Handkommunion oder Mundkommunion

Wer sich eine historische Abhandlung über die Kommunionpraxis der Kirche erwartet, wird falsch beraten sein. Monika Winter polarisiert in ihrer Schrift auch nicht und legt kein Pamphlet für die Überlegenheit der einen oder anderen Form der Kommunion vor. Vielmehr gewährt sie uns Einblicke in die Entwicklung ihres Glaubens und ihres Verständnisses der heiligen Eucharistie. Die sehr persönlich gehaltenen Denkanstöße können dem Leser helfen, mit größerer Ehrfurcht und Dankbarkeit die heilige Kommunion zu empfangen. Besonders empfehlenswert ist das Büchlein für jene Gläubigen, die verstehen möchten, wieso immer noch (und hoffentlich: immer mehr) Katholiken die Mundkommunion der Handkommunion vorziehen.
Wie viele von uns hat Monika Winter „am Anfang nur ein unachtsames Händeausstrecken, Entgegennehmen, Essen und schnell wieder In-die-Bank-Gehen, zelebriert“. Wie man den Kommunionempfang, den heiligsten Moment der Messe, jedoch auch erleben kann, wird schön und ausführlich beschrieben. „Versunken in diesen heiligen Moment, durchdringen die Worte Der Leib Christi die Stille der Anbetung. (…) Ich schließe meine Augen und öffne den Mund, mein Herz und ich bin bereit, die Liebe Gottes zu empfangen. (…) Ich öffne mich, damit er ganz Besitz von mir nehmen kann. (…) Ich trage das Kostbarste, verborgen in meinem Innersten, zurück zur Bank. Ich schließe meine Augen und merke, wie sich die ganze Liebe Gottes in meinem Körper ausbreitet.“
Ich wünsche diesem Büchlein eine weite Verbreitung und hoffe, dass es vielen Gläubigen zu einer tieferen Liebe beim Empfang der heiligen Eucharistie verhilft.
Links:
- Bestellmöglichkeit beim Fe-Verlag
- Rezension auf kathnews.de
- Evangelisation heute
- Über die Mundkommunion
Kein Chopin-Konzert in Kathedrale

Don Johannes' neuer Film zum Priesterjahr
Mehr Infos gibt’s auf www.adsum2010.org, wo man den Film auch vorbestellen kann. In diesem Zusammenhang möchte ich auch auf die (neue?) Homepage des Vereins kathmedia hinweisen, der die Geniestreiche des Kaplans vom Triesenberg herausgibt.
Statistik zu Summorum Pontificum

Fußballlieder in der Messe

Ein Dechant veranstaltet anlässlich eines Fußballfestes demnächst eine Messe bei uns auf dem Sportplatz. Schade eigentlich, wenn man so eine schöne Kirche im Dorf hat. Muss man da aufs Fußballfeld ausweichen? Als Liedvorschläge für die Messe hat er mir Klassiker wie „Der Ball ist rund“, „Hier kommt die Welle, macht alle mit“ oder „Fi-Fa-Fußball ist ein Superspiel“ zukommen lassen. Die Ministranten sollen wohl in Trikots dienen. Da bleibt einem glatt die Spucke weg…
Wohl oder übel musste ich einen neuen Liedplan zusammenstellen, den ich dem Herrn Pastor mit der Anmerkung schickte, dass ich unter seinen vorgeschlagenen Fußballliedern beim besten Willen keins finden könne, das für die heilige Messe geeignet sei. Über seine Antwort staunte ich dann doch nicht schlecht. Er beruft sich auf Bischof Ackermann und Weihbischof Leo Schwartz:
Sehr geehrter Herr Ianni,
an den Liedern, die ich Ihnen gesandt hatte, haben weder Bischof Dr. Ackermann noch Weihbischof Leo Schwarz für einen Fußballgottesdienst nichts auszusetzen, wird darin doch der Gedanke des fair-play und eines guten Miteinanders angesprochen. Da Sie aber so große Probleme mit solchen Liedern haben bin ich mit Ihrem Liedplan einverstanden.
Daraufhin tat ich, was ich von Anfang an vielleicht hätte tun sollen: ich sagte ihm ab. Wenn es stimmt, dass nicht einmal unser neuer Bischof mit solch einer Messe ein Problem hat (die noch dazu als Gemeindemesse gedacht ist), was hilft da noch diskutieren?
Als Katholik habe ich das Recht auf eine schöne und würdige Messe am Sonntag, die einen angemessenen Rahmen bietet, um Jesus gebührend zu empfangen. Insofern fahre ich diesen Sonntag in eine Kirche und nicht aufs Fußballfeld.
