Zum 101. Geburtstag von David Oistrach…

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…möchte ich zu später Stunde noch eine wundervolle Aufnahme dieses Ausnahmekünstlers posten. Schwer bei den vielen herrlichen Videos, die sich von David Oistrach auf YouTube finden, ein Stück auszuwählen. Ich habe mich für den wunderschönen zweiten Satz aus dem Doppelkonzert BWV 1043 in d-moll von Johann Sebastian Bach entschieden, den er hier kongenial mit Yehudi Menuhin interpretiert. Menuhin durfte ich als Kind noch live erleben, als er in Straßburg ein Jugendorchester mit Beethoven-Symphonien dirigierte. Nach dem Konzert bekam ich in der Loge von dem kleinen großen Mann (ich schätze, dass er nicht größer als 1,55 war) sogar ein Autogramm. Oistrach starb noch vor meiner Geburt. Wie gerne hätte ich diesen Mann live spielen gehört!




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Abendsegen

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Eine Musik, bei der mir immer wieder wohltuende Schauer über den Rücken krabbeln, ist die Kinderoper „Hänsel und Gretel“ von Engelbert Humperdinck. Eigentlich wollte ich vorgestern darüber gebloggt haben, da der 27. September der (heuer 88.) Todestag dieses wunderbaren Komponisten ist. Doch auch heute scheint mir ein guter Anlass zu sein, feiern wir doch das Fest der heiligen Erzengel Michael, Gabriel und Raphael. Und am 2. Oktober, also am kommenden Freitag ehrt die Kirche unsere heiligen Schutzengel.

Heute Vormittag habe ich ein liebevoll gemachtes Musikvideo auf YouTube gefunden, in dem der berühmte „Abendsegen“ aus „Hänsel und Gretel“ mit hübschen Schutzengelbildchen unterlegt wurde:



Musikalisch besser gefällt mir die Klassiker-Version mit Elisabeth Schwarzkopf und Elisabeth Grümmer unter Herbert von Karajan:



Ebenfalls schön interpretiert, je nach Geschmack jedoch vielleicht etwas zu kitschig aufgezogen, ist die Weihnachtskonzertfassung von Renée Fleming, in der die Altstimme von mehreren Sängerknaben gesungen wird:



Besonders reizend ist freilich diese Version mit zwei kleinen Jungs als Solisten. Zu was Kinder alles fähig sind, wenn man sie fördert! Gut, der Schluss ist etwas schrill, aber das wird jeder den kleinen Wonneproppen nachsehen, hoffe ich. :)



Anhören solltet ihr euch auf jeden Fall auch die fantastische Ouvertüre zur Oper:



Und zu guter Letzt noch das Gebet zum Mitbeten (sollte es noch nicht bekannt sein):

Abends wenn ich schlafen geh,
Vierzehn Engel bei mir stehn,
Zwei zu meiner Rechten,
Zwei zu meiner Linken,
Zwei zu meinen Häupten,
Zwei zu meinen Füssen,
Zwei die mich decken,
Zwei die mich wecken,
Zwei die mich weisen
In das himmlische Paradeischen.

Eine gesegnete Nacht!


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MusicMonday: Ballade Nr. 1 op. 39

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Heute stelle ich euch das erste Stück von mir vor, das gänzlich auf dem Notenpapier entstanden ist, bevor ich es auf dem Klavier ausprobiert und nachgebessert habe. Normalerweise lasse ich die Ideen am Flügel unter meinen Fingern zustande kommen, und erst nachdem ein relativ großer Abschnitt im Kopf fertig ist, wird aufgeschrieben. Im März 2000, als diese Komposition entstand, war ich also selbst erstaunt über das klanglich und formal für mich sehr ungewohnte Resultat dieses Experiments. Ausgangsidee des Werks war der Gedanke an einen Hauptbahnhof. Der vorwärts drängende Ostinatobass im Dreivierteltakt stellt wohl das Motorengeräusch einer Lokomotive dar. Es folgen einzelne Szenen, die vielleicht persönliche Schicksale der Reisenden erzählen. Man könnte sich schmerzhafte Abschiede mit winkenden Taschentüchern vorstellen oder Menschen, die gehetzt ihrem Zug nachlaufen…

Die Suche nach dem passenden Namen

Das Stück nannte ich folglich „Hauptbahnhof“ und hing ihm die Opuszahl 39 an (es ist meine 39. Komposition). Im Laufe der nächsten 5 Jahre schrieb ich zwei weitere Stücke, die ähnlich lang und formell genau so uneindeutig sind, und denen ebenfalls ein erzählerischer Duktus innewohnt (die werde ich an den nächsten beiden Montagen vorstellen). Bei der Programmierung eines Konzerts stellte neulich fest, dass diese drei Stücke zusammen eigentlich einen wunderbaren Zyklus bilden. So kam mir die Idee, sie unter anderen Titeln zu einem großen, halbstündigen Werk zusammenzufügen (die beiden anderen sind betitelt mit „Chenresig“ – ja, das stammt aus meiner „buddhistischen Phase“… – und „Blessing“). Ich habe sie dann auf meiner Homepage vor einigen Monaten unter dem Titel „Via Cælestis“ veröffentlicht. Die jeweiligen Untertitel lauten: „Inferno“, „Purgatorio“ und „Paradiso“ - angelehnt an Dantes „La Divina Comedia“.

Aber – ich finde keine rechte Freude an diesen Namen. Immer noch schwebt mir die Bezeichnung „
Ballade“ im Hinterkopf, die dem Hörer wesentlich mehr Spielraum für seine Fantasie lässt und überdies doch wirklich gut zur formellen Anlage der drei Stücke passen würde. Der Musikbewanderte wird natürlich sofort an Chopins, vielleicht auch an Brahms’ oder Franz Liszts Balladen denken. Und genau das schüchtert mich wiederum ein. Ist es nicht vermessen, eigene Klavierstücke so zu betiteln?

Zumindest finde ich „Ballade“ zum jetzigen Zeitpunkt doch am geeignetsten, weshalb mein ehemaliger „Hauptbahnhof“ jetzt an dieser Stelle unter dem Namen „Ballade Nr. 1 op. 39“ vorgestellt wird. Wie findet ihr das? Kann ich das so lassen? Sollte „Hauptbahnhof“, der ursprüngliche Titel, noch als Beinamen dem Stück erhalten bleiben? Wegschmeißen? Ich bin dankbar für Hinweise!

