Obwohl noch nicht ganz zum katholischen Glauben bekehrt, drängte es mich um die Jahreswende 2000/2001, eine lateinische Messe zu komponieren. Intuitiv griff ich zu den alten Kirchentonarten und komponierte die „Dorische Messe“ - logo - im dorischen Modus. Die Ausdruckskraft dieser Modi faszinierte mich so sehr, dass ich beschloss, in den Haupttonarten dorisch, lydisch, phrygisch und myxolydisch jeweils das ganze Ordinarium zu vertonen. Ein halbes Jahr später, im August 2001, komponierte ich die zweite Messe in dieser Reihe, die „Lydische Messe“. Der lydische Modus (F-G-A-H-C-D-E) klingt wegen des nach oben strebenden Tritonus F-H besonders strahlend. Im 8-stimmigen Gloria, dem mein heutiger „MusicMonday“-Post gewidmet ist, stelle ich homophone Partien polyphon verarbeiteten Passagen gegenüber, die im Mittelteil („qui tollis peccata mundi“) für eine gewisse Dramatik sorgen. Ab „quoniam tu solus sanctus“ wird das thematische Material des Anfangs wiederholt, um in einem leuchtenden F-Dur Akkord, gewürzt mit der großen Septime, zu münden. Die Aufnahme stammt von der Uraufführung durch die „Mendener Kantorei“ unter der Leitung meines Freundes Johannes Krutmann. Leider habe ich bis heute noch keine phrygische und keine myxolydische Messe komponiert. Dafür steht's aber auf meiner (ewig langen) Todo-Liste…