Es gibt einige wunderbare Schriften zur Kirchenmusik. Da die meisten jedoch „vorkonziliar“ sind, werden sie von fortschrittlichen Klerikern wie unserem Dechant und vielleicht auch unserem Bischof nicht mehr ganz so ernst genommen, schließlich habe die Kirche sich ja „weiterentwickelt“. Also wage ich gar nicht erst, daraus zu zitieren, sondern gebe der Ritenkongregation das Wort, die in der Instruktion über die Musik der heiligen Liturgie „Musicam sacram“ vom 5. März 1967, also einem „nachkonziliaren“ Dokument, folgenden Wunsch äußert:
Es ist zu hoffen, daß Seelsorger, Musiker und Gläubige in der bereitwilligen Annahme und Durchführung dieser Normen den eigentlichen Zweck der Musica sacra zu erreichen bemüht sind, nämlich die „Verherrlichung Gottes und die Heiligung der Gläubigen“.
a) Darum kann nur jene Musik „Musica sacra“ genannt werden, die für die Feier des göttlichen Kultes geschaffen und durch die Heiligkeit und Güte ihrer Formen ausgewiesen ist.
b) Unter dem Begriff Musica sacra kommen hier in Betracht: Der Gregorianische Choral, die alte und neue Polyphonie in ihren verschiedenen Gattungen, Musica sacra, die für die Orgel und für andere erlaubte Instrumente geschaffen wurde, und der kirchliche Volksgesang, der liturgische wie der religiöse.
Ist das so schwer zu verstehen? Steht da etwas von Ausnahmen und Fußballgottesdiensten?!
Je weniger ernst wir unsere Liturgie nehmen, umso weniger ernst werden wir als Katholiken genommen. Eine Banalisierung der liturgischen Feier führt niemanden näher zur Kirche und entfernt uns, die Gläubigen, nur mehr und mehr von den Geheimnissen unseres Glaubens. Dass man das nach 40 Jahren des Rumexperimentierens immer noch nicht gelernt hat!
Liturgie und Musik hängen eng zusammen, wie wir im Schlusszitat von unserem Papst hören werden. Was sagen dann Titel wie „Fi-Fa-Fußball“ oder „Der Ball ist rund“ über die Qualität einer Liturgie aus, die derart infantile Lieder braucht?
In der Tat kann man von Liturgie gar nicht reden, ohne auch von der gottesdienstlichen Musik zu sprechen; wo Liturgie verfällt, verfällt auch die „Musica sacra“, und wo Liturgie recht verstanden und gelebt wird, wächst auch gute Kirchenmusik. (Joseph Kardinal Ratzinger)
Die Kasel des Bischofs

Den Anfang machte Summorum Pontificum:
Das Liturgische Institut hat in der Vergangenheit vielmals die Grenze des Erträglichen überschritten. Ein „Gestaltungswettbewerb“ namens „LiturgieGewänder“ (sic!) entlockte unserem hoch geschätzten Kaplan Johannes Maria Schwarz einen lesenswerten Kommentar, der im April 2005 in den Amici-News erschienen ist:„Das Gewand, das der Bischof zu dieser feierlichen Gelegenheit trug, ist dem Vernehmen nach ein Geschenk des Domkapitels und entspricht zweifellos dem Geschmack des in Trier ansässigen Deutschen Liturgischen Instituts.“
Über die Kasel berichtet haben auch Mater amata, Elsa, Pater Siegfried und zu guter Letzt Karmelblume, der viele interessante Fotos zum Thema gesammelt hat (gut, auf das Bild von Williamson hätte ich verzichtet).„Genuin Christliches ist (in diesen Entwürfen) nämlich wenig zu finden – ein Vorteil, möchte man meinen, wenn man sich das Gotteshaus vielleicht mit Hindus teilen will – ach nein, das geht ja nicht, weil andere Religionen ihren Götzen, nicht das Billigste und Hässlichste vorsetzen.“
Man fragt sich, was in unserer Kirche los ist? Wo ist die Liebe zur heiligen, schönen Liturgie geblieben? Papst Benedikt XVI. hat vom „Frösteln“ gesprochen, „das einem die glanzlos gewordene nachkonziliare Liturgie einjagt“ und von der „Langeweile, die sie mit ihrer Lust zum Banalen wie mit ihrer künstlerischen Anspruchslosigkeit auslöst“ (aus: Im Angesicht der Engel, S. 17). Er bezieht sich in diesem Satz vorrangig auf die Kirchenmusik, aber die Ästhetik der Kasel steht mit der Ästhetik der Musik durchaus in Verbindung.