Das Stück

Nach diesem ausgedehnten Einblick in die wirren Gedanken eines unentschlossenen Komponisten über die doch nicht unwichtige Frage nach dem Titel der Komposition, möchte ich endlich eine kleine Einführung in die Musik selbst geben. Um die geht es ja schließlich in diesem Beitrag. Ich beschränke mich dabei auf eine formale Analyse, um dem geschätzten Hörer ein möglichst unvoreingenommenes Hörerlebnis zu lassen. Also, bitte den ganzen Anfang vergessen! ;-)

Ballade Nr. 1 op. 39  by  davidianni

Abschnitt I. Wie gesagt, ein Ostinato-Pedal eröffnet die Ballade. :-) Dieser Rhythmus durchzieht das ganze Stück und lässt einfach nicht locker. Nach den ersten 4 Takten erhebt sich aus dem Dunkeln ein aufwärts strebendes Motiv - nennen wir es das erste Thema - und verdichtet sich nach und nach, um nach etwa einer Minute in einer Art zweitem Thema zu landen, das in Hemiolen über einer fließenden Bassbewegung kreist. Doch wie bereits erwähnt, lässt der Hauptrhythmus sich nicht kleinkriegen und meldet sich auch hier ständig in kleinen Einschüben. Das erste Thema (das aufstrebende) erscheint nun in sanfterem Ausdruck und in höherer Lage. Die verschiedenen Motive wechseln sich ab und beschließen den ersten großen Abschnitt mit perlenden Tönen im Diskant. Nachdem sie weich nach unten getropft sind, geht’s bei 3’47’’ wieder von vorne los.

Abschnitt II. Doch ist es keine reine Wiederholung des ersten Teils. Bei ungefähr 4 Minuten 20 erklingt das erste Thema nun in der linken Hand, während die rechte scharfe Harmonien in schnellen Repetitionen auf die Klaviatur hämmert. Das Ostinato (dum-dum-dudu-dum-dum!) ist in die rechte Hand gewandert und wirkt ungeduldiger denn je. Das Kreisen des zweiten Themas mischt sich dazu und schwingt sich willensstark in immer höhere Sphären, wo auch schon wieder der Hauptrhythmus sich durchsetzt. Das Ganze beruhigt sich aber wieder und fließt zurück nach unten. Bei ca. 6’00’’ hat sich das ursprüngliche Thema des Beginns vollkommen gewandelt. Unser rhythmisches Motiv klopft beinahe etwas verunsichert und wesentlich langsamer in der Höhe, während das erste Thema von der linken Hand (aber dennoch immer noch in Sopranlage) darunter gesungen wird. Es perlt und klopft weiterhin, wird aber immer langsamer… Oje. Bei 6’45’’ meldet sich wieder der bedrohliche Bass und kündigt einen erneuten Kampf an. Etwas ratlos verklingen bitonale Harmonien.

Abschnitt III. In der Sonatenform würde man von der „Reprise“ sprechen. Der Bass hat sich entschlossen (7’30’’): er reißt die Zügel wieder an sich, doch diesmal noch wuchtiger als zuvor. Das zweite Thema kommt erst gar nicht mehr zu Wort (es ist ja auch keine Sonate, in der es der Regel nach jetzt nach dem ersten Thema auch wiederkehren sollte). Alle Stimmen vereinen sich zu einem kampflustigen Tumult, der schneller und schneller nach vorne rast. Es drehen und kreisen und schichten sich die Klänge, bis sie sich am Schluss erschöpft, aber ungebrochen über die ganze Tastatur hinab in die Tiefe stürzen…

Hier geht es weiter mit der 2. Ballade und der 3. Ballade


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Only You - Gib der Liebe eine Chance!

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Bereits Gabriele Kubys erstes Buch zum Thema Liebe und Sexualität, „Ausbruch zur Liebe“, habe ich mit Begeisterung und großem Gewinn gelesen. In ihrem neuen Buch „Only You“, das diesen Sommer erschienen ist, widmet sich die Publizistin und Mutter von drei Kindern erneut diesem grundlegendsten Thema der menschlichen Existenz, dieses Mal jedoch noch prägnanter und gebündelter als in „Ausbruch zur Liebe“.

Das Büchlein umfasst gerade mal 80 Seiten und richtet sich an junge Menschen, die auf der Suche nach erfüllter Liebe sind. Also wohl an alle Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die offen und mutig genug sind, sich mit Ideen auseinanderzusetzen, die ihr Leben von Grund auf verändern können. Der Leser wird von der Autorin behutsam und doch zielsicher in Gedankengänge zum Thema Liebe, Freundschaft und Sexualität eingeführt, die für viele vielleicht neu und ungewöhnlich sein werden, aber dennoch leicht nachvollziehbar bleiben. Das Buch ist in einem sehr persönlichen Ton gehalten und lädt auf unaufdringliche Weise auf ein imaginäres Gespräch mit der Autorin ein, das „ungefähr so lang wie ein Besuch“ dauert. Wer sich darauf einlässt, wird bald spüren, dass hier jemand schreibt, dem es nicht um Verkaufsquoten, sondern aufrichtig um das Wohl des Adressaten geht. So fehlt dem Buch beispielsweise jeglicher Hinweis auf Gabriele Kubys anderen (äußerst empfehlenswerten!) Bücher oder sonstige Eigenwerbung, die Büchern aus der Sparte „Ratgeber“ sonst meist zu eigen ist.

Mit Beginn der Pubertät wächst der Sexualtrieb und die Frage nach Sex und Liebe gerät mehr und mehr in den Vordergrund des jungen Menschen. Die Möglichkeit, damit verantwortungsbewusst und klug umzugehen, um sich unnötige Verletzungen zu ersparen und einen Grundstein für eine lebenslange, glückliche Partnerschaft zu legen, wird den Jugendlichen unserer Zeit jedoch kaum mehr vermittelt. Was die „sexuelle Aufklärung“ des Mainstream propagiert und als „Liebe“ verkauft, sind Ideologien über Sexualität und deren Sinn und Ausleben, die nicht zu erfüllter Liebe führen können. Die ungeheure Anzahl der Scheidungen und unglücklichen Beziehungen, der Alleinerziehenden und der Abtreibungen sollte dies zur Genüge bewiesen haben.

Da die 68er Generation mit ihrer „sexuellen Revolution“ radikal und erfolgreich gegen ihre Eltern und deren Moralvorstellungen rebelliert hat, gibt es für die Jugend von heute
„keine Grenzen mehr, die ihr einreißen könntet. Neu wäre Umkehr statt Revolution.“ Den Weg dieser Umkehr weist Gabriele Kuby in den 11 Kapiteln ihres Büchleins klar und verständlich auf. Wer ihn wagt, „wird erfahren, dass das Leben gut wird, sich Lebensfreude und Zufriedenheit einstellen und unvermeidliches Leid getragen werden kann.“

Ein derartiges Buch kann gar nicht genug empfohlen und den jungen Menschen ans Herz gelegt werden. Wer endgültig die Schnauze voll hat von Beziehungsstress und dem Schmerz unglücklicher Beziehungen, wird in „Only You“ Ideen finden, die wie Dynamit die zerstörerischen Muster der Vergangenheit wegblasen und das Leben in eine ganz neue Richtung lenken können. Diese Erfahrung
habe ich gemacht. Wer bereits spürt, dass ungeschützter Sex - Sex, der nicht durch die Ehe und durch wahre Liebe geschützt wird - nicht sein Ding ist, wird hier Bestätigung und Ermutigung finden. Wer nicht weiß, wie er/sie mit dem Thema Sex umgehen soll, wird durch die Lektüre dieses kostbaren kleinen Buchs Klarheit gewinnen.

