich nicht kalt. Es interessierte mich sogar so sehr, dass ich bereit war, jedes neue Kapitel gründlich Korrektur zu lesen. Zum ersten Mal begegneten mir hier die Grundlagen der vorehelichen Abstinenz und des Pillen-Verbots in „
Humanæ vitæ“, aber auch „Theologen“, die der katholischen Lehre gründlich widersprachen. Ich wusste bis zu jenem Zeitpunkt nicht viel mehr darüber, als dass Katholiken nicht verhüten und keinen Sex vor der Ehe haben dürften. Abstruse, weltfremde Ideen, oder? Dinge, die weder jemand will, noch schaffen kann, wollte er es tatsächlich doch versuchen. Oder…?

Dennoch schien mir gerade die Position der Kirche fundierter, schöner, wahrer. Ich geriet in ein inneres Dilemma, wollte die Keuschheit eigentlich in mein Leben integrieren, weil es mir richtig und konsequent erschien, andererseits war ich nicht bereit, auf den Sex mit meiner Freundin zu verzichten. In jenem Sommer vor fünf Jahren weihte ich zum ersten Mal mein Leben der Muttergottes, betete
dreiunddreißig Tage lang, um mich darauf vorzubereiten und übergab anschließend Maria, der Mutter Jesu, in einem feierlichen Gebet vor ihrem Bild mein Leben, ohne zu wissen, was dieser Akt bedeutet, was da in unsichtbaren Dimensionen ausgelöst werden kann. Ich spürte nur, dass der Schritt klug und richtig war und dass meine Liebe zur heiligen Jungfrau wuchs, während gleichzeitig die Liebe zur katholischen Kirche umfassender und demütiger wurde. Ich musste nicht mehr alles verstehen und alles besser wissen als die überholte und böse Kirche (ja, lange dachte ich nicht anders als der moderne Mainstream-Mensch). Ich entwickelte die tiefe Bereitschaft, mich als klitzekleiner Glaubender mit kindlichem Vertrauen in die gewaltige Größe dieser Institution einzufügen, wissend, dass nur ein ganzes Ja zur Kirche mir ermöglichen würde, ihre Botschaft zu begreifen.

Das erwähnte Dilemma nahm ein rasches aber äußerst schmerzhaftes Ende, als die Freundin einen neuen Prinzen gesichtet hatte, gegen den sie mich über Nacht austauschte. In jener tränenreichen Nacht lernte ich das
Magnificat, den Lobgesang Mariens, auswendig. Ich hatte es so gewollt, hatte schließlich dafür gebetet, dass ich mein Leben nicht mehr in der Lüge zubringe, sondern mein suchendes Dasein unter der Führung der Muttergottes mehr und mehr auf den Willen Gottes ausrichten kann. Der Kreuzweg und die häufige Beichte trugen in dieser Zeit dazu bei, dass die Verletzungen, die ich mir durch mein sündhaftes Leben zugezogen hatte, überraschend schnell heilten. Ich begann auch regelmäßig bei Wasser und Brot zu fasten (eine Praxis, die ich heute leider nicht mehr schaffe), um Buße zu tun für die Wunden, die ich meinen Freundinnen und Liebschaften im Laufe der Jahre zugefügt hatte.

Hier geht’s weiter:
Love Story – Teil 2
Love Story – Teil 3


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