Eine kleine Anekdote am Rand: Ein Dechant veranstaltet anlässlich eines Fußballfestes demnächst eine Messe bei uns auf dem Sportplatz. Schade eigentlich, wenn man so eine schöne Kirche im Dorf hat. Muss man da aufs Fußballfeld ausweichen? Als Liedvorschläge für die Messe hat er mir Klassiker wie „Der Ball ist rund“, „Hier kommt die Welle, macht alle mit“ oder „Fi-Fa-Fußball ist ein Superspiel“ zukommen lassen. Die Ministranten sollen wohl in Trikots dienen. Da bleibt einem glatt die Spucke weg…
Geben wir vielleicht Papst Benedikt noch einmal das letzte Wort. Er scheint mir doch ein tieferes Verständnis von Liturgie zu haben als der besagte Dechant:
„Wo immer man bei liturgischen Besinnungen nur darüber nachdenkt, wie man Liturgie attraktiv, interessant, schön machen kann, ist Liturgie schon verfallen. Entweder ist sie Opus Dei mit Gott als dem eigentlichen Subjekt oder sie ist nicht“ (aus der Ansprache des Papstes in Heiligenkreuz am 9. September 2009).
Kath.net beim Papst

Lord, grant us peace
Die Rede des Papstes, die diesem Friedenslied voranging, sowie die dazugehörigen Mitschnitte findet man wie immer auf kath.net.
Frieden in der Welt ist möglich. Am Papst liegt es sicher nicht. Man kann unterschiedlicher Glaubensauffassung sein und sich dennoch gegenseitig in aller Tiefe respektieren. Der Heilige Vater tut dies wie kaum ein anderer. Alipius spricht mir mit seinen Worten aus dem Herzen, wenn er schreibt:
Papst Benedikt hat am ersten Tag seiner Nahost-Pilgerreise auf den Punkt gebracht, was dem Frieden in der Welt wirklich im Weg steht:„Ich bin mittlerweile felsenfest davon überzeugt, daß es auf der ganzen Welt keine einzige Menschenseele gibt, welcher der Papst etwas Übles wünscht, welche er in seinen Gebeten für die Menschheit ausklammert. Das ist seine Art, die Welt zu retten. Wissenschaftler entwickeln Medizin und hoffen, daß diese der ganzen Welt zur Verfügung gestellt wird. Der Heilige Vater wendet sich an seinen und unseren Herrn und hofft, daß alle Menschen zu IHM finden werden.“
„Der Verschiedenheit der Religionen wirft man gerne die Schuld an Hass und Zwietracht in der Welt vor. Die Gegner der Religion wollen nicht nur ihre Stimme zum Schweigen bringen, sondern sie durch ihre eigene ersetzen. Umso mehr bedarf es der Gläubigen, die ihren Prinzipien und Überzeugungen wahrhaft entsprechen. Zwar lässt sich nicht bestreiten, dass Widersprüche entstehen können aus Spannungen und Spaltungen zwischen Anhängern verschiedener religiöser Traditionen. Doch bildet die ideologische Manipulation der Religion zu politischen Zwecken den wahren Anlass für Rivalitäten und Gewalt. - Ihrer wahren Natur nach bildet Religion Einheit und Harmonie als Ausdruck ihrer Gemeinschaft zwischen den Menschen untereinander und mit Gott. Darum gilt keineswegs: ,Je weniger Religion in einer Gesellschaft, desto besser!' Dem Menschen als Geschöpf Gottes ist es aufgetragen, in schöpferischer Vernunft und im Rahmen von Glaube und Wahrheit das großartige Potenzial menschlicher Vernunft auszuschöpfen. (...) Dazu bedarf es der Freiheit der Religion. Die große Wertschätzung der Kirche für die Gestalten der Patriarchen und Propheten stellt ein unzertrennbares Band zwischen der Kirche für die Einheit der beiden Testamente dar und schenkt uns das Verlangen, alle Hindernisse der Versöhnung zwischen Christen und Juden in gegenseitiger Achtung und Zusammenarbeit im Dienste des Friedens zu überwinden, zu dem uns das Wort Gottes ruft.“
Happy Birthday, lieber Bischof…

„Ich meine, ich gehe bald auch wieder in die traditionelle Messe (kleine Anmerkung: das klingt so, als würde ich dorthin gehen. Diesen Luxus habe ich leider nicht). Dort wird dem Bischof in der Kathedrale nicht das Happy Birthday gesungen und er bekommt nicht von jedem Kind eine Blume überreicht, sondern bekommt dort die Muttergottes die Rosen und zum Schluss ein Marienlied“.
Liebe XXX, ich möchte Dir mein Mitleid bekunden, nur zu gut kenne ich derart frustrierende Messen mit unserem Erzbischof. Ich erinnere mich nur zu gut, wie vor einigen Jahren ein Dankgottesdienst nach dem Weltjugendtag in Köln abgehalten wurde, der vor kreativen Ideen nur so trotzte. Während der ersten Viertelstunde (nach der langen Predigt am Anfang - die Priester scheinen vergessen zu haben, dass man die Predigt nach dem Evangelium hält) spielten einige Jugendliche einen Sketch, das zum erbaulichen Inhalt ein dummes Gespräch über das Dosenfutter aus Köln hatte. Es sollte wohl irgendwie im Zusammenhang mit dem Kyrie stehen. Ja, Herr, erbarme Dich! Die Musik hätte im übrigen gut zu einer Party gepasst, nicht jedoch in die heilige Messe. Trotz klarer Anweisungen der Päpste, die nicht aus blinden Vorschriften, sondern aus vernünftig belegten Argumenten bestehen, finden manche Priester doch immer wieder Rechtfertigungen für das Niveaulose in der katholischen Liturgie.