Seminar-Tipp:

Vom 2. bis zum 4. Oktober wird in
Reisbach (Bayern) ein Seminar mit Gabriele Kuby, Fabian Lair (22) und Pfarrer Martin Ramoser sowie den Schwestern und Brüdern vom Heiligen Blut und den Brüdern Samariter stattfinden.



Gloria.tv-Link zum Flyer


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Antonio in der Beichte

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Nein, natürlich war Antonio noch nicht beichten. Ob es allerdings erlaubt ist, dass ein Zweijähriger seinem Papa beim Beichten zuhört, weiß ich auch nicht, aber da Mama (die nach mir gehen sollte) mit dem kleinen Raphael gerade ziemlich beschäftigt war, beschloss ich kurzum, Antonio einfach mitzunehmen. Der Priester, ein gutmütiger alter Herr, den ich sehr schätze, hatte kein Problem damit, und so durfte mein Ältester sich in die Ecke auf einen Stuhl setzen, während ich mich vor das Beichtgitter hinkniete.

Antonio ist ein sehr quirliges Männlein, wie manche von euch vielleicht
hier schon gesehen haben. Doch in diesem heiligen Moment schaute der kleine Mann so gebannt und mucksmäuschenstill zu, dass ich ihn bald ganz vergaß. Kinder haben eben ein Gefühl für das Sakrale. Er schien zu verstehen, oder zumindest zu spüren, dass das Gespräch zwischen seinem Papa und dem Priester sehr wichtig sein musste.

Nach der Absolution spähte ich dann doch mal nach rüber, um nach Antonio zu schauen. Ich weiß nicht, wer mehr beeindruckt war - er über das merkwürdige „Beten“ des Papas vor diesem Gitter mit dem Priester dahinter oder ich über sein ehrfürchtiges Staunen ob des gerade Erlebten.

Kinder lassen einen das Leben in jeder Hinsicht neu entdecken, und dafür danke ich Gott!


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MusicMonday: Prélude

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Verrückt, wie die Zeit verfliegt. Wenn ich dieses Stückchen höre, kommt es mir vor, als hätte ich erst gestern in meinem Kinderzimmer am Klavier gesessen und ein Stück um diese kleine reizende Melodie gebastelt. Wenn ich mich recht erinnere, war ich zwölf Jahre alt… Viele Jahre später habe ich das Thema zu einem 4-stimmigen Kanon ausgebaut, der mit dem schönen marianischen Weihegebet („Totus tuus ego sum et omnia mea tua sunt“) gesungen wird. Unter der Rubrik „Noten“ findet ihr den Kanon in der „Missa Amicorum“.

Ich hoffe, dass das kleine Prélude euch Freude macht!

Prélude en Ré maj op. 0 by davidianni


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Vollkommenes Klavierspiel

Über einen meinen Lieblingspodcasts, „Was heute geschah“, wurde ich darauf aufmerksam, dass vorgestern vor 59 Jahren, also am 16. September 1950 der legendäre rumänische Pianist Dinu Lipatti sein letztes Konzert im französischen Besançon gab. Es gibt - Gott sei Dank - einen Mitschnitt dieses phänomenalen Konzerts.

Lipatti hatte seine professionelle Karriere als Konzertpianist gerade mal 15 Jahre zuvor mit Dame
Myra Hess' Transkription des Bach-Chorals „Jesus bleibet meine Freude“ aus der Kantate „Herz und Mund und Tat und Leben BWV 147“ begonnen. Ein gutes Jahrzehnt später ließen heftige Fieberschübe Böses ahnen. 1947 wurde eine seltene Form der Leukämie bei Lipatti diagnostiziert, die so genannte Hodkinsche Krankheit. Aufgrund seiner körperlichen Schwäche musste er zahlreiche Konzerte absagen. Die Entdeckung des Cortisons ließ eine Heilung der schweren Krankheit erhoffen, doch blieb die Behandlung letztlich erfolglos. 1950 fand das eingangs erwähnte Konzert statt. Auf dem Programm stand die erste Partita Johann Sebastian Bachs in B-Dur BWV 825, Mozarts a-moll-Sonate KV 310, zwei Schubert-Impromptus sowie die 14 Walzer von Frédéric Chopin. Auf dem zugeklappten Notenpult des Flügels stand ein Glas Wasser. Den letzten Walzer konnte der geschwächte Lipatti nicht mehr spielen. Stattdessen beendete er das Konzert mit dem Stück, mit dem er seine Karriere begonnen hatte: dem Bach-Choral „Jesus bleibet meine Freude“.

Jesus bleibet meine Freude,
Meines Herzens Trost und Saft,
Jesus wehret allem Leide,
Er ist meines Lebens Kraft,
Meiner Augen Lust und Sonne,
Meiner Seele Schatz und Wonne;
Darum lass ich Jesum nicht
Aus dem Herzen und Gesicht.

Dieses bewegende musikalische Vermächtnis blieb der Nachwelt dank des Mitschnittes von Dinu Lipattis „Abschiedskonzert“ erhalten. Für mich ist diese Aufnahme eine der schönsten Klavieraufnahmen schlechthin. Eine unerschöpfliche Tiefe durchdringt die Interpretation Lipattis, jede Note ist beseelt von religiösem Geist, der uns die Ewigkeit erahnen lässt. Die Klangkultur dieses begnadeten Pianisten bleibt unübertroffen. Man beachte das gleichmäßige Perlen der dahinfließenden Triolen in der rechten Hand und die wundervollen Choral-Einschübe, die wie runde, volltönende, weiche Glockentöne das Gebet des Bach-Chorals wiedergeben. Ein Musizieren, das in der Tiefe der Seele berührt.

3 Monate später erlag Dinu Lipatti seiner tödlichen Krankheit im Alter von nur 33 Jahren.




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Marisa Wilcke singt Hildegard von Bingen

Zum heutigen Gedenktag der heiligen Hildegard von Bingen möchte ich eine Künstlerin vorstellen, auf die eine Bekannte mich aufmerksam gemacht hat (Dank an Lidija!). Alexandra Maria Wilcke (s. Wikipedia und Homepage), bekannt aus Fernsehfilmen und -serien und Synchronsprecherin von Hollywood-Blockbustern wie „Herr der Ringe“, „Casino Royal“ und „Pocahontas“, hat unter dem Künstlernamen Marisa eine CD mit Gesängen der heiligen Hildegard aufgenommen.

