Gedanken über die tridentinische Messe II

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Mir scheint, dass die Blogoezese mehr und mehr über die tridentinische Messe berichtet. Seit ich dabei bin (also seit April 2009), habe ich bereits auf mehreren Blogs mitlesen dürfen, wie ihre Autoren dabei sind, die überlieferte Liturgie für sich zu entdecken. Ich erinnere mich, dass Elsa mit Begeisterung auf die Strahlkraft der tridentinischen Messe in Campocavallo di Osimo reagiert hat. Der Autor von Commentarium Catholicum scheint von seiner ersten Messe im usus antiquior ebenso positiv berührt gewesen zu sein und hält die Gregorianik gar für den Schlüssel zur Erneuerung der Liturgie. Benita schrieb vor einigen Tagen sehr schön und ausgeglichen über den Alten wie den Neuen Ritus in ihrem Artikel „Tridentinische Messe“. Und dass J.R.R. Tolkien seine Schwierigkeiten mit der Liturgiereform hatte, wundert mich nicht, genausowenig wie die Tatsache, dass der hl. Josemaría Escrivá nach der Liturgiereform den überlieferten Ritus bevorzugte (s. „Escrivá und die hl. Messe“ Teil 1 und Teil 2). Ja, über solche Dinge wird in der katholischen Blogosphäre berichtet. Es bewegt sich etwas in unserer Kirche, und das Motu Proprio Papst Benedikts hat in den vergangenen zwei Jahren unverkennbar zahlreiche spirituelle Früchte hervorgebracht.

Obwohl ich seit meiner Entdeckung der
Schönheit der tridentinischen Liturgie ebendiese der weit verbreiteten „unordentlichen“ Form der Neuen Messe vorziehe (N.B.: anerkannte Formen des römischen Ritus sind die „ordentliche“ und die „außerordentliche“ Form), liebe ich auch den Novus Ordo Missæ – wenn er z.B. so schlicht und erhaben gefeiert wird wie in Heiligenkreuz, wo ich ab morgen wieder zu Gast sein darf. Wird der Ablauf der Messe jedoch – auch nur in Kleinigkeiten – durch den Priester nach seinen persönlichen Vorlieben ummodelliert, was meist unnatürliche Brüche in der Messe erzeugt und die persönliche Andacht behindert, flammt die Sehnsucht nach der tridentinischen Messe in meinem Herzen umso stärker wieder auf. Auch die unnatürliche Gebetsrichtung zum Volk hin, die den Priester beim Beten verlegen in die Menge oder noch verlegener auf den Boden schauen lässt und die meist hässlichen Volksaltäre, die nach bester nachkonziliarer Manier auch noch unästhetisch – weil schmerzhaft unsymmetrisch – mit Kerzen oder Blumenstöcken „geschmückt“ sein müssen, tragen nicht dazu bei, dass ich eine Lanze für den NOM brechen würde. Vor allem aber sind es „die Intoleranz der Liberalen und die Unkenntnis der Unwissenden“, wie ich in meinem Bericht über die tridentinische Messe in Polen schrieb (s.o.), die meinen Gerechtigkeitssinn verletzen und mich anstacheln, mich umso inniger für die Alte Messe einzusetzen. Würden große Teile der Hebelzieher die Tradition nicht so ächten und wäre die Alte Messe innerhalb der Kirche wirklich anerkannt, dann hätte ich diesen Text wohl in einer anderen Tonart verfasst.

So hoffe ich auf jeden Fall fest, dass eine „Reform der Reform“ die Fehlentwicklungen der postkonziliaren Jahre im Laufe der Zeit ausmerzen und dazu beitragen wird, dass der Glaube in rechter Weise und unverkürzt verkündet wird – vor allem durch eine wirklich angemessene Würdigkeit des Ritus. Ich bin überzeugt, dass wir als Katholiken unseren Glauben mit all seinen Auswirkungen auf unser Leben dadurch ernster nehmen und ein glaubwürdigeres Zeugnis ablegen können, als dies zurzeit der Fall ist.

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Dieses Bild stammt aus einer Werbekampagne von Una Voce, gefunden habe ich es auf Elsas Nacht(b)revier.

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