Ein weiteres Problem, das ich neulich bereits in einer luxemburgischen Talkshow ansprach, ist die Verdrängung der Kniebänke in luxemburgischen Kirchen. Ja, liebe Leser, was viele von euch sich vielleicht gar nicht vorstellen können, ist in Luxemburg bittere Realität: man kniet nicht mehr vor Gott, die Menschen sitzen auf ihrem A…llerwertesten und stehen (wenn überhaupt) zur Wandlung auf - ganz ehrfürchtig natürlich. Nach den Wandlungsworten zieht die Schwerkraft die Mehrzahl der luxemburger Hintern wieder auf ihre gepolsterten Stühle zurück. Sollte mal ein Verrückter wie ich dort zur Messe gehen und sich - o Gott - tatsächlich auf die Fliesen knien, stehen die stehenden Christen unter Schock. So schrieb mir neulich eine Bekannte, mit der ich in Luxemburg zur Messe war: „Am besten gefiel mir freilich, wie deine diversen Kniefälle eine Vielzahl von Leuten regelrecht schockiert haben.“
Ich frage mich immer, wie es dazu kommen konnte. Wie konnten Priester und Bischöfe es zulassen, dass das kniende Beten aus der Kirche verbannt wurde? Dort im heiligen Raum wird die heiligste aller Handlungen vollzogen, und wir kleinen Würmlein dürfen daran teilhaben, dürfen Kraft aus dem Opfer Christi schöpfen. „Da kommt es einem ganz von selbst, dass man vor Ihm nicht stolz dastehen darf. Man möchte die eigene Gestalt tiefer machen, damit sie sich nicht so anmaßend aufrecke - und sieh: schon ist die Hälfte ihrer Höhe geopfert: der Mensch kniet. Und ist es seinem Herzen noch nicht genug, so mag er sich noch beugen dazu.“ (Romano Guardini)
Der heilige Paulus schrieb bereits vor 2000 Jahren, dass „alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde ihre Knie beugen“ sollen „vor dem Namen Jesu“. „Nur die Luxemburger nicht“ lese ich nirgends im Philipperbrief. Gott sei Dank lebe ich jenseits der Grenze in der schönen Eifel, wo die Kirchen wenigstens noch Kniebänke haben.
UPDATE: Mir wurde mittlerweile mitgeteilt, dass das ganze Geburtstagstheater dem Bischof auch keinen Spaß gemacht haben soll. Ich möchte Erzbischof Franck ja auch kein Unrecht tun. Vielleicht war es so, dass die ganze Aktion von irgendwelchen kreativen Köpfen ausgedacht und geplant wurde und der Bischof davon nichts wusste. Mit dem Theater in der WJT-Messe muss es wohl ähnlich gewesen sein. Vielleicht sollte er seine Mitarbeiter auf eindeutige Richtlinien aus dem Vatikan hinweisen, um derartiges Getue in der Messe von vornherein zu vermeiden.
USA-Bischöfe zwitschern

Ich vermute, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis alle, die jetzt eine Email-Adresse benutzen, auch einen Twitter-Account ihr eigen nennen und fleißig ihre Tweets aussenden werden. Nützlich ist es allemal. Das versteht nur noch nicht jeder. Eine interessanten Vortrag über den Nutzen der Zwitscher-Plattform gibt’s bei den Google-Tech-Talks.
Gewöhnen wir uns an den Satz „Follow me on Twitter” - er wird immer öfter auftauchen.
Behüten statt verhüten

Ein Satz von Papst Benedikt hat wieder mal ausgereicht, dass ein Aufschrei des Entsetzens durch alle Welt geht. In diesem wilden Gebrüll gegen Papst Benedikt und gegen das, was offensichtlich weder verstanden noch hinterfragt wurde, ist es fast unmöglich, hinzuhören auf das, was der Papst wirklich vertritt. Aus diesem Grund werden tagtäglich unnötigerweise bissige, bösartige und zum Teil auch einfach dumme Kommentare auf der Welle der Anti-Papst-Bewegung veröffentlicht.
Der Papst könnte es sich leicht machen - wie leider viele Vertreter der Kirche es tatsächlich tun - er könnte die Lehre der katholischen Kirche verleugnen und Kondome als Schutz vor Aids empfehlen. Die Welt würde ihm vielleicht sogar ein wenig zujubeln.