In einem Interview sagt sie:
„Wer mir das erste Mal in meinem Leben von Hildegard von Bingen erzählt hat, ist mir nicht mehr wirklich in meinem Gedächtnis. Bewusst kam ich das erste Mal mit der heiligen Hildegard Ende 1999 in Berührung, einfach weil mein Zug kurz in Bingen hielt und ich mich sofort an Hildegard von Bingen erinnerte. Damals im Zug brannte ich sofort darauf, ihre Wirkungsstätten zu besuchen. Wer war sie? Wieso wird sie heute noch verehrt? Wie kam sie als Äbtissin dazu, gegen den Willen ihrer Oberen ein eigenes Kloster für ihre Nonnen zu bauen und dort einzuziehen? Sich nicht erschrecken zu lassen, sondern zu behaupten, um gleichzeitig diese Sanftmut und Liebe in ihren Texten und Liedern zu leben – errungene Ergebenheit! Sie war durchdrungen von etwas Höherem, und sie hat – nach großen inneren Kämpfen – dem vertraut. Ich denke, dass das ihr diese unglaubliche Kraft verliehen hat, die ich mit ihr verbinde, und den Mut vorwärts zu gehen, Grenzen zu erweitern. Wir haben eine so verrückte Welt, in der wir leben, dass das sich Besinnen auf andere Werte schon überlebensnotwendig geworden ist. Auch sich zu verbinden mit der Stille im Inneren, die einem dann doch so viel zu sagen hat, ist für mich ein Bestandteil meines Lebens, den ich nicht mehr missen möchte.“

Auf ihrer
zweiten Homepage, die den religiösen Gesängen der Künstlerin gewidmet ist, kann man ihre Hildegard-CD bestellen und einige Hörproben genießen.




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Anselm Grün über den Choral von Heiligenkreuz

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Die Kategorie, der dieser kurze Beitrag zugeordnet ist, sollte vielmehr „Aufschlussreiches“ statt „Lehrreiches“ heißen, entlarvt der folgende Auszug eines Radio-Interviews mit dem Bestsellautor und über-alles-Bescheid-Wisser Pater Anselm Grün doch einiges. Die wortwörtliche Mitschrift basiert auf der Sendung Klassik à la carte (einem meiner Lieblingspodcasts) vom 12.06.2009.



Journalistin: Hier im Kloster wird - Sie haben es gerade erwähnt - der gregorianische Gesang sehr gepflegt. Sie haben auch ein Buch über die spirituelle Kraft der Musik geschrieben. Es heißt: „Höre, so wird deine Seele leben“. [Klar, worüber hat der Mann noch nicht geschrieben?] Was passiert mit Ihnen, wenn Sie Musik hören?

P. Anselm Grün: [nuschelt:] Die Musik dringt einfach in tiefere Schichten ein. Wenn ich eine Bach-Kantate höre, muss ich nicht die Worte glauben, sondern die Worte fallen in die Seele hinein und ich spüre, was die Worte ausdrücken. Für mich ist Musik immer ein Fenster auch zum Himmel und ein Weg, offen zu werden für Transzendenz und in Berührung zu kommen mit meiner tiefsten Sehnsucht, mit meinem Herzen - oft kleben wir ja auch oberflächlich und äußerlich… - und die Musik ist für mich ein wichtiger Weg, mich zu spüren und in den Grund der Seele zu kommen und da die Sehnsucht zu spüren [spüren, spüren, spüren], dass die eigentliche Sehnsucht zu Gott geht.

Journalistin: Die Zisterzienser-Mönche vom Stift Heiligenkreuz sind ja mit ihrer CD mit gregorianischen Gesängen in den Charts gelandet, „Music for Paradise“ heißt die CD, glaube ich. Kennen Sie diese CD?

P. Anselm Grün: Ich habe sie nicht angehört. Es ist immer gefährlich, wenn man Choral dann zu sehr verzweckt, also Choral ist ein geistlicher Gesang und ich denke nicht, dass er für die Massen so geeignet ist, da wird dann irgendwas verfälscht. [Wie bitte?! Pater Grün, Sie verzwecken alles Mögliche, sei es katholisch oder nicht katholisch, um ihren Senf dazuzugeben und das dann in bares Geld umzuwandeln - zugegegeben, das können Sie gut - und jetzt bezichtigen Sie die Heiligenkreuzer Mönche der Verzweckung und Verfälschung, ausgerechnet Sie, die Sie den katholischen Glauben so oft bis zur Unkenntlichkeit entstellen und der breiten Masse ständig ein synkretistisches Mischmasch auftischen?!]



Eine kurze Klarstellung für P. Grün: Ich bin den Mönchen des Stiftes
Heiligenkreuz, und besonders dem Stiftskantor, der zum großen Teil für die Qualität des Gesanges verantwortlich ist, persönlich sehr verbunden und kann Ihnen, lieber P. Grün, versichern, dass hier der Choral so gesungen wird, wie die Mönche ihn auch ohne Mikrofone singen: das Herz auf Gott ausgerichtet, im Sinn die größere Ehre Gottes. Das Resultat wird aufgrund ihres Glaubens und ihres Talents eben besonders schön und ergreifend. Hinter dem Gebet (denn es ist gesungenes Gebet in reinster Form) verschwinden die Mönche - allen voran ihr Chorleiter - fast vollständig, während a) ihnen der Erfolg überhaupt nicht so wichtig ist, wie Sie vielleicht meinen, und b) sie diesen ganzen Medienrummel nicht lieben. Umso besser, dass ein Mönch - stellvertretend für alle - bereit ist, die Öffentlichkeitsarbeit zu übernehmen. P. Karl Wallner wird man oft gesehen, gehört, gelesen haben, Mitwirkende des „Hit-Albums“ wohl kaum.

Stört P. Anselm Grün vielleicht der Erfolg des Stiftes Heiligenkreuz, riecht er eine unliebsame Konkurrenz? Hat er geahnt, dass nach den Musik-Charts auch die Bestseller-Listen von Heiligenkreuzer Mönchen betreten werden? Es wäre höchst wünschenswert, dass P. Karl Wallner mit seinen Büchern auch ein breites Publikum erreicht. So hätten wir endlich ein katholisches Pendant zu Ihnen, lieber P. Anselm Grün. Aber keine Angst, die Welt liebt Ratgeber, und ich bin sicher, Sie haben noch nicht über jeden Furz einen solchen geschrieben.



P.S.: Surftipp - der YouTube-Kanal eines jungen Mönchs aus Heiligenkreuz mit vielen Videos über das Stift.


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Statistik zu Summorum Pontificum

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Über den 2. Jahrestag des Inkrafttretens von Summorum Pontificum hat Martin Bürger auf Exsvltet bereits hingewiesen. Ich möchte nur kurz auf die Stellungnahme von Pro Missa Tridentina aufmerksam machen, in der man die Stastiken zur Entwicklung seit dem Motu Proprio Papst Benedikts nachlesen kann. Bemerkenswert ist, dass die tridentinische Messe in Deutschland einen verhältnismäßig weit größeren Aufschwung erlebt hat als in Österreich und in der Schweiz. Dennoch bleibt zu beklagen, „daß einerseits eine Konsolidierung des schnellen Wachstums im ersten Jahr der Gltigkeit des Motu proprio ‚Summorum pontificum‘ erfolgt und daß andererseits der Bedarf noch lange nicht erfllt ist“, wie auf der Seite von Pro Missa Tridentina zu lesen ist.


