Gedanken über die tridentinische Messe I

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Vor einer guten Woche nahmen wir zum ersten Mal an der alljährlichen Familienfreizeit der Petrusbruderschaft in Blankenheim teil. Hier treffen sich Familien, um während einer Woche „bei guter, froher Atmosphäre an Leib und Seele aufzutanken“, wie es im Programmtext der Petrusbruderschaft heißt. Natürlich ist solch eine Woche nicht ganz stressfrei, vor allem nicht für jene Familien, die mit Kleinkindern unterwegs sind. So wie Martina und ich halt. Dennoch tut dies der Schönheit solch einer „Familienfreizeit“ keinen Abbruch. Genau so wenig die Tatsache, dass die „stillen Messen“ im außerordentlichen Ritus aufgrund der zahlreichen Kinder keine wirklich stillen Messen sind. Es geht eine wunderbare Kraft von der heiligen Liturgie aus, die uns wirklich hat auftanken lassen.

Nachdem ich seit Monaten, ja fast einem Jahr keine alte Messe mehr feiern konnte, war der tägliche Besuch der Messe im tridentinischen Ritus wie ein liturgischer Wellness-Urlaub. Keine Änderungen im Ablauf, kein Streichen von Wesentlichem, kein Hinzufügen von Banalem, keine unnötigen, bösen Überraschungen in der heiligen Messe. Zeit zu beten, Zeit für Stille, nicht die ständige Pflicht, irgendetwas zu tun oder zu sagen. Sich einfach nur hinein versenken können in das Geheimnis des Messopfers Christi. Welche Wohltat, welch eine Gnade, welch ein Segen für eine Familie!

Gleichzeitig kommen in Anbetracht des Schicksals der klassischen Liturgie immer wieder Wut und Unverständnis darüber hoch, wie eine einzige Generation an Bischöfen, Priestern und (Un-)Gläubigen es schaffen konnte, mit einem derartigen Hass soviel Gutes und Schönes zu zerstören. Manchmal denke ich, dass man es nur mit Dummheit erklären kann. Dann wieder vermute ich, dass dahinter ein teuflischer Plan stecken muss. Am Schluss gestehe ich mir ein, dass ich nicht beurteilen kann, was hinter dieser drastischen Wendung steckt, und wohl nie ganz verstehen werde, wie es dazu kommen konnte. Bleibt die Hoffnung und das innige Gebet, dass die Liturgie, die unzählige Heilige während Jahrhunderten aus ganzer Seele geliebt und gefeiert haben (wie der heilige Pfarrer von Ars, an dessen Wirkungsstätte ich diesen Text gerade schreibe), wieder nach und nach mehr Anerkennung, Respekt und vielleicht sogar Liebe erfahren wird. Wir haben einen Papst, der alles Mögliche dafür tut. Mögen wir Christen ihm vertrauen und auf ihn hören.

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