Es scheint der Mehrheit der überaus aufgebrachten Menschenmenge zu entgehen, dass die Kirche eine der aktivsten und erfolgreichsten Hilfsorgane in den betroffenen Gebieten auf dem afrikanischen Kontinent bildet. Viele derjenigen, die in Worten fuchsteufelswild auf den Papst einschlagen, scheren sich in Wirklichkeit wenig um das Leid der Afrikaner und um die wahre Achtung vor dem Leben. Wer ist denn bereit, aktiv zur Linderung des Leides beizutragen, etwa durch monatliche Spenden oder gar durch einen Aufenthalt in Afrika? Ich kann nicht umhin, an unzählige Katholiken zu denken, an Geistliche, an Ordensschwestern, die auf eine Karriere und auf den Luxus, den sie in unseren Kulturkreisen gehabt hätten, verzichten, um vor Ort - ungesehen von unseren Medien - die Welt ein klein wenig zum Guten zu verändern.
Hätten der Papst und romtreue Katholiken nicht den Mut, sich heute noch für Enthaltsamkeit und eheliche Treue einzusetzen, wer würde diese Möglichkeit überhaupt in Erwägung ziehen und sie als schönste und idealste aller Vorstellungen von Sexualität leben und verkünden? Wahrscheinlich niemand.
Schauen wir einen Augenblick auf unsere „aufgeklärte“ und „fortschrittliche“ Gesellschaft, da das Stichwort „Kondome“ uns direkt anzusprechen scheint. Anders ist die Wucht der emotionalen Reaktionen auf die Aussagen des Papstes nicht zu erklären. Ein verantwortungsloser Umgang mit dem Geschenk der menschlichen Sexualität, eheliche Untreue, ein auf die reine Körperlichkeit beschränktes Verständnis von Sexualität sind auch bei uns für unsagbares Leid verantwortlich. Wir haben uns derart an häufige Partnerwechsel von Jugend an und an die erschreckend hohe Zahl von Scheidungen und Trennungen gewöhnt, dass wir scheinbar nicht mehr wahrnehmen, wie viel Schmerz und Verletzungen, Entfremdung und Misstrauen damit einhergehen. Unzähligen Scheidungskindern wird das Recht auf eine glückliche Kindheit in einer intakten Familie genommen. Unnötiges Leid fügen „Lebensabschnittspartner“ sich gegenseitig zu, weil sie die größere, heilige Dimension der Sexualität, für die die Kirche sich einsetzt, nicht verstehen und nicht leben. Wird unseren Kindern in diesem Umfeld später eine gesündere Partnerschaft, ein besseres Familienleben glücken?
Wir ignorieren ebenso den direkten Zusammenhang zwischen falsch gelebter Sexualität und Abtreibung. Das Abtreiben unschuldiger Menschenkinder ist fraglos der größte Skandal in unserer Gesellschaft, vor allem deswegen, weil die Aufklärungsarbeit hier in die gänzlich falsche Richtung geht und die wahren Werte in perverser Weise verdreht werden. Das Recht auf Töten wird als Freiheit der Frau propagiert. Präsident Obama, dem im Gegensatz zu Papst Benedikt die Welt frenetisch applaudiert, ist ein Vorreiter dieser menschenverachtenden Bewegung, über die unsere Nachfahren hoffentlich mit Entsetzen und Trauer in den Geschichtsbüchern lesen werden.
Kommen wir zum Papst-Interview während seines Flugs nach Afrika zurück: Papst Benedikt hat durch seinen Hinweis, dass „das Übel nicht mit der Verteilung von Kondomen gelöst werden“ kann, bekräftigt, dass die Kirche ein ganzheitliches Verständnis von körperlicher Liebe fördern möchte, das als Folge nicht nur einen drastischen Rückgang an HIV-Infizierungen haben könnte (und bereits hat!), sondern auch eine intaktere Gesellschaft, da letztlich nur gesunde Familien als „Keimzellen der Gesellschaft“ zu einer wirklich friedvollen und guten Gemeinschaft der Menschen untereinander dauerhaft beitragen können. Dass auf einem derart niedrigen und bösartigen Niveau über die Kirche geschimpft wird, ist ein gutes Beispiel für den Verlust wahrer Werte in unserer Kultur.
Durch das Verteilen von Präservativen wird das wahre Übel eben nicht bekämpft, sondern nur ein Symptom, und das auch erwiesenermaßen nie so wirksam wie eheliche Treue oder Abstinenz im Falle einer Infektion. Es wird eine falsche Botschaft ausgesendet, die auf Dauer das Problem nie an der Wurzel packen kann. Es sollte auch nicht übersehen werden, dass niemand sich vorschreiben lässt, mit dem Sex bis zur Ehe zu warten oder seinem Partner die Treue zu wahren. Genau so wenig wird letzten Endes niemand - auch nicht in Afrika - sich sagen lassen, ob er Kondome benutzen darf oder nicht. Wieso also die ganze Aufregung? Vernehmen wir etwa eine leise Rührung des Gewissens? Wird vielleicht so laut gebrüllt, damit man den eigenen Lebenswandel nicht in Frage stellen muss?
