Die Geschichte meiner Bekehrung

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Oft werde ich nach meinem Glauben gefragt. Ich möchte im folgenden Text versuchen, meinen religiösen Werdegang zu beschreiben.

Ich wurde 1979 in Luxemburg geboren und bin dort auch aufgewachsen. Unsere Eltern haben mir und meiner Schwester viel Liebe geschenkt, doch den Glauben an Gott haben sie uns leider nicht vorleben und vermitteln können. Der Mittelpunkt meines Lebens war von Kind auf die Musik. Stundenlang hörte ich klassische Musik, spielte Klavier, komponierte und las Bücher über große Komponisten und Musiker.

Mit 16 Jahren wurde ich von einem Klassik-Manager entdeckt. So stand ich von einem Tag auf den anderen plötzlich auf den Bühnen, spielte mit Orchestern, machte CD- und Radio-Aufnahmen. Eigentlich ging ein großer Traum in Erfüllung, doch die Verantwortung, die auf meinen Schultern lastete, machte mir sehr zu schaffen, ich fühlte mich dem Erfolgsdruck damals nicht gewachsen, und der Erfolg konnte die innere Leere, die ich oft empfand, nicht füllen. Es war auch die Zeit des ersten heftigen Liebeskummers und leider steckten auch meine Eltern in einer schweren Beziehungskrise, die zur Scheidung führen sollte.

Ich flüchtete mich in Drogenerfahrungen, um meinen Kummer zu vergessen, aber auch in der absurden Hoffnung, hierdurch vielleicht dem Sinn der Lebens auf die Spur zu kommen. Es musste doch einen Sinn hinter allem geben! Die katholische Kirche war für mich damals keine Alternative, viel zu sehr war ich den Vorurteilen des Zeitgeistes unterlegen. So kaufte ich mir Bücher über Meditation und Esoterik und suchte auf diesem Wege neue transzendente Erfahrungen zu machen, das Gleiche, was ich auch in den Drogen zu finden gehofft hatte. Ich war mir seit einiger Zeit absolut sicher, dass Gott existiert, wusste aber nicht, wie ich diesen Glauben entfalten konnte.

Mit 18 lernte ich ein „
Ganzheitliches Seminarhaus“ kennen und begann, dort gegen Unsummen von Geld Seminare und Kurse zu besuchen über Psychologie, Reinkarnation, Astrologie, Okkultismus usw. Mein Manager und ich gingen mittlerweile getrennte Wege - ich wollte um jeden Preis die Wahrheit über das Leben finden und brauchte Zeit und Raum für diese Suche. Mit der Zeit musste ich enttäuscht feststellen, dass all diese esoterischen und asiatischen Lehren (Buddhismus, Hinduismus) mich nicht froh machen konnten und dass das Seminarhaus nichts anderes als eine Sekte war, die ihre Mitglieder durch Gehirnwäsche immer tiefer in die Abhängigkeit verstrickte.

Seit dem Jahr 2000 spielte ich die Orgel in einer katholischen Pfarrgemeinde in Deutschland und leitete auch den Kirchenchor. Täglich konnte ich das Geschehen um den Altar beobachten und die Gebete der versammelten Gemeinde hören. Ich war sehr skeptisch und ließ das Ganze nicht wirklich an mich heran. Doch seit ich 2002 mit einem katholischen Mädchen zusammen war, konnte ich mich immer mehr für den Glauben der Kirche öffnen. Ich lernte junge engagierte Christen kennen, deren bescheidene und fröhliche Ausstrahlung und deren Art, miteinander umzugehen, einen tiefen Eindruck in mir hinterließen. Ich wohnte der Feier der heiligen Messe immer öfter auch außerhalb meines Dienstes bei und legte nach und nach die Bücher über Esoterik und andere Religionen zur Seite und las viel über die Kirche, den katholischen Glauben, über Jesus, und vor allem auch über Maria.

2003 hatte nämlich eine Frau, die es offensichtlich gut mit mir meinte, einen Rosenkranz aus Medjugorje geschenkt, den ich zu beten begann. Obwohl sich in mir anfangs noch einiges dagegen sträubte, dieses Gebet zu erlernen und zu sprechen, fühlte ich ganz tief in meinem Herzen, dass es gut sei, zu Maria zu beten; zu beten, dass sie mir helfen möge, näher zu Jesus zu kommen und diesen Jesus immer mehr zu verstehen. Nach und nach wuchs in mir die Gewissheit, dass die Gottesmutter selbst mir durch das
Rosenkranzgebet ihre Hand reichte und dass sie mich führte und beschützte. Ich konnte in aller Tiefe vom psychologischen und spirituellen Einfluss der Sekte frei werden und wurde ganz und gar heimisch im katholischen Glauben. Dank Maria war es mir nun möglich, alle Glaubenswahrheiten, die die Kirche verkündigt, von Herzen anzunehmen. So ging ich erstmals wieder zur Beichte, was eine zutiefst heilende Wirkung auf mein Leben zeigte.

Jesus Christus ist wahrhaft gegenwärtig im Sakrament der heiligen Eucharistie, das mir zum „täglichen Brot“ geworden ist. Die Kommunion gibt mir immer neu die Kraft, mich den Herausforderungen des Lebens zu stellen.

Ende 2004 habe ich die katholische Gemeinschaft „
Amici di Dio“ kennen gelernt und dort bleibende Freundschaften geschlossen. Mitglied einer religiösen Gemeinschaft innerhalb der großen Kirche zu sein, ist für das Glaubensleben in besonderer Weise wichtig und bestärkend. Außerdem habe ich hier Martina kennen gelernt, die ich am Rosenkranzfest 2006 glücklichen Herzens heiraten durfte.

Ich danke Gott, dass Er mich durch Maria zurück in die Kirche geführt hat und auch all den Menschen, darunter viele großartige Priester und Ordensleute, die mich auf diesem Weg begleitet haben und immer noch begleiten. Wer die Liebe Gottes einmal erfahren hat, kann nicht mehr weiterleben wie vorher - auch ich wurde ergriffen vom Herrn und möchte diese Erfahrung teilen und weitergeben, durch meine Musik und durch mein ganzes Leben.


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