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Weltlicher Komponist mit Sinn für Liturgie

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Auf ein bemerkenswertes Interview mit einem meiner Lieblingskomponisten, dem Filmkomponisten Ennio Morricone, wurde ich heute über kath.net aufmerksam. Das Original-Interview habe ich auf der englischen Seite von Zenit ausfindig gemacht.

Der Artikel beginnt mit dem Satz: „You may not recognize his name, but you will almost certainly be familiar with his music.“ Stimmt. Sollte sein Name nicht jedem bekannt sein, seine Musik ist es mit Sicherheit.

Wie fast jeder begnadete Musiker ist auch Ennio Morricone ein gläubiger Mensch. Das ist an sich noch nichts Außergewöhnliches. Erstaunlich ist allerdings seine luzide Haltung zur Kirchenmusik und seine Wertschätzung für Papst Benedikt XVI. „Heute hat die Kirche einen großen Fehler gemacht, in dem sie mit Gitarrenmusik und populären Liedern die Uhren um 500 Jahre zurückgedreht hat. Ich mag das überhaupt nicht“. Mit dem „Zurückdrehen der Uhren“ meinte der Oscar-Preisträger die Zeit vor dem Konzil von Trient, als Sänger Profanität mit heiliger Musik vermischt haben. Es sei sehr, sehr schwerwiegend, die „vitale und wichtige Tradition der Gregorianik“ für profane Musik mit religiösen Texten „wegzuwerfen“. Der Papst sei auf dem richtigen Weg, hier Korrekturen vorzunehmen, und er sollte es „mit noch mehr Festigkeit“ tun, da nur manche Kirchen seinen Korrekturen nachkommen, andere hingegen nicht.

Über seine Musik zum Film „
The Mission“ (sehr sehenswert!) meint Morricone, es sein ein Wunder und eine Gnade gewesen, dass die drei Hauptthemen der Filmmusik sich miteinander kombinieren ließen. Das war zu Beginn also wohl nicht vorgesehen, klingt im wunderschönen Endergebnis dann so:



[Update: Einen spannenden Beitrag zu Ennio Morricones Äußerungen gibt es auch bei Mater amata.]


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MusicMonday: Lydische Messe, Gloria

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Obwohl noch nicht ganz zum katholischen Glauben bekehrt, drängte es mich um die Jahreswende 2000/2001, eine lateinische Messe zu komponieren. Intuitiv griff ich zu den alten Kirchentonarten und komponierte die „Dorische Messe“ - logo - im dorischen Modus. Die Ausdruckskraft dieser Modi faszinierte mich so sehr, dass ich beschloss, in den Haupttonarten dorisch, lydisch, phrygisch und myxolydisch jeweils das ganze Ordinarium zu vertonen. Ein halbes Jahr später, im August 2001, komponierte ich die zweite Messe in dieser Reihe, die „Lydische Messe“. Der lydische Modus (F-G-A-H-C-D-E) klingt wegen des nach oben strebenden Tritonus F-H besonders strahlend. Im 8-stimmigen Gloria, dem mein heutiger „MusicMonday“-Post gewidmet ist, stelle ich homophone Partien polyphon verarbeiteten Passagen gegenüber, die im Mittelteil („qui tollis peccata mundi“) für eine gewisse Dramatik sorgen. Ab „quoniam tu solus sanctus“ wird das thematische Material des Anfangs wiederholt, um in einem leuchtenden F-Dur Akkord, gewürzt mit der großen Septime, zu münden. Die Aufnahme stammt von der Uraufführung durch die „Mendener Kantorei“ unter der Leitung meines Freundes Johannes Krutmann.

Leider habe ich bis heute noch keine phrygische und keine myxolydische Messe komponiert. Dafür steht's aber auf meiner (ewig langen) Todo-Liste…

Lydische Messe op. 53 - II. Gloria  by  davidianni


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In Loving Memory

Aus aktuellem Anlass ein Klagegesang des estnischen Komponisten Arvo Pärt, der heute übrigens 74 geworden ist.




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Abtreibung und Holocaust II

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Hier geht's zu Abtreibung und Holocaust I

Zunächst eine Zusammenfassung der Ereignisse um die Holocaust-Abtreibungs-Diskussion, weil wahrscheinlich die Leser, die nicht aus Österreich stammen, nicht wissen, was genau der Auslöser dafür gewesen ist:

Am 3. September fand in Wien die Ehrung einer Abtreibungsklinik (s.a.
Abtreibung ist keine Ehrensache) durch den Wiener Bürgermeister Häupl statt. Einer der selten gewordenen katholischen Politiker nahm Stellung dazu. Laut news.at (wo natürlich nicht objektiv berichtet wird) sagte Ewald Stadler:

„Ich war immer ein Gegner der Abtreibung. Das ist auch nach unserer Rechtsordnung eine Tötungshandlung. Wer Lehren aus der Geschichte gezogen hat, kann nicht wie der Wiener SPÖ-Bürgermeister Michael Häupl heuchlerisch diejenigen ehren, die für die Massentötungen verantwortlich sind. (…) Ich halte es mit Bischof Andreas Laun, der gemeint hat, moralisch führen die gleichen Gleise zur Abtreibung und in die Vernichtungslager der Nazis.“

Frauenministerin Heinisch-Hosek zeigte sich daraufhin
äußerst empört und kündigte umgehend eine rechtliche Prüfung des Vergleichs an. Dr. Jakob Cornides, der meiner Meinung nach sofort die Hypokrisie der Ministerin durchschaut hat, schrieb einen offenen Brief an die Ministerin, der auf Twitter die Runde machte.

Und wie sollte es anders kommen? Etwas weniger heftig als die Ministerin, aber immer noch heftig, wurde protestiert. So ein Vergleich sei inakzeptabel. Da sind sich viele (katholische) Blogger einig.

Bitteschön! Man beachte einmal den Kontext des Ganzen: In Wien wird wieder mal ein riesiger Schritt in Richtung Verharmlosung der Abtreibung gemacht, und ein Politiker zieht einen Vergleich, der seit Papst Johannes Paul II. immer wieder mehr oder weniger drastisch fällt, eben weil die Abtreibung als etwas Normales und Gerechtfertigtes angesehen wird und die Macht der Medien dazu genutzt wird, lobbymäßig gegen Abtreibungsgegner vorzugehen, während das ungeheuerliche Ausmaß des Unrechts, das durch die Abtreibung weltweit passiert, total unter den Tisch gekehrt wird. Wir erleben zurzeit eine pervertierte Umkehrung der Werte. Das Morden unschuldiger Kinder wird mit dem Recht auf Selbstbestimmung gerechtfertigt und immer unantastbarer als geltendes Recht in der Gesellschaft verankert.