Anstatt zu schimpfen, sollten wir dankbar sein, dass eine einsame Stimme in der Wüste noch den Mut hat, sich durch das Aussprechen der Wahrheit unpopulär zu machen. Es geht dem Papst auf einer tieferen Ebene um Behütung vor tragischem Leid. Hierzulande und in Afrika. Wer Ohren hat, der höre!
Warum der Papst Möhren empfiehlt

Am 7.7.2007 veröffentlichte Seine Heiligkeit Papst Benedikt XVI. ein Motu Proprio demgemäß der Missstand in der katholischen Kirche abgeschafft werden soll, dass Priester eine Sondergenehmigung ihres Bischofs benötigen, um die heilige Messe in ihrer vorkonziliaren Form feiern zu dürfen.
Eine offensichtliche Abneigung gegenüber der tridentinischen Messe ist bei vielen geistlichen Würdenträgern, Priestern und Theologen festzustellen. Daraus resultiert oftmals eine Diskriminierung der Gläubigen innerhalb des Volkes Gottes, die sich vom so genannten „Alten Ritus“ angezogen fühlen.
Umso enttäuschender ist nun die Stellungnahme unseres Erzbischofs Fernand Franck, der die „Alte Messe“ als Schatz der katholischen Kirche und der christlichen Kulturgeschichte schlechthin nicht zu würdigen weiß, sondern in seinem zwei Drittel des Textes einnehmenden „Bekenntnis zur liturgischen Erneuerung“ fast ausschließlich die Vorzüge der erneuerten Liturgie gegenüber der tridentinischen Messe hervorhebt und dabei auch noch behauptet, dass „die von Papst Benedikt XVI. in seinem Brief vom 7. Juli 2007 an die Brüder im Bischofsamt erwähnten Entstellungen“ … „in Luxemburg gottlob selten sind“.
Folgende Begebenheiten sind keine Seltenheit, sondern stehen an der Tagesordnung in den Kirchen Luxemburgs: Man geizt am „Tisch des Gotteswortes“ und streicht mal Sonntags eine Lesung – entweder um Zeit zu sparen oder um sie durch ein Schauspiel zu ersetzen. Priester verändern hier und da die vorgegebenen Messtexte, mal wird der Friedensgruß weggelassen, mal am Hochgebet rumgebastelt, mal an möglichst vielen anderen Stellen versucht, kreativ zu sein. Kommunionhelfer werden eingesetzt, obwohl keine Notwendigkeit dazu besteht. Am Altar bedient man sich wie an einer Bar und taucht den Leib Christi eigenhändig in den Kelch mit dem Blute Christi ein. In vielen Kirchen Luxemburgs sind die Kniebänke entfernt worden, so dass sogar das Knien bei der Wandlung, was wenigstens hier noch die Ehrfurcht vor Gott in Seiner leiblichen Gegenwart zum Ausdruck bringen sollte, den meisten Gläubigen fremd geworden ist. Die Liste ließe sich weiter fortsetzen. „Wo immer man bei liturgischen Besinnungen nur darüber nachdenkt, wie man Liturgie attraktiv, interessant, schön machen kann, ist Liturgie schon verfallen. Entweder ist sie Opus Dei mit Gott als dem eigentlichen Subjekt oder sie ist nicht.“ Diese Worte des Papstes anlässlich seines Besuchs im Zisterzienserstift Heiligenkreuz am 9. September 2007 treffen nicht nur auf die Gottesdienste außerhalb, sondern leider vielmals auch innerhalb Luxemburgs zu. Hier sollte man nicht die Augen verschließen.
Es sollen nun jene Priester streng überwacht werden, welche die Messe nach dem tridentinischen Ritus feiern wollen, um auf Nummer sicher zu gehen „dass die außerordentliche Form der Messe“ nicht als „Ausdruck bestimmter gesellschaftlicher oder politischer Positionen und Strömungen und somit als ‚Flagge‘ kirchenfremder Anliegen missbraucht wird“. Paradoxerweise wird zum Seelenheil der Gläubigen nicht sichergestellt, dass die Mitarbeiter der katholischen Kirche in Luxemburg treu zur Lehre der Kirche stehen. Es ist kein Geheimnis, dass Theologen in Luxemburg den Papst in seinem Engagement für den Erhalt traditioneller Werte ablehnen und hier eine neue Art der „integralen Spiritualität” zu kreieren versucht wird, die mehr mit Esoterik als mit gesundem katholischen Glauben zu tun hat.
Wer sich in Luxemburg nicht den modernistischen Strömungen des Zeitgeistes anpasst, wird von den so genannten Liberalen aufs Äußerste angegriffen und verleumdet. Dies ist die traurige Realität, die der Verfasser erlebt. Ich bekenne mich zum II. Vatikanum und zum ordentlich gefeierten „ordentlichen Ritus“. Der in der Theorie nie abgeschaffte und jetzt wieder frei zugänglich gemachte Tridentinische Ritus ist mir persönlich jedoch lieber und sollte in seiner Tiefe und seinem Reichtum den gläubigen Katholiken tatsächlich leichter zugänglich gemacht und auch schmackhafter und verständlicher nahe gebracht werden als dies Seine Exzellenz in der Stellungnahme vom 8. September 2007 getan hat.
Um es salopp auszudrücken: Wenn der Papst wieder mehr Möhren anbieten möchte, muss man jetzt nicht versuchen, um jeden Preis Kartoffeln zu verkaufen. Warum setzt sich der Papst für Möhren ein, welche Vitamine enthalten sie und wie wirken sich diese auf den (geistlichen) Organismus des Menschen aus? Das wären zu diesem Zeitpunkt meines Erachtens nach die entscheidenden Fragen.
Johannes Paul II. und seine Mutter Maria

Ich stehe auf einem hölzernen Klappstuhl auf der Piazza San Pietro, gut 100 m vom schlichten Sarg unseres geliebten Papstes Johannes Paul II. entfernt und verfolge gebannt den feierlichen und erhabenen Trauergottesdienst, an dem dank der medialen Ausstrahlung weltweit wohl bis zu einer Milliarde Menschen teilnehmen. Berührt und überwältigt von der Liebe der Pilger, deren Herz es ebenso wie mich und die fünfzig anderen kath.net-Leser unserer Busreise nach Rom verschlagen hat, bete ich im Stillen und danke Gott für diesen großen Papst.
Immer wieder denke ich an Maria, die Mutter Jesu, in deren Hände Karol Wojtyla sein Leben bedingungslos gelegt hat. Nachdem er als junger Mann während der Wirren des Zweiten Weltkrieges im Jahre 1942 in der Chemiefabrik Solvay, wo er damals arbeitete, das „Goldene Buch“ des hl. Ludwig Maria Grignion de Montfort zum ersten Mal gelesen hatte, ein Buch „über die wahre Verehrung der seligen Jungfrau Maria“, klärte sich in ihm die Frage nach seiner Berufung vollends. Er, der das Schauspielen, die Dichtkunst und die Philosophie so sehr liebt, tritt im Herbst 1942 ins Priesterseminar von Krakau ein.
Bereits seit seinem zehnten Lebensjahr trägt er das Karmelskapulier, Zeichen inniger Marienverehrung und innerer Verbundenheit mit dem Karmel, dem wohl marianischsten aller Orden. Nicht einmal bei seiner Operation nach dem gesundheitlich folgenschweren Attentat von 1981 lässt er zu, dass man ihm das Skapulier abnimmt.
Als er 1978 zum Papst gewählt wird, betont er sogleich den hohen Stellenwert, den der Rosenkranz, sein Lieblingsgebet, für ihn hat: „Er ist ein wunderbares Gebet, wunderbar in seiner Schlichtheit und Tiefe“, das „uns (…) durch das Herz seiner Mutter in lebendige Verbindung mit Jesus bringt“ (Rosarium Virginis Mariae, Nr. 2).
Durch Maria zu Jesus. – Dies ist der Weg, der einen der größten Päpste aller Zeiten hervorgebracht hat, einen Papst, der die Menschen geliebt hat, mit jeder Faser seines Herzens, und der diese Liebe in Wort und Tat bewiesen und gelebt hat. Weshalb lagen und liegen ihm so viele Herzen zu Füßen? Weil wir uns geliebt wussten vom polnischen „Stellvertreter Christi auf Erden“. Christen sowie Menschen anderer Konfessionen und Nichtgläubige fühlten, dass die Liebe dieses Menschen und seine Sorge um das Geschick der Menschheit durch und durch echt waren.
In seiner ersten Enzyklika „Redemptor Hominis“ aus dem Jahre 1979 stellt er die Weichen für das kommende Vierteljahrhundert seines Pontifikats: „Der Erlöser des Menschen, Jesus Christus, ist die Mitte des Kosmos und der Geschichte“ (Redemptor Hominis, R.H. Nr. 1). Er spricht sich aus für die Würde und die Freiheit jedes Menschen und gegen jegliche Form der Ungerechtigkeit. Die „Königswürde“ des Menschen „besteht im Vorrang der Ethik vor der Technik, im Primat der Person über die Dinge, in der Überordnung des Geistes über die Materie“ (R.H. Nr. 16). Diesem „Wahlprogramm“ ist Johannes Paul II. zeit seines Lebens treu geblieben.