Wieso vergleichen manche Abtreibungsgegner die Ermordung von Millionen Babys mit der Ermordung von Millionen Juden? Man könnte die Abtreibung auch mit dem Genozid in Ruanda vergleichen oder mit anderen Völkermorden, wo es um die Abschlachtung von Menschen in Millionenhöhe geht. Nur leider sind andere Genozide nicht in solchem Maße im Bewusstsein der Menschen präsent wie der Holocaust. Beim Thema Holocaust weiß jeder - und das ist gut so -, dass ein grässliches Verbrechen an der Menschheit begangen wurde, das sich nie wieder wiederholen darf. Bei der Abtreibung, durch die ein eben so ein himmelschreiendes Unrecht passiert, ist dieses Bewusstsein jedoch überhaupt nicht vorhanden. Im Gegenteil: durch die erfolgreichen Bemühungen der „Freedom-of-choice“-Ideologen, die überaus mächtig sind in unserer Welt, wird der Mord an Babys gesellschaftsfähig gemacht und jede leise Kritik daran mit der Androhung juristischer Verfolgung und öffentlicher Verleumdung gestraft. Wenn das keine perverse Rechtslage ist, in der wir uns befinden und immer tiefer einsinken werden!

Ist es nicht absolut heuchlerisch, wenn nach solch einem Interview, wie dem mit Ewald Stadler, massenweise Politiker in solch einem arroganten Tonfall intervenieren, wie es beispielsweise Familienministerin Heinisch-Hosek tut? Meint sie tatsächlich, Herr Stadler oder alle anderen Abtreibungsgegnern würden sich nicht um die Grausamkeit des Holocaust scheren? Wem will sie was beweisen? Wie mitfühlend sie mit den Opfern des II. Weltkrieges ist? Welch gutes Herz sie hat?

Ein anderes (weit größeres) mediales Ereignis, das Medien und Politiker Anfang diesen Jahres ebenfalls instrumentalisiert haben, um sich in abstoßend heuchlerischer Weise als die großen Humanisten darzustellen, waren die
Aussagen Papst Benedikts zum Thema Verhütung anlässlich seiner Afrika-Reise. Damals wie heute ärgert mich die verlogene Reaktion so vieler öffentlicher wie nicht öffentlicher Personen, die mit erhobener Brust und Nase demonstrieren wollten, wie wichtig ihnen das Wohl der Afrikaner sei.

Wer schert sich um die jährlich 45.000.000 abgetriebener, verstümmelter, auseinander gerissener, getöteter Kinder und um die Mütter, die ein Leben lang mit den psychischen Folgen ihrer Entscheidung leben müssen? Wo bleibt da das Mitgefühl der Leute, die ihre pseudo-philanthropische Ader so sehr zu Schau stellen meinen zu müssen? Was ist eigentlich euer Problem? Geht es euch wirklich um die Opfer des Holocaust?


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Abtreibung und Holocaust I

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Bereits Papst Johannes Paul II. verglich den Holocaust mit der Abtreibung. Natürlich ist es Blödsinn, ihm oder anderen damit zu unterstellen, er würde die abtreibenden Mütter mit den Massenmördern von Auschwitz gleichsetzen oder den Genozid an den Juden verharmlosen. Die „Vernichtung“ von Menschenleben habe „nach dem Sturz der nationalsozialistischen und kommunistischen Regime“ (…) „de facto aufgehört. (…) Was jedoch fortdauert, ist die legale Vernichtung gezeugter, aber noch ungeborener menschlicher Wesen. Und diesmal handelt es sich um eine Vernichtung, die sogar von demokratisch gewählten Parlamenten beschlossen ist, in denen man sich auf den zivilen Fortschritt der Gesellschaften und der gesamten Menschheit beruft“.

Dass Nicht-Katholiken bei diesem Vergleich sofort lauthals protestieren müssen, ist nachvollziehbar. Der Mensch hat irgendwo einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn. Der ist nur leider manchmal etwas verwirrt. Vielleicht wie ein Kompass, der zu nah an einem Magneten liegt. Dass aber auch Katholiken immer wieder
sofort auf den Plan springen, um ganz schnell klarzustellen, dass Holocaust und Abtreibung auf keinen Fall zu vergleichen seien und beschwichtigend darauf hinweisen, wie unsagbar furchtbar der Holocaust ja sei, finde ich mehr als traurig, um es gelinde auszudrücken. Keine Frage, natürlich ist er das! Hat jemand etwas anderes gesagt?! Der Mord an den Juden ist so fürchterlich, dass Worte gar nicht ausreichen, um diese Hölle zu beschreiben.

Wieso ich die Beschwichtigungen ärgerlich finde? Weil man dadurch im gleichen Atemzug den Mord an Millionen und Abermillionen von ungeborenen Kindern wieder verharmlost, und dagegen wird nicht gemault. Man bringt sich schnell durch „political correctness“ in Sicherheit, will ja schließlich nicht der Verharmlosung des Judenmordes bezichtigt werden. Auch die Mütter werden in Schutz genommen, schließlich macht keine Mutter, nein, keine der etwa 45.000.000, in Worten
fünfundvierzig Millionen Müttern jährlich „so etwas leichtfertig“.

Nein, das machen sie sicher nicht. Ich behaupte es auch nicht. Die meisten von ihnen wissen es nicht besser, schließlich werden kaum Alternativen angeboten, und mit einer Abtreibung lässt sich mehr Geld verdienen als mit einer lebensbejahenden Unterstützung der Mutter bis zur Geburt und darüber hinaus. Was ich aber behaupte, ist dass unsere Politiker die Abtreibung maßlos verharmlosen, dass eine ganze Menge an Ärzten und an „familienfördernden Institutionen“ (welch eine Perversion, sich als solche zu verkaufen, wenn man Frauen in die Abtreibungskliniken führt!) unbehelligt zum „Schwangerschaftsabbruch“ raten, dass unsere Medien absolut einseitige Darstellungen abliefern, die das Töten von Embryonen gutheißen und den Widerstand dagegen verteufeln.

Ich las vor einigen Tagen in den luxemburgischen Nachrichten
die kommentarlose Verkündigung, dass eine neue Pille, die diesen Monat auf den Markt kommt, bis zu 5 Tage nach der Zeugung „wirken“ kann. Würde ein Wirkstoff angepriesen werden, der z.B. überflüssige Katzenbabys innerhalb von Sekunden sterben lassen würde - die Firma des Giftes könnte sich auf ordentliche Protestaktionen aus der Bevölkerung gefasst machen. Die Hersteller dieser neuen „Medizin“ hingegen werden ohne spürbaren Widerstand mächtig viel Kohle mit ihrem Geschäft machen.

Beim Morden von - aus welchen Gründen auch immer - unerwünschten Babys ist ein solches Gerechtigkeitsgefühl schlichtweg nicht vorhanden. Vielleicht liegt es daran, dass das Baby noch so winzig ist und noch kein Menschenherz in dem Maß bezaubern konnte, wie es eben nur ein tatsächlich geborenes Baby vermag. Man meint, dass es sich wahrscheinlich doch eher noch um eine gefühl- und leblose Zellmasse handeln muss, die nicht soviel Lebensberechtigung hat wie ein bereits geborener Mensch, wenn sie überhaupt eine haben sollte.