Die Welt bewundert das Wirken dieses Papstes, seine Güte und seine Menschlichkeit, lobt seinen unermüdlichen Einsatz für Frieden und Gerechtigkeit, seinen Mut zum offenen Dialog mit Andersdenkenden, seine große Demut, die ihn dazu bewog, um Vergebung für die Sünden der Kirche zu bitten und sein Kreuz der Krankheit und des Alters bis zum Ende ohne Klagen zu ertragen und somit die christliche Botschaft von Kreuz und Auferstehung vor den Augen aller zu bekunden. Kaum jemand, der ihn erlebte, blieb unberührt von seinen Worten und Taten. Doch wir sollten die Gnade dieser Stunde dazu nutzen, tiefer zu schauen: Johannes Paul II. zeigte stets auf Jesus Christus, den Erlöser der Menschheit, der in der Kirche im Sakrament der Eucharistie präsent ist, der „Quelle des Lebens und der Heiligkeit“ (Litanei vom Herzen Jesu). Diese Quelle, das Zentrum, die Mitte, das Herz unseres christlichen Glaubens hat unserem Heiligen Vater die Kraft gegeben, Stimme des Gewissens in einer so gewissenlosen Zeit zu sein!
Schauen wir nach innen! Nicht die Form gebiert den Inhalt, sondern der Inhalt schafft das Äußere, die Form. „Ein guter Mensch bringt Gutes hervor, weil in seinem Herzen Gutes ist. (…) Wovon das Herz voll ist, davon spricht der Mund“ (Lk 6, 45). Johannes Paul II. war ein Nachfolger Christi, dessen ganzes Leben auf Christus verweist, wie ein Fenster, durch das die barmherzige Liebe Gottes schien und weiter scheinen wird. In grenzenlosem Vertrauen auf seine himmlische Mutter Maria hat er die Kirche durch den „neuen Advent“ (R.H. Nr. 1) des „Großen Jubiläums“ des Jahres 2000 geführt. Als er am 16. Oktober, dem Beginn des 25. Jahres seines Pontifikats mit dem Apostolischen Schreiben „Rosarium Virginis Mariae“ der Christenheit erneut den unschätzbaren Wert des Rosenkranzgebetes ans Herz legte, das Jahr des Rosenkranzes ausrief und die neuen „lichtreichen Geheimnisse“ veröffentlichte, die im Geschenk Christi der Eucharistie an uns gipfeln, setzte er wiederholt ein Zeichen seines marianischen Weges, der für alle Katholiken verbindlich sein sollte:
Durch Maria zu Jesus. – Johannes Paul II. führte sein Werk „zum Höhepunkt des beschrittenen Weges“ (Mane Nobiscum Domine, M.N.D. Nr. 10), indem er nach der bedeutenden Enzyklika über die Eucharistie am 7. Oktober 2004 (Gedenktag Unserer Lieben Frau vom Rosenkranz!) sein letztes Apostolisches Schreiben „Mane Nobiscum Domine“ veröffentlichte und das Jahr der Eucharistie ausrief, um somit die Christen erneut als ihr Vater, Hirte und Lehrer tiefer in dieses unergründliche Geheimnis einzuführen. Es ist sicher kein Zufall, dass Papst Johannes Paul II. diese Welt im Jahr der Eucharistie verlassen hat, dessen Höhepunkt für viele junge Menschen aus der ganzen Welt der Weltjugendtag in Köln sein wird: „Sehr viel erwarte ich schließlich von euch, liebe Jugendliche, während ich unsere Verabredung für den Weltjugendtag in Köln in Erinnerung rufe. Das Thema ‚Wir sind gekommen, um ihn anzubeten’ (vgl. Mt 2,2) eignet sich in besonderer Weise dafür, um euch die rechte Haltung nahezubringen, wie wir dieses eucharistische Jahr leben können. Bringt zu diesem Treffen mit dem unter dem eucharistischen Schleier verborgenen Jesus die ganze Begeisterung eurer Jugend, eurer Hoffnung und eurer Liebesfähigkeit mit!“ (M.N.D. Nr. 30). Er hinterlässt nicht nur der Kirche, sondern der ganzen Menschheit ein derart reiches Erbe, das im gegenwärtigen Augenblick sicher noch niemand wirklich zu erfassen vermag. Lassen wir uns weiterhin von ihm unterweisen, seine Lehre studieren und ergründen, um uns von ihm dorthin führen zu lassen, wohin er die Menschheit als Mensch, Priester, Bischof, Kardinal und letztendlich als Papst immer geleiten wollte:
Durch Maria zu Jesus.