Die Embryoverstümmelungsverteidiger kommen natürlich auch immer mit dem schrecklichen Vergewaltigungsbeispiel, oder manchmal auch mit der schlimmen Behinderung oder den Risiken für die Mutter, bei der es
um Leben und Tod geht. Wer sich ein wenig mit der Materie beschäftigt, weiß freilich, dass diese Fälle nur einen äußerst geringen Prozentsatz der Abtreibungen ausmachen. Womit ich auch nicht sage, dass sie dann legitim sind. Das kann man wahrscheinlich nur in ganz wenigen extremen Fällen behaupten. Wenn man anstatt von 45 Millionen von 4.500 Abtreibungen pro Jahr sprechen würde, wären wir in einer völlig anderen Situation, die sicher auch christliche Lebensschützer vollkommen anders bewerten würden. Unsere Gesellschaft ist in puncto Lebensschutz jedoch derart missorientiert, dass das Wort der „Kultur des Todes“ objektiv betrachtet sehr leicht nachzuvollziehen ist.

Stelle dir bitte folgendes einmal vor: eine Frau wird brutal vergewaltigt und dabei wird ein Menschenkind gezeugt. Es entsteht ein Kind im Bauch der Frau. Es wurde nicht gefragt, ist jetzt aber da. Stelle dir vor,
du bist dieses Kind. Du kommst also unter schrecklichen Umständen in den Bauch deiner Mutter, die verständlicherweise große Schwierigkeiten damit hat, dich als ihr Kind anzunehmen. Sagt dein Gefühl jetzt: „Ok, was der Mammi da passiert ist, ist grausam. Ich habe kein Problem damit, dass niemand mich will, tötet mich ruhig.“ Klar, kein Embryo wird so denken, aber eine natürliche, instinktive Gefühlsveranlagung wird vorhanden sein, und die sagt unmissverständlich: „Ich will leben. Ich will geliebt werden.“ Und dieses Recht - zu leben und geliebt zu werden - sollte jedes Kind, egal in welchem Zustand seiner Entwicklung, haben!

Hast du selbst Kinder? Dann stelle dir vor, dieses Kindlein, das du vielleicht gerade in sein Bettchen gelegt hast, wäre abgetrieben worden, man hätte ihm nie die Möglichkeit gegeben, zu leben und die Welt durch sein Dasein zu bereichern.

Das Problem sind nur bedingt die Mütter oder die verantwortlichen Ärzte oder die Politiker, es ist vielmehr ein gesellschaftliches Problem auf breiter Ebene. Unsere „zivilisierte“ Welt hat andere Prioritäten als das Fördern eines Bewusstseins für das Leben. Es müsste in so vielen Bereichen umgedacht und umdisponiert werden. Es müssten ganz andere Lösungsansätze her. Der Wert der Familie müsste mehr denn je unterstrichen werden. Am besten nicht von x-mal geschiedenen Familienministerinnen. Schwangere Frauen müssten unbedingt dahingehend unterstützt werden, dass sie ihre Kinder zur Welt bringen. Finanziell, emotional, spirituell. Es gibt so viele Möglichkeiten, wie man Abtreibungen verhindern könnte und damit auch das untrennbar daran gekoppelte
Post Abortion Syndrom.

Nicht umsonst setzt die katholische Kirche sich so bedingungslos für die Familie ein, denn letztendlich sind es nur intakte Familien (die so wahnsinnig selten sind!), die unsere Gesellschaft langfristig wirklich zu einer „Kultur des Lebens“ gedeihen lassen können. Wer eine Familie hat, in der man sich liebt und respektiert, und vielleicht sogar zusammen betet, wird vielleicht ahnen, was ich damit meine.

In der Bibel heißt es:
„Leben und Tod lege ich dir vor, Segen und Fluch. Wähle also das Leben, damit du lebst, du und deine Nachkommen.“ (Deut 30,19) Dieses Bewusstsein muss gelehrt und weitergegeben werden. Zur Not auch mit dem drastischen, aber nicht ganz abwegigen Vergleich mit dem Holocaust. Der Brief, der die Diskussion auf Twitter und auf manchen Blogs angezettelt hat, darf nicht falsch verstanden werden. Ich kenne den Verfasser nicht und wäre selbst nicht auf die Idee gekommen, einen solchen Brief zu schreiben. Sein Anliegen kann ich jedoch ohne weiteres verstehen. Wer beim Vergleich von Abtreibung und Holocaust gleich auf die Barrikaden geht, sollte auch darauf hingewiesen werden dürfen, wieso dieser Vergleich manchen Menschen, wie z.B. Papst Johannes Paul II., angebracht scheint.

Abtreibung und Holocaust II


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Kirchenmusik von Richard Rice

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Sehr schöne, leicht neoromantisch angehauchte Kirchenmusik im Stil etwa eines Ralph Vaughan Williams findet man auf der Seite des amerikanischen Komponisten Richard Rice. Der Komponist stellt die Partituren kostenlos als PDF zur Verfügung, bittet allerdings um Benachrichtigung, sollte man eines oder mehrere seiner Werke zur Aufführung bringen. Die Kompositionen lassen sich als MIDI-Dateien anhören, von manchen gibt es auch MP3-Aufnahmen. Many thanks to the composer!

[via
New Liturgical Movement]


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Musik zu Mariä Geburt

Zum heutigen Fest „Mariä Geburt“ (s.a. den schönen Beitrag der Braut des Lammes) möchte ich euch einen wunderbaren Mariengesang eines der großen Meister der polyphonen Vokalmusik der Spätrenaissance vorstellen.



Habt ihr euch betören lassen von diesen sphärischen Klängen? Der Komponist, ein Neffe des hl. Carlo Borromeos, ist heute vor knapp 400 Jahren gestorben. Man könnte annehmen, dass seine Geschichte, die ich kurz umreißen möchte, dem wilden Geist eines Krimi-Autors entsprungen sei. Leider ist sie wahr und durch historische Dokumente belegt.
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MusicMonday: Wünschelrute

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Komponieren machte mir schon als Kind Spaß. Meine ersten „gültigen“ Kompositionen, also Stücke, die ich heute noch spiele, schrieb ich mit etwa 12 Jahren. Ich betrachtete das Komponieren allerdings als reines Hobby, glaubte, dass man mich als Komponist nie ernst nehmen würde, da meine Musik zu „romantisch“ sei. Das änderte sich, als ich mich als 16- oder 17-Jähriger in eine junge Frau verliebte, die mir versicherte, dass das Komponieren zu meiner Berufung dazugehöre. Als hoffnungsloser Romantiker, der ich damals war, entstand 1997 unter dem Eindruck dieser Begegnung eine atmosphärische Vertonung der berühmten „Mondnacht“ von Joseph Freiherr von Eichendorff. Ein Jahr später beschloss ich, weitere Lyrik von Eichendorff in Töne zu übersetzen, so wie ich sie eben in mir empfand. Ein etwas esoterisch angehauchtes, aber dennoch schönes Gedicht, das ich damals für den Zyklus auswählte, ist die „Wünschelrute”:

Schläft ein Lied in allen Dingen,
Die da träumen fort und fort.
Und die Welt hebt an zu singen,
Triffst du nur das Zauberwort.

Der Zyklus der „Eichendorff-Lieder op. 3“ besteht aus 12 Stücken. Die „Wünschelrute“ steht an vierter Stelle der Komposition und beschert euch nun hoffentlich angenehme viereinhalb Minuten.

IV. Wünschelrute (aus den „Eichendorff-Liedern op.3“)  by  davidianni

P.S.: Ich bin kein Wünschelrutenläufer. ;-)


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Links & Inhalt

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Ein kleiner bloginterner Hinweis: die Linkseite habe ich optisch stark verändert und noch mehr katholische Blogger in die Liste aufgenommen. Außerdem habe ich eine Art Inhaltsverzeichnis, geordnet nach Kategorien, erstellt. Ein Index ist auf einem Blog eigentlich nicht üblich, aber ich denke, dass es die Navigation doch erleichtert, wenn man alle Überschriften auf einen Blick vorfindet. Mein Blog darf nur nicht zu groß werden, sonst geht auch da der Überblick flöten. Viel Spaß beim Stöbern!


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Abtreibung ist keine Ehrensache

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Abtreibung ist keine Ehrensache. Hunderte Lebensschützer demonstrierten friedlich gegen die Ehrung der Abtreibungsinstitution „pro:woman“ im Wiener Rathaus


Aus dem Newsletter von Jugend für das Leben

Wien (04.09.2009, JfdL-md). Die von der Stadt Wien initiierte Ehrung der Abtreibungseinrichtung „
pro:woman“ bescherte dem Wiener Bürgermeister nicht nur hunderte Protestbriefe, sondern auch hunderte Demonstranten vor dem Rathaus. Gestern, am Tag der Ehrung (Donnerstag, den 3. September) gingen knapp vierhundert Lebensschützer auf die Straße (s. Bericht auf kath.net und Eindrücke auf Gloria.tv) und protestierten gegen die Veranstaltung im Rathauskeller. Organisiert wurde die Kundgebung, an der Jugend für das Leben als Teilnehmer mitwirkte, von der Plattform Gesellschaftsverantwortung.

„pro:woman verdient keine Ehrung, sondern die Schließung“
Margret Parzmair, Pressesprecherin von Jugend für das Leben, betont, dass Abtreibung keine ausreichende Antwort auf die Lebensprobleme schwangerer Frauen in Not sei: „Die finanziellen Nöte, die Einsamkeit und die vielen Sorgen dieser armen Frauen werden von Abtreibern übergangen und nicht ernst genommen, weil Einrichtungen wie „ pro:woman “ damit Geschäfte machen wollen. Ich als Frau empfinde es als eine Gemeinheit, dass Abtreiber die Notlagen schwangerer Frauen ausnutzen.“ So begründet Parzmair auch ihr Unverständnis gegenüber den Gegendemonstranten: „In der Gedankenwelt der Sozialisten und der Grünen haben Kinder offenbar keinen Platz.“

„Unrecht muss gerecht bestraft werden“
Parzmair erklärte in ihrer Ansprache vor den Demonstranten, dass Abtreiber nicht belohnt gehören, sondern bestraft. „Ungeborene Kinder und schwangere Frauen müssen vor den Abtreibern wirksam geschützt werden. Das geht nur, wenn Abtreiber gerecht bestraft werden.“ So wie die Bestrafung von Diebstahl das Eigentum schütze, so schütze auch die Bestrafung der Abtreibung das Leben, erläutert Parzmair ihren Standpunkt.

Falsche Vorstellung von Selbstbestimmung
Das Selbstbestimmungsrecht, mit dem Ideologen das Unrecht Abtreibung gerne rechtfertigen würden, bestehe in Wahrheit darin, „zwischen Möglichkeiten wie der Adoption, der Pflegefamilie und finanzieller Unterstützung zum Selber Aufziehen der Kinder frei zu wählen.“ Die Pressesprecherin des Jugendvereins schließlich: „Es gibt kein Recht, über das Leben anderer zu bestimmen. Die Würde des Menschen ist unantastbar.“

Lest bitte auch, was Weihbischof Laun zu dieser „Ehrung“ zu sagen hat!


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Elsas Konversionsgeschichte

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Der Glaube wird seit jeher dadurch weitergegeben, dass Menschen über ihre Bekehrung und über ihren persönlichen Glauben sprechen. Das ist nicht als billige Werbung zu werten oder mit dem Hausieren eines Staubsaugervertreters zu vergleichen. Hier geht es um etwas Existentielles, nicht etwa um einen günstigeren Handy-Vertrag oder um die peinliche Pflicht, mit dem Wachturm in der Fußgängerzone zu stehen. Wessen Herz von Jesus ergriffen worden ist, wird mit der Zeit darüber reden und diese „frohe Botschaft“ seinen Mitmenschen mitteilen wollen.

Ich finde Bekehrungsgeschichten immer sehr ergreifend. Wenn nun jemand wie Barbara Wenz von
Elsas Nacht(b)revier mit ihrem schriftstellerischen Können erzählt, wie sie den Weg in die katholische Kirche gefunden hat, kann das nur aufregend werden. Ich war also besonders gespannt auf ihr Glaubenszeugnis, das sie bereits im Voraus über Twitter angekündigt hatte. Die wunderbare Konversionsgeschichte wird diesen Herbst in dem Buch „Bekehrungsgeschichten“ im MM-Verlag erscheinen, wie Elsa auf ihrem Blog berichtet.

In der Septemberausgabe des
Vatican-Magazins kann man sich ihre Bekehrungsgeschichte jetzt schon in einer gekürzten Fassung zu Gemüte führen. Unter dem Titel „Weil die Wahrheit kaum auszuhalten ist“ schreibt Barbara Wenz alias Elsa Laska über ihre Kindheitserfahrungen mit dem Glauben und ihren Hang zur Esoterik als junge Erwachsene. Ich vermute, dass viele Leser sich mit diesem Werdegang identifizieren können. Paul Baddes Buch über das Muschelseidetuch in Manoppello führt sie schlussendlich zum Antlitz Christi, wo sich ihr weiterer Lebensweg entscheidet.

Ohne sentimental zu werden, gelingt es ihr, zugleich nüchtern und doch gefühlvoll über ihre ersten Begegnungen mit dem katholischen Glauben zu schreiben. Sie hinterfragt, was sie nicht verstehen kann, möchte begreifen, wonach ihr Herz verlangt. Ihre Konversion ist nicht blinde Euphorie, sondern eine Entscheidung, die durch ausgiebiges Studium und Gebet vor dem Allerheiligsten getragen wird. In einer schwerelosen Sprache - gleich den zarten Farbtönen des Jesus-Bildnisses von Manoppello - schildert Elsa, was Worte nur schwer vermitteln können: wie ein Mensch von der Liebe Gottes berührt worden ist.


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